Die Akademie der Wissenschaften der Tschechischen Republik ist eine international angesehene Universität, insbesondere für deren weit reichende Forschungen im Bereich der Vulkanologie. Ebenso weit reichend dürften nun die Ermittlungen der IFPI und der Polizei laufen, welche in den Gebäuden der Akademie einen Server beschlagnahmten, welcher vier Terabyte Musik zur Verfügung stellte, die teilweise noch gar nicht veröffentlicht wurde.
Das Institut selbst ist bereits für unschuldig befunden worden. Die IFPI hatte kundgetan, dass das Institut nur unwissentlich den Wirt für einen der "schlimmsten Filesharing Server mit noch nicht veröffentlichter Musik" spielte. Dieses beinhaltete das scheinbar größte Archiv weltweit, so die IFPI, welches vier Terabyte an Musikdaten umfasste. Ein beachtliches Werk, welches durch die tschechische Polizei sowie die IFPI nun beendet wurde. Der Server wurde abgeschaltet und mit ihm die vier Terabyte an Daten.
Inwieweit diese Aussage nur als Propagandamittel herhalten soll, ist leider nicht erkennbar, da außer der Polizei wohl niemand wirklich überprüfen kann, ob wirklich die genannte Menge an Daten auf dem Server lag.
Die IFPI, welche in letzter Zeit besonders intensiv durch solche Maßnahmen aufgefallen ist, betrachtet diesen Bust als den bisher größten Erfolg, eingereiht weit vor bspw. dem OiNK-Tracker. Auch hier war die IFPI treibende Kraft diesen zu zerschlagen, um somit den Tausch von urheberrechtlich geschützten Materialien zu unterbinden. Als dieser Tracker geschlossen wurde, sprach die IFPI bereits vom "größten Tracker für (unveröffentlichte) Musik". Man sieht, wie die IFPI diese Maßstäbe nach Bedarf angleichen kann.
Das "außer Gefecht setzen" solcher Server ist eines der Hauptbestreben der Organisation, neben dem sehr umstrittenen Ziel die Provider mit in die Verantwortung zu ziehen. So ist die IFPI einer der Hauptinteressenten, wenn es darum geht, ISP's dazu zu drängen, potenziellen Filesharer die Leitung zu kappen.
Ob dieser Bust wirklich so umfangreich war, oder ob es zukünftig noch größere geben kann und wird, bleibt indes abzuwarten.
Insbesondere in Anbetracht der Tatsache, dass die Personen, die den "Wissenschaftsserver" vollgepackt hatten, sicherlich über ein ausreichendes Backup verfügen. (Autor: Firebird77)
(Via Arstechnica, thx!)
Ist doch egal: Pub weg... fertig. Der, der das bezahlt hat, sollte jetzt die Beine in die Hand nehmen. Im Übrigen sind 4 TB ziemlich viel. Releasegroups neigen nicht dazu RAW Tapes auf ihren Servern zu haben... da wird sinnvoll gespeichert.
Beim lesen des Artikels drängte sich mir eine Frage auf: Gibt es eigentlich (schon) Viren/Würmer, die P2P-Clients für Filesharing sind? Ich meine, die Betreiber illegalen Filesharings hätten ja etwas davon, wenn sie quasi Botnets als verteilte Datenserver benutzen würden. Das würde ihr Netzwerk schneller und ausfallsicherer machen. Kommt da eine neue Gefahr auf uns zu oder gibt es sie bereits und ich hab mal wieder nix mitbekommen?