gulli: gulli und GVU im Fachgespräch: Teil 2

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04. November 2008

gulli und GVU im Fachgespräch Teil 2

Die Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen (GVU) und die Redaktion von gulli.com im Dialog - zweiter und somit letzter Teil. Behandelte Themen der Fortsetzung: DRM & sonstige Gängelungen von Konsumenten, die Ausrichtung einer möglichen Kulturflatrate, Maßnahmen gegen anonyme Tauschbörsen und warum die GVU wenig Sinn in einem Dialog mit der Warez-Szene sieht. Am Ende des Fachgesprächs werden den Usern des gulli:boards zahlreiche Fragen gestellt, über die man mit den Vertretern der GVU offen diskutieren kann und soll. Wir wünschen allen Lesern gute Unterhaltung und einen konstruktiven Wortwechsel mit der GVU.

Wer den Anfang der Diskussion verpasst haben sollte: Den ersten Teil des Fachgespräches zwischen der GVU & gulli.com kann man hier nachlesen!

Lars "Ghandy" Sobiraj: Hat es jemals Versuche gegeben, mit den Mitgliedern der illegalen Warez-Szene in den Dialog zu treten? Halten Sie ein solches Vorgehen grundsätzlich für sinnlos, bzw. was würde dagegen sprechen?

Scharringhausen: Welches Ziel hätte so ein Dialog? Was kann damit erreicht werden? Soweit ich mich erinnere, hat Jochen Tielke mehrere Gesprächsangebote an verschiedene Protagonisten gemacht. Daneben hat er gulli auch zum Gespräch nach Hamburg eingeladen. Leider ist nichts daraus geworden.

Ehlers: Prinzipiell haben wir kein Problem damit, mit Mitgliedern der illegalen Warez-Szene zu sprechen. Auf der diesjährigen Games Convention habe ich mich mit Besuchern unterhalten, die nach eigenen Andeutungen früher der Szene angehört haben. Sie kritisierten, dass die GVU aktiv gegen Releaser vorgeht, woraufhin ich ihnen erklärte, dass die Releases eben nicht in der Szene bleiben, sondern die Vorlagen für illegale Geschäfte und massenhafte, illegale Downloads bilden. Vor diesem Hintergrund leuchtete ihnen unser Vorgehen augenscheinlich ein. Sie hielten dann dagegen, dass Saugstube und Co. aber zu den schönen Erinnerungen und ihrer Jugendkultur gehörten, weshalb sie nicht möchten, dass diese geschlossen werden. Besonders bemerkenswert fand ich an der Begegnung, dass mir der junge Mann von seiner noch jungen Selbstständigkeit als Webseiten-Macher erzählte und in diesem Zusammenhang meinte, die Designs würden zwar auch geklaut, aber zum Glück ließen die Kopierer wenigstens sein Copyright drauf. Sobald es ums Geldverdienen geht, macht Urheberrecht offenbar doch Sinn.

No Copy, Evrim Sen, Jan Krömer, KölnLars "Ghandy" Sobiraj: Im Rahmen der Buchvorstellung von "No Copy" war es dem Kölner Autor Evrim Sen leider vor über zwei Jahren nicht möglich, jemanden von der Warez-Szene vors Mikro zu bekommen. Das hing sicherlich damit zusammen, dass die Aktiven Angst hatten, im Rahmen der Veranstaltung demaskiert zu werden, weswegen ich letztlich stellvertretend deren Stimme erhob. Im Fall des 1-Live Hörspiels "Digital Underground" bestanden solche Probleme nicht. Aber im Gegensatz zur Publikumsdiskussion hatte sich für die Aufnahmen der Radiosendung auch niemand von der Staatsanwaltschaft Köln angekündigt. Grundsätzlich sollte man hinterfragen: Ein Dialog kann an sich aber doch nichts Negatives in sich tragen, oder? Und bezogen auf gulli sieht man ja: Die Parteien können absolut unterschiedliche Auffassungen vertreten, eine Kommunikation kann trotzdem gut funktionieren!

Wie wäre es, wenn die GVU eines schönen Tages nicht mehr der böse Rechtebeschneider und Verfolger der Raubmordkopierer, sondern ein Mittelsmann zwischen Filmschaffenden und -schauenden wird?  Unser Interview könnte ein erster Schritt in diese Richtung sein.

