gullinews am Donnerstag, 20.11.2008 21:49 Uhr (Rating: 



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Es begann mit einer Schwebebahnfahrt. Schon das Intro machte im November 1998 deutlich, dass Half-Life kein gewöhnlicher Shooter (damals sagte man noch "3D-Actionspiel") ist. Denn die Einführung in das Spiel, eine zusammenhängende Fahrt in den riesigen Black Mesa-Forschungskomplex, die dem Spieler die gewaltigen Dimensionen von Level und Spiel gleich zu Anfang vor den Latz knallte, war komplett in der Spielengine gescriptet. Andere Spiele in dieser Zeit erzählten in vorgerenderten Zwischensequenzen, Half-Life ließ den Spieler in der simulierten Welt, ermöglichte ihm, die Ereignisse aus eigener Perspektive mitzuerleben.
Half-Life benutzte eine stark aufgebohrte Version der Quake-Engine, war jedoch im anbrechenden Zeitalter von Direct3D mit durchschnittlichen Prozessorentakten von 200 MHz beileibe kein technisches Wunderwerk, grafisch war das im selben Jahr erschienene Unreal überlegen. Dafür konnte Half-Life eine stimmige, zusammenhängende und spannende Geschichte erzählen wie vorher kein anderer Shooter. Hauptprotagonist Gordon Freeman kämpfte gegen eklige Headcrabs, Combine-Soldaten und Vortigaunt-Aliens in abwechslungsreichen Umgebungen und musste dabei eine Verschwörung aufdecken, um zum Schluss des Spiels vom mysteriösen G-Man vor eine folgenschwere Entscheidung gestellt zu werden.
Der erste Half-Life-Teil war, genau wie seine Nachfolger, ein Kracher. Das Spiel erhielt Traumwertungen (MetaCritic-Durchschnitt: 96%) und verkaufte sich nach Angaben von Valve weltweit 20 Millionen mal. Auch der weitere Einfluss des Spiels kann gar nicht überschätzt werden: Half-Life war ein Titel, der einer der Grundsteine für die weltweite Modderbewegung war, technischer Vater des als Hobbyprojekt begonnenen Counterstrike und natürlich auch der Vorgänger des gleichsam bahnbrechenden Half-Life 2, das sich mit exzellenter Spielphysik, einer toughen Alyx Vance und der Gravity Gun ins kollektive Spielergedächtnis einbrannte.
Für die Entwicklerschmiede Valve bedeutete das erste Half-Life den bestmöglichen Start in eine Zukunft als Schwergewicht im Spielesoftwaremarkt. Neben der puren Spieleentwicklung (neben der Half-Life-Serie auch Team Fortress, Portal, Left 4 Dead, Counterstrike) konnte man sich später auch mit der Lizenzierung des stetig weiterentwickelten Grafikgerüsts Source Engine (etwa für Vampire: Bloodlines, Dark Messiah of Might & Magic) positionieren, die auch im aktuellen Titel Left 4 Dead ihren Dienst tut und technisch halbwegs auf der Höhe der Zeit ist. Nicht zu vergessen die Spieledownload- und Communityplattform Steam, welche nicht völlig kritiklos, aber dennoch als sehr innovativ anzusehen ist.
Nun, da Left 4 Dead veröffentlicht ist, kann sich die Spielergemeinde auf den hoffentlich im nächsten Jahr erscheinenden dritten Episodenteil der als Trilogie konzipierten Half-Life 2-Nachfolgereihe freuen, das Ende von Episode 2 war ja durchaus emotional. Irgendwann in den 10er Jahren wird dann vielleicht auch das "echte" Half-Life 3 erscheinen und die weltweite Spielergemeinschaft aufklären, ob an den Gerüchten etwas dran ist, dass der G-Man tatsächlich Gordon Freeman selbst ist, der aus der Zukunft zurückreist, um sein Gegenwarts-Pendant zu leiten.
Wem jetzt der Kopf schwirrt, der erhält die Möglichkeit, sein Half-Life-Wissen aufzufrischen. Anlässlich des runden Geburtstages kann man bis zum morgigen Freitag um 21:00 Uhr mitteleuropäischer Zeit Half-Life 1 auf Steam zum Preis von umgerechnet knapp einem Euro erstehen. Wem Steam zu blöd, das Angebot zu teuer oder das Spiel zu alt ist, erhält stattdessen hier eine Auffrischung: Half-Life in 60 Sekunden.
Übrigens: Ein unabhängiges Modderteam will Half-Life 1 in einer aktuellen Version der Source Engine komplett nachbauen. Das Projekt heißt Black Mesa, wir wünschen viel Erfolg. (fraencko)
(via 4players, danke!)
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dervolki am 21.11.2008 11:44:43: |
GESUCHTER am 21.11.2008 18:23:04: |
Lokalrunde am 21.11.2008 18:25:34: |