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06. Juli 2006

IFPI klagt gegen Yahoo China

Die International Federation of the Phonographic Industry (IFPI) beschreibt eine Suchmaschine. "Yahho China ist eine Seite mit Links zu MP3-Dateien, die viele Rechte von IFPI-Mitglieds-Unternehmen verletzt, indem sie ohne Erlaubnis der Plattenfirmen urheberrechtlich geschützte Lieder zum Download anbietet."

Und weil nicht sein soll, was nicht sein darf, trat die IFPI schon im April an den chinesischen Yahoo-Ableger mit der Bitte heran, die notwendigen Schritte zu unternehmen, um eine Verletzung der Rechte von IFPI-Mitgliedern zu unterbinden. Nach Ansicht der IFPI kamen bisher keine zufriedenstellenden Antworten aus dem Reich der Mitte, weshalb nun ein Prozeß gegen Yahoo China angestrebt wird.

Möglich ist das, weil es seit Monatsanfang auch in China verboten ist, unberechtigt Kopien von Filmen, Musikstücken oder Programmen im Internet anzubieten. Bei denen, die das tatsächlich tun, ist freilich ohnehin nicht viel zu holen, viele Jugendliche haben schlicht kein Geld für CDs oder den Online-Shop, so daß, schätzt die IFPI, 85 Prozent der in China verbreiteten Musik aus illegalen Quellen stammt.

Da liegt es nahe, Suchmaschinen quasi stellvertretend in Haftung zu nehmen. Bei Baidu, der größten Suchmaschine des Landes, sorgen Suchanfragen nach MP3-Dateien für 15 bis 20 Prozent des Datentransfers, und trotz einer im vergangenen Jahr von der IFPI angestrengten erfolgreichen Klage liefert Baidu noch, was die Nutzer suchen. Einzig ein Warnhinweis informiert über möglicherweise illegales Tun.

Baidu verteidigte sich in dem Verfahren damit, selbst ja gar keine Musikstücke anzubieten, sondern, wie das für eine Suchmaschine üblich ist, nur auf externe Webseiten zu verweisen. Ähnlich dürfte Yahoo China, das seit dem letzten Jahr zum Konzern Alibaba.com gehört, argumentieren; eine aktuelle Stellungnahme gibt es indes noch nicht. Allerdings wirkte eine solche Erklärung gerade in China doch recht unglaubwürdig.

Denn in China ist das Internet eher ein Intranet, vor politisch mißliebigen Inhalten werden seine Bürger weitgehend dadurch geschützt, daß sie erst gar nicht ins Datennetz des Land gelassen werden. Die Wikipedia beispielsweise ist von China aus nicht zu erreichen, bei Baidu soll eine chinesische Alternative entstehen, in der kontroverse Artikel keine Chance haben.

Insofern verwundert, daß die IFPI nun offenbar doch erst klagen muß, um Rechte ihrer Mitglieder in China durchzusetzen; denn auch wenn die Internet-Zensur in China sicherlich umgangen werden kann, sollte es ihr doch möglich sein, den Wünschen der IFPI entgegenzukommen. Vielleicht sollte die unterdessen ihre Mitglieder anhalten, mehr Künstler unter Vertrag zu nehmen, die politische Statements mit ihrer Musik verbreiten.

  • Die International Federation of the Phonographic Industry (IFPI) beschreibt eine Suchmaschine. "Yahho China ist eine Seite mit Links zu MP3-Dateien, die viele Rechte von IFPI-Mitglieds-Unternehmen verletzt, indem sie ohne Erlaubnis der Plattenfirmen urheberrechtlich geschützte Lieder zum Download anbietet." Und weil nicht sein soll, was nicht sein darf, trat die IFPI schon im April an den chinesischen Yahoo-Ableger mit der Bitte ...

    gullinews am 06.07.2006 16:37
  • Zitat: Zitat von IFPI  Yahho China ist eine Seite mit Links zu MP3-Dateien, die viele Rechte von IFPI-Mitglieds-Unternehmen verletzt, indem sie ohne Erlaubnis der Plattenfirmen urheberrechtlich geschützte Lieder zum Download anbietet. Natürlich doch, die Musik liegt direkt bei Yahoo China auf den Servern und dass die Suchergebnisse suggerieren, dass die Musik auf anderen Servern liegt, soll ja nur ...

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