Ehlers: Wir würden uns freuen, wenn der gesellschaftliche Status von Immaterialgütern wie Filmen und Games so hoch wäre, dass diverse Schutzmaßnahmen überflüssig wären und wir uns operativ vollständig auf die echten Kriminellen konzentrieren könnten. Soweit ist die Gesellschaft aber nicht. Beim geistigen Eigentum scheinen viele nicht zu realisieren, dass dieses virtuelle Ding in der realen Welt von ebenso realen Menschen produziert wurde. Und diese Menschen wollen oder müssen mit ihrer Arbeit ihr Leben finanzieren. Vor diesem Hintergrund sehen wir uns auch nicht als Rechtebeschneider, denn ein Recht auf den Diebstahl geistigen Eigentums gibt es hierzulande nicht. Ebenso wenig ein Recht auf Privatkopien. Da "Privatkopien" in der Vergangenheit sehr häufig und sehr schnell die Sphäre des Privaten verlassen haben und millionenfach illegal verbreitet wurden, wehren sich unsere Mitglieder durch Schutzmaßnahmen, Verfolgungsstrategien und mit der Forderung nach möglichst starkem rechtlichen Schutz.

Grundsätzlich halten wir ein Miteinander von Film- und Games-Schaffenden und den Freunden solcher Werke für sinnvoll. Das muss aber auf Gegenseitigkeit beruhen. Denn letzten Endes können beide Seiten nicht aufeinander verzichten: Ohne zahlende Kunden gibt es über kurz oder lang keine Filmwirtschaft und keine Games-Entwickler mehr. Ohne die Filmwirtschaft und ohne die Entwicklerstudios - die beide für die Produktion tiefe Taschen und einen langen Atem brauchen - gibt es für Filmfans und Gamer keine Produkte mehr.

Games Convention, GVU, respect copyrightsLars "Ghandy" Sobiraj: Wie schätzen Sie Ihre eigenen Erfolge ein? Mit welchen Mitteln wollen Sie gegen die Schwarzkopien von noch nicht überwachten Quellen vorgehen? So z. B. gegen private Tauschbörsen, Warez per irc, One-Click Hoster, anonyme Tauschbörsen etc.?

Scharringhausen: Im Grunde genommen ist die Frage doch enttäuschend. Sie erwarten, dass wir auf Sie zugehen, aber selbst lassen Sie keine Bereitschaft dazu erkennen. Durch dieses Hase-und-Igel-Spiel setzen Sie die Freiheit des Internets aufs Spiel, die Sie doch alle haben wollen.

Lars "Ghandy" Sobiraj: Ich halte die Frage für absolut angemessen zumal die Problematik alleine durch die Verfolgung der Kopierer nicht beendet werden kann. Es wird nicht lange dauern und solche Möglichkeiten stehen im Internet vermehrt zur Wahl, was am Ende ihre Arbeit erheblich erschweren würde. Wer sich die rechtlichen Lücken in Deutschland oder dem westlichen Europa nicht mehr zunutze machen kann, wird mit seinen Angeboten ins Ausland abwandern, um diese dem deutschen Publikum Offshore anzubieten. An den Umsatzeinbußen der Industrie hat man dann nichts ändern können, am Grundproblem genauso wenig.

Wie steht Ihre Organisation zu den Themen: DRM, Kopierschutz von Audio-CDs, die diese auf älteren CD-Playern unlesbar macht, einer Länderkennung für DVDs oder zum Beispiel Rootkits? Sind das nicht alles Methoden, die die Konsumenten eher vom legalen Weg abbringen, als ihn dazu zu bewegen diesen zu verfolgen?

Ehlers: Bei einem legal erworbenen Produkt verstehen wir vollkommen den Ärger über Nutzungsschwierigkeiten wegen technischer Inkompatibilität oder Schwierigkeiten. Und es ist wichtig für uns und unsere Mitglieder zu erfahren, wo genau die Probleme liegen, damit an einer besseren Lösung gearbeitet werden kann. Bei zunehmend vereinfachten Möglichkeiten für verlustfreies Kopieren und Verbreiten innerhalb von Minuten besteht jedoch ein erhöhtes Schutzbedürfnis. Dies zeigen die gemachten Erfahrungen. Es gilt also, ein vernünftiges Gleichgewicht zwischen Schutz auf der einen Seite und Nutzbarkeit auf der anderen zu finden und immer wieder neu herzustellen.

Lars "Ghandy" Sobiraj: Was wird die Industrie tun, um den Verkauf der eigenen Materialien zu fördern? Die Abschreckung der illegalen Beschaffungsmittel - das alleine erscheint uns nicht der geeignete Weg zu sein.

