|
01. September 2006
Internet-Überwachung Brandenburgische CDU wagte den FeldversuchDas Internet ist, wie der Berliner Innensenator Ehrhart Körting (SPD) meint, eine "Fernuniversität des Terrors" oder, wie Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble von der CDU aufklärte, doch nur ein "Lehrbuch" für Terroristen. Ein ziemlich schlechtes freilich, denn schließlich erwiesen sich die beiden Kofferbomben, welche nach im WWW gefundenen Anleitungen gebaut worden sein sollen, als Fehlkonstruktionen. Schäuble und Co. wollen dennoch die Kontrolle des Datennetzes und - vor allem - seiner Nutzer verstärken. Die CDU in Brandenburg hat den Feldversuch gewagt. Schläfer, mag sich Rico Nelte, er ist der Geschäftsführer des CDU-Landesverbandes, gedacht haben, unternehmen alles, um nicht aufzufallen, sie könnten sogar seine geliebte CDU unterwandert haben, um in deren Reihen unerkannt ihre demokratiefeindlichen Aktionen zu planen und vorzubereiten. Also handelte der wackere Mann und überwachte, so stellt es jedenfalls Daniel Schoenland, Geschäftsführer des bisherigen Internetdienstleisters der brandenburgischen CDU dar, systematisch den E-Mail-Verkehr der CDU-Minister und des Parteivorstands. Der handelte, es gibt in der CDU noch mehr aufrechte Kämpfer gegen potentielle Demokratiefeinde, indes nicht allein, erklärte Daniel Schoenland, sondern im Auftrag des brandenburgischen CDU-Generalsekretärs Sven Petke. Belegen könne er jedoch vorerst nur Rico Neltes Engagement, eine CD mit 390.000 gespeicherten Datensätzen wolle er zu diesem Zweck der Staatsanwaltschaft übergeben. Die offizielle CDU erklärte unterdessen, sie habe nichts zu verbergen; die Weiterleitung der E-Mails sei - wie bei Faxen - für alle Betroffenen "transparent" und "offen" erfolgt. Wo damit in die Welt der Brandenburger CDU wieder schönste Ordnung einkehren sollte, denn es ist doch in der Tat gleichgültig, ob gesetzestreue CDU-Mitglieder ihre E-Mails nun nur freiwillig oder zusätzlich vielleicht noch einmal unfreiwillig einer kontrollierenden Instanz vorlegen, gibt mit Jörg Schönbohm, natürlich Mitglied im CDU-Vorstand, ausgerechnet der Innenminister Brandenburgs den Spielverderber. Er kündigte eine Untersuchung an, denn die "schwerwiegenden Vorwürfe" berührten datenschutzrechtliche Belange. Datenschutz im "Lehrbuch" für Terroristen? Trackbacks
|