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21. Mai 2008

Holland SceneAccess und NFOrce durch BREIN gefährdet

Der private BitTorrent-Tracker SceneAccess wurde jetzt zur Zielscheibe der holländischen Antipiratenorganisation BREIN. Der Hoster NFOrce hat den Mitarbeitern von BREIN nach vorheriger Einsweiliger Verfügung die Kontaktdaten des Trackers ausgehändigt. Es stellte sich aber schnell heraus, dass diese gefälscht waren. Beim Hoster sind noch mehrere andere Sites untergekrochen, nachdem bei LeaseWeb die Luft zu dünn wurde. NFOrce war auch der Anbieter, auf dessen Servern bis zum Bust der BitTorrent-Tracker OiNK untergebracht war.

Parallel zum Angriff auf Mininova scheinen sich die Verantwortlichen bei BREIN jetzt den niederländischen Hoster, die dort untergebrachte Warez-Datenbank NFOrce.nl und den Bittorrent-Tracker NFOrce vorzunehmen. Auf die Anfrage bezüglich der Identität der Administratoren von SceneAccess hat der Hoster zunächst nicht auf den Schriftverkehr reagiert. Nach Eingang der Einstweiligen Verfügung wurden bei SceneAccess die Stecker gezogen, mit BREIN hatte das angeblich nichts zu tun.

Auch die Aussage, SceneAccess wäre mittlerweile ins Ausland abgewandert konnte die Weitergabe der Daten nicht verhindern. Die angegebene Adresse des Kunden war allerdings nicht real. Auch wenn für die Piratenjäger Kosten entstanden sind, so werden sie trotzdem froh sein, dass der Druck auf den Hoster nicht ohne Auswirkungen blieb. Die restlichen Sites werden trotz des abgesagten Gerichtstermins heute ebenfalls früher oder später das Weite suchen. Die Tatsache, dass bei den Hostern lediglich die Torrent-Dateien vorliegen und man sich so in den Niederlanden in einer juristischen Grauzone befindet, konnte und wollte BREIN bislang nicht vom Gegenteil überzeugen. Sie verlangen noch immer die Herausgabe der gültigen Kundendaten. In Anbetracht der Tatsache, dass der Hoster Geld für seine Dienste erhalten hat, dürfte es im Normalfall ein Leichtes sein, die Identität preiszugeben, wenn man nur wollte.

Im Moment lagern die Daten von SceneAccess vorübergehend woanders, jegliche Informationen beim holländischen Hoster wurden gelöscht. Noch seeded der private Tracker, BREIN ist zwar gelungen die Übeltäter aus ihrem Heimatland zu vertreiben. Ein Sieg auf ganzer Linie hätte aber anders ausgesehen: Dann hätte man die Hintermänner bestrafen und verhindern können, dass der Tracker nach der kurzen Pause noch immer funktioniert.

Für die holländische Filesharing-Szene wird das Szenario allerdings ein umfangreiches Nachspiel haben. Auf Dauer wird man nach einer neuen Nation als BREIN, filesharing, peer-to-peersicherer Hafen Ausschau halten müssen.

(Via Torrentfreak, thx!)

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