gullinews am Samstag, 07.06.2008 23:47 Uhr
Inwiefern eine solche Studie noch Seriosität besitzt, ist natürlich fraglich. Der Autor der Studie, Albert-László Barabási, Professor für Physik und Direktor des Center for Complex Network Research (CCNR) nahm es offensichtlich nicht so eng mit dem Datenschutz.
Aus über sechs Millionen Menschen wurden per Zufall 100.000 herausgepickt. Nachdem dies geschehen war, stand der sechsmonatigen Überwachung nichts mehr Wege. Sämtliche Informationen flossen dann in die Studie ein. Damit die Studie aber an Plausibilität zunimmt, entschied man sich den Aufenthaltsort von mehr als 200 Personen alle zwei Stunden aufzuspüren. Das Fazit der Studie war, dass die meisten unfreiwilligen Probanden nur kurze Stecken fuhren, nur wenige fuhren mehr als 100 Kilometer. Diesbezüglich gab es im Verhaltensmuster nur selten Abweichungen. Es stellt sich die Frage, ob man für ein derart voraussagbares wie banales Ergebnis eine solch umfangreiche Überwachungsaktion durchführen muss.
Die nötigen Daten für die Handyortung lieferte ein nicht namentlich bekannter Netzbetreiber. Solche Aktionen rufen üblicher- und begründeter Weise hitzige Diskussionen hervor. So äußerte sich Paul Stephens von der Datenschutz-Organisation PRC (Privacy Rights Clearinghouse): "Die Wissenschaftler behaupten zwar, es wäre alles in völliger Anonymität abgelaufen. Ich persönlich schenke dieser Aussage keinerlei Glauben. Wenn man jemand schon überwacht, dann findet man auch heraus, wo dieser wohnt. Und schon ist das alles nicht mehr so anonym."
Der Telekommunikationsanalyst Jeff Kagan dazu: "Try to do something invisibly and you will realize you can't." Andere Beobachter merkten an: "Erst fragen und dann überwachen!"
(via technewsworld.com, thx)
| 13 Reaktionen aus dem gulli:Board |
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betauser2 am 10.06.2008 00:16:36: |
am 10.06.2008 00:51:22: |
Chummer am 10.06.2008 00:53:46: |