IFPI dreht frei: ISPs sollen Filesharer rauswerfen

gullinews am Freitag, 19.01.2007 14:53 Uhr

Seite druckenArtikel empfehlengulli RSS News Feedsgulli twittertgulli:Newsletter

Die Provider würden Maßnahmen gegen illegales Filesharing verschleppen, aber die Zeit laufe ihnen davon, droht IFPI-Chef John Kennedy. Filesharern soll seinem Willen nach von ihren Providern gekündigt werden. Die Provider kontern, sie könnten nicht die Inhalte eines jeden Datenpakets prüfen, darüber hinaus bleibe die IFPI bei entsprechenden Klagen und Forderungen stichhaltige Beweise schuldig.

Die IFPI betonte, an einer Partnerschaft mit den Providern nach wie vor interessiert zu sein. In Zukunft würde man aber "Maßnahmen" gegen Provider ergreifen, über deren Leitungen Files illegal getauscht würden - auch wenn man diese Strategie nicht gerne verfolge. IFPI-Chef Kennedy drohte mit Klagen gegen die Provider, die "in Wochen, nicht Monaten" folgen könnten. Er "...habe erkannt, dass ich Opfer einer Verschleppungstaktik bin ... Wenn sie (die Provider) weiter verschleppen wollen, wird ihre Zeit ablaufen."

Die Vereinigung der Internet Service Providers ließ durch einen Sprecher vermelden, man betrachte sich als reinen Bereitsteller von Kommunikationsdienstleistungen und nicht verantwortlich für die Inhalte, die Kunden übertragen. Eine Sprecherin von Tiscali fügte an, die Beweislast läge bei der IFPI, die darlegen müsse, dass ein User tatsächlich illegal tauschte.

Tiscali verwies weiter darauf, dass diese Beweise von der IFPI nicht in ausreichendem Maß geliefert würden, um eine Vertragskündigung zu rechtfertigen. Letztes Jahr verweigerte Tiscali die Sperrung von 17 Usern, denen die IFPI Filesharing unterstellte. Die Beweismittel seinerzeit:

"Sie haben uns ebenso Auszüge eines Screenshots geschickt, der den Download-Ordner eines dieser Kunden zeigt. Sie behaupten, diese "Beweise" seien "überwältigend". Jedoch haben sie keinerlei Beweismaterial für die anderen 16 Accounts geliefert. Weiter haben sie nicht bewiesen, dass ein Download stattgefunden hat oder dass der Shared Folder zu der genannten IP gehört."

Alex Zubillaga vom Label Warner macht immerhin Hoffnung auf einsetzende Denkprozesse:

"Wir müssen Innovationen bringen und neue Wege finden, Kunden anzusprechen. Wir hatten es mit der CD zu lange zu gut, sind dadurch verzogen worden und reagierten nicht auf den technologischen Wandel."

Bookmark and Share

11 Reaktionen aus dem gulli:Board

Dieselhorst am 19.01.2007 20:53:13:
najo wenn man an das blatt nicht kommt muss man sich eben zur wurzel hinauf/hinunter-arbeiten... gratulation ifpi .. ich würd mir ja überlegen, wie ich es dem endverbraucher schmackhafter mach, die daten (musik..) z...

Biegel am 20.01.2007 09:59:50:
Hallo, die spinnen ja wohl nun völlig. Die nehmen sich immer wieder neue Rechte raus.... Dann müssen sich die Musiker in Zukunft statt mit 10 Mio mit 1 Mio zufrieden geben. Wenn ein Musiktitel 1-5 Cent kosten würde, dann hätte ich Interesse an einem legalen Download. Ich lasse mich jedenfall...

stustiguz am 20.01.2007 10:51:35:
oh ja die zeit wird kommen und ein virus wird weltweit alle provider und rechner abschalten. nur die von der gema, ifpi, nsa und der cia werden weiterlaufen und somit werden allen gefahrenpotentialen die hähne abgedreht. die musik um uns dreht sich weiter und sauger treffen sich in den platten- und...

 

© 1998-2010 gulli.com | Suche

Seite druckenArtikel empfehlengulli RSS News Feedsgulli twittertgulli:NewsletterSeitenanfang

Suche

Verwandte News

IFPI will schwedischen ISP verklagen
IFPI: Musikverkäufe laufen trotz P2P prächtig
IFPI: 25.000 Filesharerklagen 2007 in Deutschland
IFPI-Chef Kennedy dreht bei: Kulturflatrate doch in Sicht?