gullinews am Samstag, 21.07.2007 11:46 Uhr
An den Kontrollpunkten, Arbeitsplätzen und solchen Orten, an denen vor kurzem ein Attentat stattgefunden hat, werden Personen angehalten und ihre Daten mit Hilfe von tragbaren Scannern aufgenommen. Die biometrischen Merkmale werden von den mitgeführten Laptops gespeichert und später der zentralen Datenbank der Armee hinzugefügt. Die Zeitung berichtet, in mehreren Stadtteilen Bagdads seien zudem Soldaten von Haus zu Haus gegangen, um auch die Gesichtsmerkmale der Anwohner zu sammeln.
Seit März seien 5.000 bis 10.000 Personen in Bagdad und Umgebung erfasst worden. Die Armee hofft auf diese Weise Terroristen aus Stadtteilen fernzuhalten oder diese zu identifizieren. Im Moment werden 200 Scanner eingesetzt. Im Laufe des Jahres soll deren Zahl auf 3.800 erhöht werden. Jeder einzelne Scanner könne bis zu 10.000 Datensätze auf dem Gerät abspeichern. Schon seit 2004 versuchen US Soldaten mit Hilfe der Biometrie den Kampf gegen den Terror zu gewinnen. In der Provinz Anbar hätten laut Thomas Frank von usatoday.com hunderttausende irakische Bürger Fingerabdruck- und Iris-Erkennungen akzeptieren müssen.
Die immer zahlreicher werdende Aufnahme von Persönlichkeitsmerkmalen in die Datenbank der Armee ist beim Pentagon auf Bedenken gestoßen. Das wissenschaftliche Gremium des Pentagon legte in einem Bericht dar, dass der Einsatz von Biometrie zu Verteidigungszwecken aus datenschutzrechtlicher Sicht bedenklich ist.
Hierbei wird eine zentrale Datenbank aufgebaut, die die ganzen Daten der Privatpersonen speichert. In diesem Rahmen könne man natürlich auch versuchen, regelrechte Bewegungsmuster von Personen zu erstellen. Zu untersuchen, in welchen Stadtteilen sich die Verdächtigten aufhalten, wo sie arbeiten etc. Einmal in der Datenbank verzeichnete Personen können auf diesem Weg natürlich immer wieder identifiziert werden.
Stellt sich die Frage, ob man Selbstmordattentätern mit solchen Mitteln überhaupt beikommen kann. Selbst wenn eine Person vorher identifiziert und analysiert wurde, wo er sich häufiger aufhält, gehen die Erkenntnisse nach dem Bombardement quasi in Rauch auf. Kann man diesen Krieg mit solchen Mitteln und noch mehr Zeit, die die Truppen für ihren Kampf erhalten sollen, tatsächlich gewinnen? Generalmajor Walter Gaskin hatte noch am Freitag die aufgekommenden Gerüchte über einen baldigen Rückzug der Soldaten eine deutliche Absage erteilt.
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Ylperon am 23.07.2007 23:51:37: |
Karnigals am 24.07.2007 15:53:20: |
porno333 am 31.07.2007 22:47:42: |