Vier Monate Gefängnis für Spielshop-Angestellten
NAchdem es bereits in Großbritannien zu einem Urteil gegen einen Verkäufer von modchip-aufgerüsteten X-Box - Konsolen kam, konnte man ein ähnliches Urteil in den USA an sich täglich erwarten: mit dem Digital Millennium Copyright Act haben die Strafverfolger in Amerika ein probates Mittel in der Hand, die Rechte von Kunden fast beliebig zu beschneiden. Nun wurde Hitesh Patel zu vier Monaten Knast verurteilt: in einem Gameshop der Pandora's Cube - Ladenkette vertrieb er XBox-Konsolen, die mit Modchips ausgerüstet waren sowie bereits mit Spielen bestückte XBoxen.
Dass der Handel mit kopierten Games strafbar ist, mag dabei kaum jemand bestreiten. Auf der anderen Seite ähnelt der jetzige Fall dem Verfahren in Großbritannien: die kopierten Spiele scheinen weniger Stein des Anstoßes gewesen zu sein als vielmehr der Einbau der Modchips. Der Umbau der Konsole verstoße gegen den DMCA, der Einbau des Chips wird generell als Vorbereitung der Nutzung nicht lizenzierter Spielekopien betrachtet. Dabei ist gerade im Konsolen- und Gamingbereich der Anteil an zerkratzten oder sonstwie versehentlich beschädigten Datenträger vermutlich am höchsten. Schlimmer noch: einmal mehr wird ein Signal in die Richtung gesetzt, dass man als zahlender Kunde noch erwünscht ist - am erworbenen Gut jedoch keine vollständigen Rechte mehr erwirbt. Kaufen darf man - Umbau des neuen Eigentums ist dagegen verboten.
Das Bewußtsein, dass man sein Eigentum modifizieren kann, scheint zumindest in den USA wenigstens noch weit verbreitet. Die Ladenkette sei nicht das einzige Unternehmen dieser Art, welches Käufern ermöglicht, auch mit Spielkopien zu zocken - die meisten würden jedoch ein wenig verdeckter agieren als Pandoras Box, so Rick Hirsch von der ESA. Man habe aber nun ein Signal gesetzt. In der Tat - dahingehend, dass man von Kunden allenfalls Geld will und nicht bereit ist, im Gegenzug den Käufern die Rechte an der gekauften Ware zu übertragen.