Evrim Sen, No Copy, GVU, RaubkopienEhlers: Die Film- und die Games-Wirtschaft tun einiges, um die Attraktivität ihrer Produkte zu erhöhen. Dies reicht von künstlerischer und technischer Qualität - beim Film etwa neue Aufnahmeverfahren, die im Kino zu 2- oder 3-D Effekten führen und damit das Kinoerlebnis steigern. Das geht weiter über störungsfreiere Schutzsysteme, wie bei Games durch Online-Registrierung und dafür Verzicht auf bestimmte problematische Kopierschutz-Technologien. Und reicht bis zu Bonusmaterialien auf DVDs oder hochwertige Sondereditionen, um nur einige Beispiele zu nennen. Zudem werben die Branchen um mehr Verständnis für ihre Position durch Kommunikation. Darunter fallen beispielsweise Kampagnen, wie "Filmbefreier", "wir lieben Kino" und andere. Die Abschreckung der illegalen Beschaffung durch Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen ist nur eine Maßnahme unter vielen. Es ist die Maßnahme, für die in erster Linie die GVU zuständig ist.

Lars "Ghandy" Sobiraj: Wieso ist die GVU im Filmbereich augenscheinlich engagierter als in den Bereichen Software und Gaming?

Ehlers: Hier handelt es sich um eine irrige Wahrnehmung. Illegale Seiten verfügen in der Regel auch über eine Sektion Entertainment-Software oder sind sogar darauf spezialisiert. In der öffentlichen Wahrnehmung nehmen jedoch Urheberrechtsverletzungen bei aktuellen Kinofilmen einen wesentlich breiteren Raum ein. Das mag damit zusammenhängen, dass der Gaming-Markt immer noch sehr stark wächst. Viele denken deshalb, bei Games gibt es kein Problem. Das stimmt aber nicht. Daneben könnte auch der Veröffentlichungszeitpunkt illegaler Kopien eine Rolle spielen. Viele fragen, wie Filme ins Internet kommen, die auf DVD noch gar nicht erschienen sind. In gewisser Weise fasziniert es die Leute, dass Filme tatsächlich im Kino illegal aufgenommen werden. Dagegen läuft die Games-Piraterie in der Regel parallel zur legalen Auswertung.

Lars "Ghandy" Sobiraj: Verdient man gut bei der GVU, ist das ein Job mit Zukunft?

Scharringhausen: Die Antwort auf beide Fragen lautet "Ja".

No copy, die Kunst des CrackensLars "Ghandy" Sobiraj: Zudem: Wieso rühmt sich die GVU damit im Dezember 2007 durch Ihre Ermittlungen die Releasergruppe LEX zur Aufgabe bewegt zu haben, obwohl diese aus offensichtlich anderen Gründen pausierte und seit April 2008 wieder in vollem Umfang aktiv ist?

Scharringhausen: Wenn Sie die offensichtlich anderen Gründe so genau kennen sind wir sehr neugierig, diese zu erfahren. Für uns deutete letztes Jahr einiges auf unsere Interpretation hin.

Lars "Ghandy" Sobiraj: Nun, mir ist erst kürzlich das NFO zu einem LEX-Release "über den Weg gelaufen". Die Damen und Herren von LEX haben Ihnen sogar einen Teil ihres NFO-Files gewidmet:

"LEX is a game, GVU is a name. Play the game and forget the name."

Aber zurück zu unserer Diskussion: Welche Chancen geben Sie dem Thema Kulturflatrate? Wäre dies nicht eine Möglichkeit, das Problem endgültig aus dem Weg zu räumen? Wie genau müsste Ihrer Meinung nach eine solche Kulturflatrate beschaffen sein?

Ehlers: Was das Thema Kulturflatrate angeht, stellen sich mir viele Fragen: Wer und nach welchen Kriterien würde definieren können, sollen oder dürfen, was Kultur ist und was nicht - wofür also das Geld verwendet wird? Welcher Kulturbegriff soll hier zugrunde gelegt werden? Der ethnologische? Der bürgerliche? Der kunsthistorische? Ein ideologischer? Wo fängt Kultur an und wo hört sie auf? Wer soll alles von dem Geld bezahlt werden? Nur die Kreativen, oder auch die Filmvorführer, die Verleiher, die Kabelträger usw., nur hierzulande oder international?

Wie hoch müsste so eine Flatrate dann sein, wer könnte die dann noch bezahlen? Müssten alle den gleichen Betrag bezahlen oder soll das gestaffelt sein und wenn ja, nach welchen Kriterien?

