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05. Juli 2008

Intel Demo Competition 2008 Voting eröffnet!

Vor wenigen Tagen wurde auf der Website des Wettstreits das Voting eröffnet. Die Besucher müssen allerdings eine sehr schwere Entscheidung treffen, einige der fünf Demos liegen qualitativ sehr eng beieinander. Cocoon, TBL & Fairlight, MFX, Inque und STILL haben alle tolle Beiträge abgeliefert, dem Chiphersteller kann es nur recht sein. Wessen Hardware nicht aktuell genug ist, für jedes der Demos existiert bei Demoscene.tv auch ein Videomitschnitt.

Die Franzosen von Cocoon sind bekannt für ihre effektvollen Horrorshows, die sie im Verlauf ihrer Karriere schon in großer Anzahl und mit wechselndem Erfolg entfachten. Einige der Personen waren schon zu Amiga Zeiten in anderen Gruppen aktiv, fast alle Mitglieder arbeiten seit Jahren in der Spieleindustrie, was auch die hohe Qualität von "Nazca" erklärt. Musiker Willbe ist wieder für den richtigen Drive im Demo verantwortlich, "Nazca" entführt uns zunächst in die Tiefen der Antike. Einige Objekte kamen uns aus den früheren Werken der Franzosen doch recht bekannt vor. Pures Recycling oder ging es den Machern primär um den Wiedererkennungseffekt?

"Only one wish" ist das eindrucksvolle Comeback des längst verschollen geglaubten Programmierers Pantaloon, der sich mit voller Macht zurückmeldet. Fairlight und The Black Lotus (TBL) realisieren hier zum ersten Mal ihre Zusammenarbeit. Zu Pantaloons tollen Effekten passt das Design und Artwork von Louie 500 optimal. Auch Musiker Elusive ist in der Szene alles andere als ein Neuling. TBL dominiert seit vielen Jahren ohne Zweifel die Amiga Szene, einige der Mitglieder hatten sich auf den Konsolensektor verlegt, die Ausflüge auf die PSP und die PS2 blieben insgesamt aber eher die Ausnahme.

"The Seeker" der Berliner Gruppe STILL, die Sieger in 2007, wirkt sehr kunstvoll und stylish. Im Vergleich zu ihren früheren Werken bleibt "The Seeker" doch etwas eintönig. Es mag auch daran liegen, dass allen Gruppen nur etwas weniger als zwei Monate Zeit gegeben wurde, um in ihrer Freizeit die Arbeit an den Demos fertigzustellen.

MFX, Demoszene, inforescence, Intel, compoBei der Gruppe MFX war jegliche Voraussage wie üblich total unmöglich. Bei ihnen kann man wegen ihrer Freude an Experimenten schwer einschätzen, was wirklich auf einen zukommt. Die Qualität wechselt von ganz oben bis hinunter nach ganz unten. "Inflorescene" (siehe Bild) ist weder ein Hammer aber glücklicherweise auch kein Fiasko wie "Vorticity" oder "The Ballet Dancer". Bezüglich der Effekte hat man sich einiges Neues einfallen lassen. Die Visuals und primär die Gemälde, die wie in Öl gemalt wirken, machen viel her. Beim Sound vermissen wir schmerzlich den sonstigen Leib- und Magenmusiker der Gruppe Little Bitchard. Das verwendete bumm bumm Techno-Einheitsgedudel wirkt auf Dauer doch sehr monoton. Aber auch Musik ist und bleibt Geschmackssache. Die Reaktionen der restlichen Szene auf Pouet waren dementsprechend gespalten. Einige konnten "Inflorescence" viel abgewinnen, andere weniger.

"Seiryoku" von inque geht weit weniger Risiken ein. Das Design ist clean und durchgängig gut gemacht, die Effekte wirken allerdings wenig spektakulär. Trotzdem hat auch das Werk der Holländer, die sich sonst auf die Erstellung von 64k Intros spezialisiert haben, viel zu bieten.

Das Voting ist eröffnet und läuft noch bis zum 1. August. Leicht werden es die Besucher der Website der Competition nicht haben. Jeder der Teilnehmer hat seine ganz eigenen Vorzüge zu bieten. Wir rechnen fest damit, dass entweder Cocoon oder Fairlight & TBL das Rennen machen. Wir werden übernächstes Wochenende im Rahmen des Realtime Generation Festivals in Wien versuchen, den Jungs von Intel ein paar Details zu entlocken.

demoscene.tv: Video von "Nazca" von Cocoo

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