Handys abhören leicht gemacht: GSM-Knacken für jedermann

gullinews am Freitag, 22.02.2008 13:20 Uhr

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Das Abhören von Handygesprächen war bisher eine Sache von Polizei und Geheimdiensten - mit IMSI-Catchern musste man aufwändig Funkzellen simulieren, in die sich die zu belauschenden Mobiltelefone einbuchen. Auf der Blackhat-Konferenz wurde eine kostengünstige Alternative vorgestellt. Nötig dazu: Hardware und Rechnerleistung für weniger als 1000 Euro.

GSM überträgt die Mobilgespräche verschlüsselt: die Signale können zwar relativ einfach via Funkempfänger belauscht, aber nicht entschlüsselt werden. Die Methode von David Hulton und Steve Muller knackt die Verschlüsselung in einer halben Stunde. Finanzieller Aufwand: Größenordnungen unterhalb der Kosten bisheriger Geheimdienst-Materialschlachten.

An denen möchten die Hacker aber offenbar auch verdienen - denn eine schnellere Variante, die in unter einer Minute für Klartext-Mithören sorgen soll, ist bereits in Arbeit. Diese Technologie wollen die beiden kommerzialisieren - einige hunderttausend Dollar soll diese "Premium"-Version des GSM-Knackers dann kosten, und es dürfte klar sein, wer zu einem solchen Zweck Geldbeträge in dieser Größenordnung in die Hand nehmen kann.

Auch wenn die beiden sich damit nicht direkt die Hände schmutzig machen wollen - direkt an Geheimdienste und Ermittler will man nicht verkaufen. Primäre Kundschaft sollen Unternehmen sein, die die Software direkt mit passender Hardware verbandeln. Wen diese dann beliefern, kann man sich denken.

Eine Lösung ist in Sicht: ausgerechnet eine Firma, für die einer der Hacker arbeitet -  CellCrypt - stellt sichere Kryptolösungen für GSM-Telefonie her. Und so sehen die beiden ihre Technik auch als durchaus wichtige und nicht etwa schädliche Entwicklung an: dass GSM knackbar ist, sei schon seit Jahren bewiesen, und es sei das Problem der GSM-Netzbetreiber, seitdem die Hände in den Schoß gelegt zu haben. Etwas besseres als vermehrte Aufmerksamkeit für die Belauschbarkeit von Handygesprächen kann den Handynutzern unter diesem Gesichtspunkt gar nicht passieren.

Denn in der Tat wird eher selten eine Technik abgesichert, wenn sie nur mit großem finanziellem Aufwand geknackt werden kann - denn dann kann der Normalanwender keinen Nutzen aus den Sicherheitslücken ziehen. Ist einmal eine Lösung am Start, die es auch den Normalsterblichen erlaubt, eben mal mit Funkempfänger und Laptop vor dem Bundeskanzleramt oder diversen Unternehmenszentralen zu parken und das eine oder andere Gespräch mitzuschneiden, dann ist mit einer sicheren Lösung für den Massenmarkt eher zu rechnen.

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25 Reaktionen aus dem gulli:Board

assassin2912 am 29.09.2009 09:55:59:
hallo erstmal, ist ein ganz interessantes thema damit beschäftige ich mich schon länger. erstmal will ich anmerken das es natürlich nicht legal ist gespräche im gsm-netz von fremden personen ohne deren einverständnis zu belauschen oder dies nur zu versuchen. zum anderen ist es in deutschland zw...

c3p am 29.09.2009 10:09:21:
Und wenn man erstmal die Hardware hat kann man sich auch gleich an Tempest versuchen....

assassin2912 am 29.09.2009 10:23:25:
ja wobei das mit dem bauen immer so ne sache ist und man hat dan ja noch lange nicht die software. wie von den postern vormir schon oftgenug betont man kann die dinger sicher auch bei uns erwerben man muss sich nur zu verständigen wissn und das nötige bare haben. und bei der richtigen summe sind g...

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