Verbreitungspyramide, Raubkopien, GVUScharringhausen: Hinzu kommt: Wie soll mit dem Thema "aktuelle Kinofilme" umgegangen werden? Wie viele Leute zahlen eigentlich nicht GEZ-Gebühren und wie viele würden nicht die Kulturflatrate bezahlen? Das sind nur einige Fragen. Auch kritisch wäre, wenn man über die konkrete Umsetzung nachdenkt, z. B. die Frage des Datenschutzes: Wer möchte, dass von jedem Menschen grundsätzlich alle Informationen über das Nutzungsverhalten von Filmen, Musik etc. gesammelt wird - oder anhand welcher Kriterien soll bemessen werden, wer wieviel Geld durch die Kulturflatrate erhält? Und - wollen wir zusätzlich eine ähnliche Institution wie die GEMA, nur größer?

Lars "Ghandy" Sobiraj: Selbst der Ex-Manager von Pink Floyd, Herr Peter Jenner, hat sich öffentlich für die Einführung der Kulturflatrate ausgesprochen. Wie diese genau aussehen soll, müsste natürlich noch im Detail ausgearbeitet werden. Bleiben wir aber in der Zukunft - in diesem Fall wären die Aussichten allerdings weitaus weniger sympathisch:  In Ihrer letzten Pressemitteilung setzen Sie sich für Sanktionen gegen Filesharer durch die Anbieter des Internets ein. Die ISPs  sollen so u.a. die Bandbreite ihrer Kunden drosseln. Das widerspricht doch völlig dem Grundsatz der Netzneutralität der Carrier bzw. Internet-Provider. Wie stehen Sie dazu?

Ehlers: In der besagten Pressemitteilung setzen wir uns für ein abgestuftes Verfahren ein. In der Hauptsache geht es bei diesem Verfahren darum, dass illegal Downloadende zunächst per Warnmail auf die Illegalität ihres Tuns hingewiesen werden. Wir halten das für eine sanfte Methode und eine sinnvolle Ergänzung des bestehenden Instrumentariums. Wir denken, dass mit diesem Verfahren viele Downloader gut erreicht werden können: Zunächst einmal legt eine Studie des Londoner Unternehmens Entertainment Media Research nahe, dass 78 Prozent der befragten männlichen Teenager das illegale Downloaden infolge einer derartigen schriftlichen Warnung einstellen würden. Außerdem würden solche Internetnutzer, die aus Unwissenheit illegal getauscht haben oder deren Anschluss von Dritten für illegale Aktivitäten genutzt wurde, bei diesem Verfahren erst einmal aufgeklärt, ohne gleich strafrechtlich sanktioniert zu werden. Allerdings müssen am Ende auch weiterführende Sanktionsmöglichkeiten stehen, da Einige bekennendermaßen eben nicht mit dem illegalen Kopieren aufhören würden, wenn keine Konsequenzen zu befürchten sind. Wie genau solche Konsequenzen aussehen könnten, darüber möchten wir gern mit allen Beteiligten gemeinsam nachdenken und entscheiden. Die Drosselung der Bandbreite war beispielhaft gemeint, nicht als "muss".

Evrim Sen, No Copy, GVU, RaubkopienLars "Ghandy" Sobiraj: Für mich stellt sich die Lage ganz anders dar. In den vergangenen 10 Jahren ist schlicht und ergreifend eine Jugend herangewachsen, die sich aufgrund der mangelnden legalen Alternativen an eine illegale, weil simplere Beschaffung von geistigem Eigentum wie Filme, Musik, Hörbücher, Pornos etc. gewöhnt hat. Als Napster 1998 und später WinMX, morpheus , KazaA lite, edonkey 2000, BitTorrent und wie sie alle hießen aufkamen, hätte man spätestens reagieren und gute Shops mit bezahlbaren digitalen Produkten im Internet anbieten müssen. Den Zeitpunkt hat man gründlich verschlafen. Und anstatt jetzt das Übel an der Wurzel zu packen und für gute Angebote zu sorgen - da kommen die Rechteinhaber daher und verlangen nach mehr Kontrolle! Wir Nutzer sollen überwacht und bei Verstößen gegängelt werden; wer aber bitte kontrolliert die Industrie?

Nichts gegen die Demokratie, aber schon damals war in Bonn das höchste Gebäude der ehemaligen Bundeshauptstadt das Hochhaus mit dem Merzedes-Stern oben drauf. Ich muss doch hoffentlich nicht weiter ausholen und jetzt die Lobbyarbeit bzw. den Einfluss der Industrie auf unsere Politiker und deren Entscheidungen hinterfragen? Die oberste Trumpfkarte der Führungselite ist dabei noch immer, dass wenn die Politiker in Ungnade fallen, man anderenfalls mit der Produktion ins Ausland abwandert und die deutschen Arbeitsplätze weg fallen.

