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02. Juni 2008

Handys als Helfershelfer der Ermittler, das iPhone als waschechte Datenkrake

Die Geräte wurden in den letzten Jahren immer leistungsfähiger und zudem kleiner. Aber umso mehr Daten diese von uns speichern können, umso besser können die Daten auch für die Ermittlungsarbeit von Polizisten benutzt werden. Im Gegensatz zu den Smartphones scheint sich Apples iPhone zu einem wahren Datenkraken entwickelt zu haben

Bei polizeilichen Ermittlungen wird es immer wichtiger, den technischen Geräten des Verdächtigten Informationen zu entlocken. Je komplexer die PCs, Handys und Smartphones werden, desto mehr Möglichkeiten hat die IT-Forensik um dort wichtige Beweise zu finden und festzuhalten. Vor allem die Flash-Speicher spielen dabei eine nicht unerhebliche Rolle. Oftmals werden bei Smartphones erst dann Daten auf dem Speichermedium tatsächlich gelöscht, wenn diese voll sind. Je nach Größe des Speichers bleiben so Informationen jahrelang erhalten.

Auch die SIM-Karte kann Ermittlern viele Details verraten. Dort werden zumindest die fünf zuletzt gewählten Nummern und der jeweilige Aufenthaltsort gespeichert. Das iPhone speichert mit seinem Datenhunger sogar mehrere hundert Anrufe und kann dementsprechend effektiv von den Beamten missbraucht werden. Auch die Einträge vom Adressbuch und die SMS werden oftmals nicht wirklich sofort aus dem Speicher entfernt. Problematisch wird allerdings die Tatsache, dass die Techniker die Daten im Zuge der Sicherstellung absolut nicht verändern dürfen, da diese sonst vor Gericht nicht mehr als Beweis gültig sind. Das nachträglich installierte Programm zum Auslesen des Mobilfunkgerätes kann allerdings schon als Eingriff in die Daten angesehen werden. Es existieren allerdings auch Programme wie Pandoras Box oder Hex-Dump, die dies ohne vorherige Installation tun können. Der Hersteller BKForensics bietet auf der eigenen Website nach vorhergehender Registrierung sogar eine kostenlose Testversion ihres Analysetools an. Mit Hilfe der Hardwarebox Twister inklusive 55 verschiedener Kabelsets für wirklich jedes Modell gänzlich aller Anbieter steht der Analyse der Hobby- und Profiermittler endgültig nichts mehr im Weg.

Schon letzten Sommer wurden Berichte publik, nach denen Handys auch hervorragend für eine lückenlose Überwachung eingesetzt werden können. Das Betriebssystem des Geräts wird durch den Empfang einer Service-SMS verändert und das Handy in eine tragbare Abhörstation verwandelt, die erst dann aufhört zu senden, wenn man die Akkus entfernt. Das FBI benutzt diese Variante bereits seit mindestens zwei Jahren. Im Jahr 2006 hat das FBI in New York nachweislich den Großen Lauschangriff per Handy gegen den ehemaligen Mafiosi John Ardito und seinen Anwalt Peter Peluso realisiert. Die entsprechende Technik steht in Europa ebenfalls längst zur Verfügung.

sim analyser, pandora, handy, mobileMan sieht also: gelöscht ist nicht gleich gelöscht. Bei der Benutzung moderner Technik kann man grundsätzlich nicht vorsichtig genug sein. Auch in dem Fall, wenn man wirklich nichts zu verbergen hat.

(via pcopen.de, thx!)

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