Hacker-Tools: IT-Unternehmen wehren sich gegen Regierungsentwurf

gullinews am Freitag, 20.10.2006 15:25 Uhr

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Das geplante Verbot von sogenannten Hackertools behindere die Arbeit von Systemadministratoren und stelle eine Gefährdung für die Sicherheit von Rechnern und Netzwerken dar. Für eine Überarbeitung der geplanten Gesetzesverschärfung plädiert die Initiative pro-hackertools.de. Die Kriminalisierung behindere die Arbeit von Systemadministratoren, darüberhinaus werde ihr freier Informationsaustausch stark behindert.

"Die Bundesregierung hat einen Regierungsentwurf veröffentlicht, in dem "Hacker-Tools" unter Strafe gestellt werden. Dort heisst es wörtlich:

Wer eine Straftat nach § 202a oder § 202b vorbereitet, indem er
[...]
2. Computerprogramme, deren Zweck die Begehung einer solchen Tat ist, herstellt, sich oder einem anderen verschafft, verkauft, einem anderen überlässt, verbreitet oder sonst zugänglich macht, wird mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bestraft."

Die Initiative der Wavecon GmbH weist darauf hin, dass auch die IT-Systeme des Bundestages durch die zukünftig als kriminell betrachteten Tools von ihren Administratoren überprüft und geschützt werden. Sollte der geplante Entwurf zu Stande kommen, würde er langfristig die Sicherheit von IT-Systemen in allen denkbaren Bereichen gefährden.

Die Administratoren müssen sowohl in der Lage sein, die Sicherheit ihrer Systeme zu prüfen wie auch dazu, sich ohne Angst vor einer möglichen "Verbreitung" kriminalisierter Programme über Angriffsmittel und -methoden austauschen zu können. Eine Unterbindung des öffentlichen Austauschs über Programme und Sicherheitslücken wäre kontraproduktiv für die Absicherung von Rechnern und Netzwerken. Insbesondere würden Administratoren behindert, während Angreifern nach wie vor die Angriffsmittel zur Verfügung stehen - möglicherweise kriminalisierte Tools werden sich nach wie vor im Netz finden, während der Austausch über sie behindert wird.

Die Initiative fürchtet die "Schere im Kopf": Der geplante Gesetzesentwurf wird die Kommunikation in den jeweiligen Mailinglisten und Foren massiv behindern. Es könne jedoch nicht im Interesse des Gesetzgebers liegen, dass sich Systemadministratoren aus Angst vor Kriminalisierung nicht mehr die Werkzeuge programmieren und sich gegenseitig zur Verfügung stellen, mit denen sie ihre Systeme auf Lücken prüfen können. Der Gesetzesentwurf wird in dieser Form größte Unsicherheit an Orten schaffen, wo momentan noch ohne Angst vor Strafverfolgung ein Austausch über Sicherheitslücken und ihre Schließung stattfinden kann.

Eine Unterscheidung zwischen Programmen, deren "Zweck die Begehung einer solchen Tat" und jenen, deren Zweck in ihrer Verhinderung besteht, ist laut pro-hackertools.de nicht möglich: Administratoren benötigen diese Programme zur Prüfung der von ihnen betreuten Server und müssen ohne Angst vor Strafverfolgung über ihre Anwendung kommunizieren können.

Geschäftsführer und Systemadministratoren werden eingeladen, sich als Unterstützer der Initiative einzutragen. Weiter bittet pro-hackertools.de, an Justizministerin Zypries sowie die jeweiligen Bundestagsabgeordneten zu schreiben und sie auf die Gefahren und den fehlenden Sicherheitsgewinn des geplanten Gesetzes hinzuweisen.

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1 Reaktionen aus dem gulli:Board

gullinews am 20.10.2006 15:12:10:
Das geplante Verbot von sogenannten Hackertools behindere die Arbeit von Systemadministratoren und stelle eine Gefährdung für die Sicherheit von Rechnern und Netzwerken dar. Für eine Überarbeitung der geplanten Gesetzesverschärfung plädiert die Initiative pro-hackertools.de. Die Kriminalisi...

cemil am 20.10.2006 17:09:40:
ich lade an der Stelle nochmal alle Geschäftsführer und Firmeninhaber ein: Unterschreibt!...

 

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