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09. Juli 2007
Harte Zeiten für Raubkopierer Libanon übt NormalitätWenn über den Nahen Osten gesprochen wird, geht das meist nicht ohne die Erwähnung von Toten oder Verletzten. Doch es gibt auch in dieser Weltgegend sowas wie Normalität, und das ist nicht ganz unerfreulich. Aus dem Libanon berichtet etwa die Tageszeitung Daily Star in ihrer heutigen Ausgabe über den größten Schlag gegen professionelle Urheberrechtsverletzer in der Geschichte des Landes. Die offiziellen Zahlen lassen sich sehen: geschätzte 100.000 Datenträger mit illegalen Kopien von Software, aber auch Musik und Filmen wurden am Donnerstag von kleineren Bulldozern und Dampfwalzen unter den erfreuten Augen von Vertretern der Rechteinhaber und Sicherheitskräften öffentlichkeitswirksam zerstört. Der Marktwert der zerstörten illegalen Kopien wird auf 3 Millionen Dollar geschätzt.
Weiterhin seien 80 Maschinen beschlagnahmt worden, die zur Herstellung der Kopien genutzt wurden. An sich ist diese Technik im Libanon nicht illegal. "Computer, mit denen CDs und DVDs kopiert werden, sind wie Küchenmesser", erklärte der Beamte aus der Abteilung für Computer- und Wirtschaftskriminalität weiter. "Man kann sie benutzen, um Brot damit zu schneiden oder mit ihnen Verbrechen begehen." Der Libanon, in dem nach BSA-Angaben beinahe 3 von 4 eingesetzten Programmen illegalen Ursprungs sind, war in der Vergangenheit immer wieder von den einschlägigen Verbänden, darunter auch die für Filme zuständige Motion Picture Association und die IFPI, kritisiert worden; die weite Verbreitung illegaler Kopien ist zudem ein Hindernis für den Beitritt des Landes zur Welthandelsorganisation WTO, 2006 ist laut BSA ein Schaden von 37 Millionen Dollar entstanden. "Libanons Ruf als Geburtsstätte von Erfindern und Schöpfern wird gefährdet durch Individuen und Unternehmen, die auf schnellen Gewinn aus sind. Die libanesischen Behörden werden die ausufernde Piraterie nicht mehr dulden", kündigte der namenlose Beamte an. Die entsprechenden Bemühungen des Libanon waren im vergangenen Sommer durch den Krieg Israels gegen die von libanesischem Territorium aus operierende klerikalnazistische Hisbollah verzögert worden. Trackbacks
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