Sein Motiv: prüfen, ob US-Militär oder NASA Kontakt zu Außerirdischen hatte
Der britische Hacker Gary McKinnon, der wegen des Einbruchs in über 100 Rechnersysteme des US-Militärs und der Nasa in Großbritannien angeklagt wird und dessen Auslieferung von den USA gefordert wird, hat sich erstmals im Interview zu seinen Aktivitäten geäußert: zur Sicherheit der Militärrechner einerseits und zu seinen Motiven, die Angriffe überhaupt zu starten. Man mag sich jedoch fragen, ob die Statements nicht eher dazu dienen sollen, ein Indiz für geistige Unzurechnungsfähigkeit zu liefern.
So fand er nicht nur ein System, in welchem das Adminpasswort einfach leer gelassen wurde - nein, per Imagebasierter Installation auf einer Vielzahl von Rechnern mit selber Hardware belief sich die Zahl der Computer ohne Passwortschutz auf einige 1000 - "Man musste nicht einmal Domänenadministratorrechte bekommen - da waren 5000 Rechner, alle mit einem leerem Sysadmin - Passwort
". Er habe aber praktisch nichts hacken müssen - die Systeme wären offen gewesen. Auch die Schäden, die er angerichtet haben soll, seien stark übertrieben: 300 User habe er auf einem System vielleicht tatsächlich einmal gelöscht - als er ein Batchfile laufen ließ, um seine Spuren zu verwischen, habe er es im falschen Verzeichnis gestartet. Aber die unterstellten 94 Netze, in denen er Schäden angerichtet haben soll, seien völlig übertrieben. Auch hier sind seine Angaben mit Vorsicht zu genießen: 5000 offene Rechner durchzusehen dürfte von keinem Gericht mit derselben Schwere bestraft werden als das Einbrechen in entsprechend viele, gut gesicherte Rechner.
Indessen sei das Einbrechen in die Militärnetze eine in erster Linie sehr langweilige Angelegenheit gewesen - nachdem er die Herrschaft über das System hatte, musste er ale Files nach Schlüsselwörtern zu Kontakten mit Außerirdischen scannen, was eine reine Routinearbeit gewesen sei.
Schlussendlich habe er Hinweise auf Ufos gefunden wie auch darauf, dass die USA Zugriff auf Antigravitationstechnologie hätten, was wiederum für ihn ein Indiz für das Beherrschen einer sogenannten "freie Energie" des Vakuums sei, die man für diese Technik benötige. Hier reiht sich McKinnon in eine lange Reihe mehr oder weniger gestörter Verschwörungstheoretiker ein: entsprechende Zwangsvorstellungen könnten gegebenfalls den letzten Ausschlag gegen seine Auslieferung sein - indem er sich nicht als militärisch motivierter Hacker, sondern harmloser Verschwörungsspinner präsentiert.
Klug wäre es allemal: in den USA drohen ihm bis zu 70 Jahre Haft.