gullinews am Dienstag, 29.04.2008 17:39 Uhr
Sie kam auf www.nacktcommunity.com/gallery/****code**** (online-girlies.com) zu einer Eingabemaske, in der die eigene Adresse schon eingegeben ist. Dort folgte sie dem Link "Jetzt direkt zu den Bildern" - Kosten, vor denen man gewarnt wird? Fehlanzeige! Aber nur bis zum Aufruf der ersten Seite hinter der Eingabemaske!
Dort steht nämlich: "Bei Anmeldung beginnen wir umgehend mit unserer Dienstleistung. Die Gebühr für den Zugriff auf die Seite beträgt einmalig 98 Euro. Sie können sich zwölf Monate lang unbegrenzt einloggen, dieser Dienst verlängert sich nicht automatisch. Nach dem ersten Zugriff ist Ihr gesetzliches Widerrufsrecht erloschen." Auch verwarnt die Firma jegliche Surfer beim Betreten der Website. Deren IP-Adresse werde bei der Teilnahme gespeichert. Anhand dieser wären sie über ihren Provider identifizierbar. Interessanterweise wird selbst fremden Surfern, die sich nicht von einer E-Mail zum Besuch der Website haben verleiten lassen, sofort angezeigt: "Bild wurde freigegeben".
Es ist nicht zu vermuten, dass sich auf der Seite wirklich die eigenen Bilder von einem der anderen angeschriebenen Personen befinden. Aber allein die Angst, es könnten irgendwo Nacktfotos veröffentlicht sein, wird viele - wie Manuela S. - zum überhasteten "durchklicken" verleiten. Weiterhin ist zu erwarten, dass Rechnungen und Mahnungen nicht lange auf sich warten lassen, sofern die Rechnungen nicht pünktlich bezahlt werden.
Und dazu raten auch hier die entsprechenden Stellen: "Nicht zahlen! Alles aufbewahren! Erst reagieren, wenn ein Mahnbescheid oder eine Klage vom Gericht kommen, wovon nicht auszugehen ist", so die Verbraucherzentrale Bundesverband auf Nachfrage.
Hinter der Falle steckt übrigens eine "Happy Passion GmbH" aus dem schweizerischen Frauenfeld. Das Unternehmen ist bereits vor Jahren unter dem Namen Pactus AG mit Seiten wie fahrschulquiz.com negativ in die Schlagzeilen geraten. Nachdem es jetzt ein paar Jahre still war, versucht man nun mit neuem Namen seit ein paar Tagen mithilfe der angeblichen NacktCommunity den Leuten das Geld aus der Tasche zu ziehen ... doch: Wie zieht man überhaupt einem Nackten/einer Nackten das Geld aus der Tasche?
Auch die "Schweizerische Kriminalprävention" rät dringend davon ab, zu zahlen. "Für deutsche Betroffene gilt: Sie können sich beim Staatssekretär für Wirtschaft (SECO), über das Unternehmen beschweren. Bei ausreichenden Beschwerden wird das Unternehmen vorgeladen und in einer Art Anhörung zur Stellungnahme aufgefordert", so Hajo Michels von der Schweizerischen Kriminalprävention.
Danach werden sich die Betreiber den nächsten Trick einfallen lassen müssen, um noch mehr Ahnungslose abzuzocken. Erst die theoretische Führerscheinprüfung auf Fahrschulquiz.com, jetzt die Erotik-Abzocke mit angeblichen Nacktfotos - was kommt als nächstes? Der Phantasie der Betreiber sind scheinbar keine Grenzen gesetzt.
| 28 Reaktionen aus dem gulli:Board |
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ThaGambler am 01.05.2008 10:21:05: |
syborg am 01.06.2008 02:01:00: |
Chummer am 01.06.2008 02:28:15: |