gullinews am Donnerstag, 08.11.2007 14:13 Uhr
Hushmail pries die einfache, standardmäßige starke Kryptografie, die beim Hushmail-internen Mailwechsel automatisch zum Einsatz kommt. Nach Diffie-Hellmann werden Mails per Java-Applet bereits auf dem sendenden Rechner verschlüsselt und erst dann auf die Server Hushmails übertragen. Was sicher sein sollte, ist es indessen jedoch nicht unbedingt.
Wegen Handel mit Anabolika und Steroiden wurde gegen zwei User von Hushmail-Accounts ermittelt, und offenbar war Hushmail in der Lage, die DEA mit Klartext-Emails zu versorgen. Weniger ernüchternd wäre der Vorfall, ginge es um Kommunikation zwischen einem Hushmail- und einem Nicht-Hushmail-Account - da in dem Fall nicht zwingend verschlüsselt wird. Dass sogar die interne Kommunikation offen gelegt werden konnte, wirft ein extrem schlechtes Licht auf Hush und ihr Krypto-Mailangebot.
Denn auf irgend eine Weise müssen die Schlüssel oder die Klartexte der Mails seitens von Hushmail ermittelt worden sein - vermutet wird beispielsweise ein Zugriff auf das clientseitige Java-Applet, welches für die Verschlüsselung zuständig ist.
Auf eine Datenanforderung durch Strafermittler kann Hushmail unterschiedlich reagieren - konsequent wäre es gewesen, die verschlüsselten Botschaften herauszugeben, falls überhaupt noch vorhanden, und dem DEA das Problem zu überlassen, PGP zu knacken (was nach gängigem Wissensstand unmöglich ist). Stattdessen hatte man offenbar die eigenen Kunden abgehört.
Der Mailwechsel zwischen osocabro@hushmail.com und glpinternational@hushmail.com wurde so im Klartext für die Ermittler zugänglich. Noch schlimmer: Hushmail gab auch IP-Logs an die Ermittler weiter, mit denen über die Provider anschließend die Identität der Postfachinhaber aufgeklärt werden konnte. Ein Anbieter wie Hushmail sollte diese eigentlich nicht lange speichern, bzw. dürfte sie dem eigenen Anspruch nach nicht einmal aufzeichnen.
Und wenn man schon beim Aufdecken von Identitäten ist: Bakersfield.com veröffentlichte die PDFs zum Ermittlungsverfahren und hielt es nach all der erschnüffelten Information nicht mehr für nötig, Realnamen, Adressen oder Telefonnummern zu schwärzen. Aber darauf kommt es nun vermutlich auch nicht mehr wirklich an.
So gilt weiterhin: Sichere Verschlüsselung findet auf dem heimischen Rechner statt: mit einer PGP/GPG-Lösung, die als Open Source verfügbar ist. Allen anderen Methoden sollte man misstrauen.
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13ACAB12 am 16.01.2008 23:12:46: |
MSX am 17.01.2008 00:03:32: |
20hz am 17.01.2008 07:17:37: |