gulli: Indien: Verbot offener WLANs wegen Terrorgefahr geplant

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18. September 2008

Indien Verbot offener WLANs wegen Terrorgefahr geplant

Nachdem Bombenanschläge in Indien mit Hilfe von E-Mails über offene WLANs geplant worden waren, möchte die Telecom Regulatory Authority of India (TRAI) Internet-Zugangsprovider darauf einschwören, nur noch Kunden zuzulassen, die ihre WLANs mit sicheren Protokollen gegen Fremdbenutzung schützen.

Die TRAI will sich nach dem Studium der für solche Zwecke missbrauchten Zugänge ausführlich damit auseinandersetzen, welche Empfehlungen sie für die Absicherung von Netzwerken herausgeben möchte.Bei 21 Bombenexplosionen in Ahmedabad am 26. Juli wurden 55 Menschen getötet und 100 verletzt. Zur Planung dieser Anschläge seien E-Mails über offene WLAN-Netze verschickt worden. Daraufhin forderte TRAI von der indischen Regierung, alle Zugangsprovider anzuweisen, von ihren Kunden wirksame Authentifizierungsmaßnahmen zu verlangen, damit deren Equipment nichtmissbraucht werden kann. Alle ISPs sollen sicherstellen, dass ihre Kunden effektive Techniken einsetzen, um sicherzustellen, dass nur autorisierte Personen die Zugänge benutzen können, verlangte TRAI bereits vorher vom indischen Department of Telecommunication. Dieses hat bisher auf die Forderung von TRAI anscheinend nicht reagiert.

Die indische Regierung prüft aber offenbar, ob es möglich ist, ungesicherte LAN-Zugänge als illegal einzustufen. Man werde von den ISPs auf jeden Fall verlangen, dass Kunden ihre WLAN-Zugänge durch ein Passwort sichern. Außerdem sollen die Hersteller von WLAN-Geräten dazu angehalten werden, den Senderadius ihrer Geräte zu begrenzen. Auch das indische Computer Emergency Response Team (CERT-in) soll der Regierung helfen, neue Gesetze zur WLAN-Sicherheit zu schaffen. Ob man damit auf die Empfehlungen von TRAI wartet, ist unklar.

Die indischen Zugangsprovider erklärten wiederum, dass sie selbst sehr wohl Sicherheitsmaßnahmen ergreifen würden. Das Problem liege bei den Kunden. "Aber schauen Sie sich die Terror-Mails an - sie kommen alle von offenen oder gehackten WLAN-Zugängen, daran können wir nichts ändern. Wenn die Leute sich eine Breitbandverbindung für zu Hause oder ins Büro nehmen und ihre WLAN-Verbindungen offen stehen lassen, auch wenn sie sie nicht benutzen, kann kein ISP daran etwas ändern", teilte die Internet Service Providers Association of India mit.

Auf der Seite der TRAI (die übrigens ohne JavaScript nicht funktioniert und mit JavaScript mal eben kurz die CPU auslastet) findet sich folgender Hinweis: "Unsere Mission: Die Mission der Telecom Regulatory Authority of India (TRAI) ist es, sicherzustellen, dass die Interessen der Kundengeschützt und gleichzeitig die Bedingungen für das Wachstum der Telekommunikation, des Rundfunks und der Kabeldienste in einer Weise

und einer Geschwindigkeit geschaffen werden, die es Indien erlaubt, eine führende Rolle in der sich entwickelnden globalen Informationsgesellschaft zu erlangen." (Atari-Frosch)

via India Times, thx!

  • Zitat: [...]die ihre WLANs mit sicheren Protokollen[...] Es geht um sichere Verschlüsselungen die sich nicht OnTheFly knacken lassen!

    GreenKing am 19.09.2008 20:58
  • Das ist doch gar nichts, irgendwo hab ich gestern gelesen das laut NSA CIA Terroristen ihre Anschläge in World of Warcraft planen könnten. Ah hier lol http://www.heise.de/newsticker/US-Geheimdienste-Terroristen-koennten-Online-Rollenspiele-zur-Planung-von-Anschlaegen-nutzen--/meldung/116055

    Kabummski am 19.09.2008 21:29
  • Welchen Sinn hat das? Es gibt doch noch andere Möglichkeiten anonym ins Internet zu kommen, z. B. Proxys oder über Prepaidhandys.

    stefan-w am 19.09.2008 22:25
  • Ehrlich gesagt kotzt mich das Wort "Verbot" inzwischen so an, dass ich es nicht mehr hören kann. Immer wenn man nicht mehr weiter weiß, wird etwas verboten. Manchmal frage ich mich echt, warum nicht einfach ALLES verboten wird, dann wäre es doch so, wie sich manch "kranker" Politiker das vorstellt.

    Lord0fDarkness am 20.09.2008 11:25
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