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22. November 2006
Hart aber gerecht Ironiedetektoren dringend gewünschtAls hervorragend laufende, "virale Kampagne" betrachtet die Zukunft Kino Marketing ihre Initiative "Hart aber gerecht". Verballhornungen der Anzeigenmotive sollten aber eindeutig als Satire erkennbar sein, andernfalls könnte sich die ausführende Agentur z-pr melden und einen Satirehinweis fordern. Wie er in einem Newsbeitrag auf gulli.com bis vor kurzem nicht gesetzt war und nachgetragen werden musste. Lobenswert: die Problematik wird freundlich am Telefon erklärt und nicht per Anwaltsschreiben.
"Ah, Raubkopierer" - eine Satireaktion auf die ZKM-Kampagne überspitzt die Motive der "Hart aber gerecht"-Initiative teilweise drastisch. Zum Motiv mit dem Elektrischen Stuhl, welches Stein des Anstoßes auf gulli.com wurde, kommentiert die Aktion: "Auch dieses Motiv bedient sich der oben genannten Übersteigerung des zu erwartenden Strafmaßes. Es wird ein elektrischer Stuhl aus dem amerikanischen Gefängnis St. Quentin abgebildet, der als Analogie zu einem Kinosessel dienen soll. Mit dem Slogan "Kinosessel sind bequemer." soll gezeigt werden, das ein Kinobesuch deutlich besser ist, als die zu erwartende Strafe auf dem "unbequemen" elektrischen Stuhl, also eine klare Anti-Raubkopierer-Aussage."
Das Problem ist indessen zum Teil hausgemacht - die Drastik einiger der Kampagneninhalte stieß vielfach auf Kritik. Todesstrafe für Filesharer - dass diese Drohung für ein echtes Kampagnenmotiv gehalten wurde, dürfte auch damit zusammenhängen, dass die ZKM-Kampagne beispielsweise mit der ebenfalls unrealistischen Drohung an die Kopierer arbeitete, für eine Handvoll heruntergeladener Filme jahrelang in den Knast zu wandern. Was auch bei der ZKM eingesehen wurde. Mit neuen, ästhetisch durchaus ansprechenden Motiven kam man von den kaum verhohlenen Vergewaltigungsdrohungen früherer Clips und Motive ab. Die jüngsten Motive schlagen bei der Strafandrohung indessen realistischere Wege ein. Geld- und Bewährungsstrafen, die im letzten Jahr wegen Urheberrechtsverstößen verhängt wurden, sind das Anzeigenthema.
Womit die ZKM im direkten Vergleich mit der Konkurrenz wieder ein Stück weit zurückfallen dürfte. Hochskalierte gerasterte Bilder mögen stylish daherkommen - die Ästhetik der Tarnungs-Kampagne haben sie keinesfalls. Vom Spassfaktor ganz zu schweigen, verglichen mit den Motiven der Satiriker. Womit eigentlich ein solides Instrument zum Eliminieren der Verwechslungsgefahr vorhanden wäre. Sind Clip oder Bild lustig: Vorsicht, Satire. Die Alternative zum Lachtest gibts leider nur für den Firefox. Verwandte News
Trackbacks
wobei ich das bild mit dem kind und dem slogan "als kinderschänder sind sie besser dran" am besten fand. es war so traurig, dass es eigentlich wieder zum lachen war (sofern man extrem schwarzen humor hatte) aber es hat auch die übertriebene kampagne gegen kunden aufgezeigt, sowie auch die zu niedrigen strafen für kinderschänder StaTiC am 22.11.2006 20:44
LOL Das kommt davon wenn man für seine Artikel im Internet nach Bildern sucht. Sehr schön auf den Punkt gebracht! Ghandy am 23.11.2006 08:08
Können die mal mit dem Scheiß aufhören Was soll denn das?? witzig haha Ne mal im ernst was glauben die denn, wie weit soll das ganze Spieöchen denn noch gehen ?? Kommune 1 am 25.11.2006 07:24
Als vor einigen Monaten gross auf der ersten Seite Nazis gezeigt wurden, die gerade irgendwelche Leute an die Wand stellen und abknallen, mit dem Untertitel das Raubkopierer somit ihre gerechte Strafe erhalten, dachte ich ich sehe wohl nicht richtig! - ich war ganz kurz davor mich an offizieller Stelle über diese bodenlose Geschmacklosigkeit zu beschweren. Leider wusste ich nicht an wen ich mich damit wenden soll, und daher habe ich aus Protest ... ludwighagen am 25.11.2006 13:24
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