|
28. November 2006
Ichsagenein.de Protest gegen Killerspiel-Verbot, Überwachung und ZensurGegen alles, was schlecht ist: Große Bögen schlägt die Aktion "Ich sage nein", die zum Protest gegen die Beschneidung der Meinungsfreiheit, den laufenden Abmahnwahnsinn, die zunehmende Überwachung und die geforderten "Killerspiel"-Verbote aufruft. Alles auf einmal? Durchaus sinnvoll, denn nebeneinandergestellt ergeben die angeprangerten Misstände ein interessantes Bild. "Schluss mit der Beschneidung bürgerlicher Grundrechte auf Meinungs- und Entfaltungsfreiheit! Damit gehen die Macher der Aktion mit Experten konform. Im gestrigen Fachgespräch der grünen Fraktion zum Thema “Computerspiele: Was wird hier gespielt?” gibt netzpolitik die Forderungen Sabine Eders von der Gesellschaft für Medienpädagogik und Kommunikationskultur wieder: " - Schule hat Chancen, nicht nur Ort für leistungsvermittlung, auch Ort um soziales Miteinander zu lernen, es gibt schnell Verlierer (siehe Amokläufer), Schule muss Raum für Persönlichkeitsbildung werden, Schule habe dies zu leisten Man wird damit rechnen können, dass diese Forderungen in manch einer Theoriedebatte vorgetragen werden. In der Praxis hingegen wird im Nachhinein festgestellt, dass in den vergangenen vier Jahren 16.000 Lehrerstellen weniger als erwartet besetzt wurden. Für die kommenden Jahre drohen Lehrermangel und vor allem die Folgen fehlender bzw. unzeitgemäßer fachlicher und pädagogischer Qualifikation. Statt dem Ruf nach der Verbesserung der Zustände in Jugend- und Bildungseinrichtungen werden die Forderungen nach Killerspielverboten lauter. Und man darf gespannt sein, wie intensiv und folgenreich die Debatte über ein Verbot geführt werden wird. Aufschlussreich dürfte der Vergleich dann beispielsweise mit der Debatte um den Abmahnwahn sein, den Justizministerin Zypries im Mai mit der Forderung anstieß, die Gebühren der Erstabmahnung gesetzlich zu beschränken. Die Folgen nach sechs Monaten: keine. Insofern lohnt es sich durchaus, die großen Bögen zu schlagen, wie es "Wir sagen nein" tut. Das einzige Problem wird einmal mehr sein, dass die Aktion im Netz offene Türen einrennt und offline ohne Wirkung bleibt, wie viele andere Plattformen auch. "Jeder kann sich beteiligen, schickt uns Stellungnahmen eurer Lokalpolitiker pro oder contra Killerspielverbot, erweiterte Forenhaftung oder Vorratsdatenspeicherung. Schickt uns Links zu interessanten Artikeln oder schreibt selber über eure Erfahrungen mit diesen Themen und postet sie im Forum. Schreibt über eure Erfahrungen mit bestimmten Spielen, damit andere Betroffene wie Eltern oder Lehrer sich ein Bild darüber machen können, wie dieses oder jenes Spiel wirklich aussieht. Schreibt, wenn ihr selber bereits negative Erfahrungen mit der Einschränkung der Meinungsfreiheit in eurem eigenen oder einem anderen Forum gemacht habt", ruft die Aktion auf, und man sollte ergänzen: nicht nur im Forum. Besser noch offline - Lokalpolitikern, Eltern, Lehrern. Damit diese sich ein Bild machen können. Verwandte News
Trackbacks
|