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14. November 2006
Iran Mullahs brauchen Nachhilfe in Google VideoWeil ein Tourist mit mangelhaften Geografiekenntnissen ein Video bei Google hochlud, in dem eine iranische Stadt als aserbaidschanisch bezeichnet wird, ruft das Informationsministerium zum Protest gegen Google auf. Per Mailbombing soll die "Einmischung in innere Angelegenheiten" des Gottesstaats gerächt werden. Der Vorfall sei ein "typisches Beispiel für eine Einmischung in die inneren Angelegenheiten eines Staates", ließ ein Sprecher des Informations- und Technikministeriums verlauten. Eine Zeitung bezeichnete das Vorgehen Googles als "seltsamen, verdächtigen und zwielichtigen Akt". Weitere Kritiker aus Parlament und Politik bezeichneten den Videoupload als "Unterstützung separatistischer Bewegungen" oder "Unterminierung der territorialen Integrität Irans". Für Google dürfte das Problemfeld nach den ganzen Urheberrechtsstreitigkeiten um YouTube und Google Video erfrischend anders sein: Haftung für die Geografiekenntnisse der User (bzw. ihr Fehlen) wäre ein ganz neuer Trend in der Internet-Juristerei. Den Mullahs sollte hingegen angeraten sein, die Funktionsweise eines Videohosters zu begreifen, bevor sie sich mit Protesten blamieren. Und sich ansonsten auf ihre bewährte Netzzensur verlasssen. Ein Land, welches "unmoralische" Seiten filtert, eine Diskussion um Frauenrechte nicht zuläßt, religionskritische und politische Webseiten ausfiltern läßt und seine Blogger einsperrt, sollte mit einem simplen Urlaubsvideo keine Probleme haben. Iran befindet sich auf der Liste der "13 schwarzen Löcher" der Informationsfreiheit, die von den Reportern ohne Grenzen 2006 publiziert wurden. Verwandte News
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