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04. Juni 2007

HD-Kopierschutz AACS wegen Patentverstößen verklagt

Unknackbar sollte er sein, der CSS-Nachfolger AACS, der das Kopieren von HD-DVDs und BluRay-Discs verhindern sollte. Mit enormem Aufwand entwickelt, war das System geknackt, noch bevor es sich am Markt durchsetzen konnte, neue Keys wurden schneller veröffentlicht, als DVDs mit den frischen Schlüsseln auf den Markt kamen. Das Debakel weitet sich nun noch auf anderen Fronten aus: der Krypto-Hersteller Certicom klagt nun gegen Sony wegen Patentverletzungen.

Die Position Certicoms im möglichen Patentrechtsverfahren sei sehr stark, so der CEO Bernard Crotty. Das auch bei AACS eingesetzte "Elliptic Curve Cryptography"-System basiere auf Konzepten, auf das Certicom 2003 ein Patent zugesprochen bekam, eingereicht wurde der Antrag bereits im Jahr 2000. Die Technik basiert auf Konzepten, die bereits 1993 zum ersten Mal von einem der Entwickler publiziert wurden.

Certicom sei durchaus bereit, die Technik an Sony zu lizenzieren, falls sich Sony sträube, wolle man die Sache indessen vor Gericht ausfechten. Die finanzielle Basis für ein Verfahren sei vorhanden, so Certicom, auch wenn das verfahren - wie prognostiziert wird - bis zu zwei Jahre lang andauern dürfte. In beiden Szenarien fallen für Sony nochmals Kosten an - für die letzten Endes der Konsument der HD-Medien bezahlen wird.

Die "unknackbare" Verschlüsselung hat sich damit letzten Endes komplett diskreditiert. Angesichts der Tatsache, dass sie ohnehin schon geknackt ist, erscheint es absurd, dass Sony Geld für ein Gerichtsverfahren oder aber Lizenzgebühren ausgeben sollte, um eine wirkungslose Technik einsetzen zu können. Auf der anderen Seite - es wäre nicht das erste Mal, dass gutes Geld für eine schlechte Technik ausgegeben wird, dem im Anschluss noch lange weiter Geld hinterhergeworfen wird - ansonsten man ja zugeben müsste, dass man sich von Anfang an verkalkuliert und sinnlos die Kohle verbrannt hat. Die Kunden werden es ja zahlen.

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