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01. September 2008
Hessen Nachbar in Uniform oder Blockwart reloaded?Durch die malerische Gemeinde Altenstadt im Regierungsbezirk Darmstadt fließt die Nidder. Ansonsten gibt es von dort aktuell weniger idyllische Nachrichten zu vermelden. Innenstaatssekretärin Oda Scheibelhuber hat letzten Freitag vier "Nachbarn in Uniform" ihre Dienstausweise überreicht. Die Aufgaben der Freiwilligen Polizeihelferinnen und -helfer erstrecken sich von Präsenz zeigen, Sachbeschädigungen vermeiden, mögliche Straftaten beobachten und diese der örtlichen Polizei melden. Bekannt wurde die Aktion durch den law blog des Düsseldorfer Fachanwalts für Strafrecht, Udo Vetter. Die Website des Hessischen Ministeriums des Inneren (und für Sport) ist voll des Lobes: "Nach Beendigung ihrer Ausbildung, die sie im Juni diesen Jahres begonnen hatten, werden die Polizeihelferinnen und -helfer nun künftig unter dem Motto 'Präsenz zeigen-Beobachten-Melden' auf den Straßen und Plätzen in Altenstadt anzutreffen sein. Sie werden als 'Nachbarn in Uniform' künftig vor allem im Bereich des Bahnhofs, der Limesschule, dem Industriegebiet Waldsiedlung sowie in verschiedenen Wohngebieten, unter ihnen auch die Stadtteile Oberau und Höchst, ihren Dienst versehen. Besonderes Augenmerk bei den Streifengängen gilt der Verhinderung von Sachbeschädigungen."
Die Freiwilligen Blockwärter im Alter von 39 bis 59 Jahren sollen mögliche Straftaten reduzieren, die subjektiv wahrgenommene wie auch die objektive Sicherheit erhöhen, und Ansprechpartner für die Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde sein. Sie dürfen sogar die Identität von Personen feststellen und Platzverweise erteilen. "Für Ihre Bereitschaft, Verantwortung in der Gesellschaft zu übernehmen und sich aktiv für die Sicherheit ihrer Mitbürgerinnen und Mitbürger einzusetzen, gebührt Ihnen Dank und Anerkennung", so Staatssekretärin Oda Scheibelhuber und Bürgermeister Syguda. Diese bedankten sich bei den freiwillig wie auch ehrenamtlich agierenden Polizeihelferinnen und Polizeihelfern für ihren künftigen Einsatz. Die Ausbildung des Freiwilligen Polizeidienstes umfasst 50 Unterrichtsstunden mit theoretischen und praktischen Ausbildungsinhalten. Der Dienst soll jeweils maximal 20 Stunden im Monat umfassen. Eine Prüfung der psychischen Eignung der Helfershelfer der Polizei wurde dem hingegen nicht bekannt gegeben. Man darf sich also getrost die Frage stellen, mit welchen Motiven die Personen einen derartigen Dienst verrichten wollen. Udo Vetter zumindest schwankt bezüglich der Titelgestaltung seines Blogeintrages noch: "(...) Blockwart reloaded gefällt mir auch." Zur Erläuterung: Die Bezeichnung Blockwart wurde in der Zeit des Nationalsozialismus von der Bevölkerung als Sammelbegriff für meistenfalls rangniedrige Funktionäre der NSDAP und ihrer Nebenorganisationen benutzt, mit denen sie in ihrer unmittelbaren Umgebung in Berührung kamen. Der Name leitet sich vom innerstädtischen Bau- oder Wohnblock ab. (Ghandy) (via law blog, hmdi.hessen.de & de.wikipedia.org, thx!) (Bildquelle: Der Blockwart, thx!) Verwandte News
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irgendwie habe ich so das gefühl das sich diese blockwarte garnicht da hintrauen wo es wirklich angebracht wäre. zb in sozialen brennpunkten diverser großstädte. stattdessen werden ein paar kleinstadt-jukies vom bahnhof verscheucht oder 15€ für eine fallengelassene zigarettenkippe in der fußgängerzone kassiert. BigBox am 02.09.2008 00:36
Zitat: Zitat von Wandang dann sollen sie mehr polizisten anheuern (wenn keiner mehr polizist werden will muss es vermutlich am image liegen ) oder auf die zivilcourage setzen die bei manchen, wie zb mir noch vorhanden ist. gabs sowas in der nächsten stufe, wie gegenseitige bespitzelung nicht auch in der DDR? schöne vorstellung. aber mal ernsthaft, nicht jeder mensch kann mit macht umgehen Yoyo ... Kabummski am 02.09.2008 03:25
Zitat: Zitat von BigBox irgendwie habe ich so das gefühl das sich diese blockwarte garnicht da hintrauen wo es wirklich angebracht wäre. zb in sozialen brennpunkten diverser großstädte. stattdessen werden ein paar kleinstadt-jukies vom bahnhof verscheucht oder 15€ für eine fallengelassene zigarettenkippe in der fußgängerzone kassiert. genau das ist der witz bei der sache, und generell bei den ... gumb3L am 02.09.2008 13:49
Bekannt wurde die Aktion durch den law blog des Düsseldorfer Fachanwalts für Strafrecht, Udo Vetter. Lachhaft, der Spinner hätte das im Darmstädter Echo lesen können. Bei und gibt es das schon seit Jahren und hat sich bewährt. Benzoxazolon am 02.09.2008 14:10
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