Aber ich denke mal, ich habe Sie und unsere Leser für den Augenblick ausreichend lange mit meinen Fragen und kritischen Aussagen beschäftigt.

Moschitto, Sen, Krömer, Sobiraj, Scharringhausen, GVU, No Copy

Foto vom 06. April 2006. Kölner Filmhaus: Diskussion mit Ghandy, Herrn Scharringhausen, Schauspieler Denis Moschitto und den "No Copy"-Buchautoren Evrim Sen und Jan Krömer (von links nach rechts) 

Herr Scharringhausen, Frau Ehlers:  Was würden Sie gulli denn gerne fragen? Immer heraus damit!

GVU: Warum ändert gulli seine Ausrichtung?

Lars "Ghandy" Sobiraj: Das ist schnell erklärt. Anfang Februar ist das Portal gulli.com und alle dazugehörigen Markenrechte von der fliks GmbH an das Wiener Unternehmen Inqnet GmbH veräußert worden. Wir als die neuen Betreiber von gulli.com haben uns nach einer gewissen Orientierungs- und Einarbeitungsphase nach langer Diskussion daran gemacht, gulli:share (One-Click Hoster) als auch die Börse zu schließen. Wir werden unseren Stellenwert als höchst kritische Instanz im Netz behalten und nehmen uns wie eh und je das Recht heraus, alle Misstände zu kritisieren, speziell wenn die Rechte der Konsumenten eingeschränkt oder diese abgemahnt werden. Als Anbieter eines Portals ohne Grauzone haben wir jetzt aber im Gegensatz zu früher die Möglichkeit, auf die Rechteinhaber zuzugehen, um mit diesen in den Dialog zu treten.

Manche Teilnehmer unseres Forums haben uns den Börsen-Close bis heute nicht verziehen. Diejenigen, die selbst eine Börse aufziehen wollen, müssen aber logischerweise auf die Popularität und den Namen gulli verzichten. Wir, die Inqnet GmbH, wollen auf dieses Geschäftsmodell nicht mehr zurückgreifen. Das ist auch der Grund warum wir bis zum endgültigen Abdrehen aller illegalen Hähne offiziell den gulli Community Verein vorgeschaltet haben.

Wie auch immer: Mit so viel aktiven Usern im g:b wird es auch künftig möglich sein kostendeckend zu arbeiten, ohne gleichzeitig Download-Links auf illegale Inhalte anbieten zu müssen - gulli.com wird in Zukunft stärker als bisher die Belange der Communitiy nach Außen vertreten und mit der neuen Ausrichtung ist dieses Anliegen einfacher oder besser gesagt erst möglich geworden.

Wer auch immer ein solch illegales Unterfangen realisieren will, muss auf die Inseln Antique und Barbuda, nach Honkong oder irgend wohin ziehen, wo er hofft, dass dort noch möglichst lange ein rechtsfreier Raum besteht.

Komme was wolle: gulli ist und bleibt jetzt in Wien! Basta!

An dieser Stelle endet das Fachgespräch zwischen den beiden Vertretern der GVU und der gulli:Redaktion. Wir sind damit aber noch lange nicht am Ende angelangt. Die restlichen Fragen der GVU wurden mit Absicht offen gestellt. Diese richten sich an euch - an die User vom g:b ! Das bedeutet: ihr seid jetzt an der Reihe! Frau Ehlers hat sich im g:b einen Account eingerichtet und wird mit euch, so weit ihre Zeit dies ermöglicht, über die Fragen und unterschiedlichen Lösungsansätze diskutieren.

In einigen Tagen werden wir versuchen, den Inhalt der wichtigsten Antworten von euch in einem weiteren Artikel zusammenzufassen. Wir hoffen so auf einen guten Austausch untereinander und eine für alle Beteiligten spannende Diskussion im gulli:Board  Von jeglichen Beleidigungen bitten wir komplett abzusehen. Wenn ihr den Gegner schlagen wollt, dann nur mit Argumenten. Jegliche Beschimpfungen unterhalb der Gürtellinie werden wir natürlich entfernen.

Fragen der GVU an die Mitglieder des gulli:Boards:

1.) Welche Vorstellungen haben Sie vom illegalen Markt? Sind die Nutzer und Ersteller illegaler Kopien Ihrer Meinung nach alles Teenager oder Robin Hoods oder gibt es da noch andere und wenn ja, welche Bedeutung kommt denen Ihrer Meinung nach zu?

2.) Welche Möglichkeiten, Wege und Strategien stellen Sie sich zur Eindämmung von Urheberrechtsverletzungen vor?

3.) Gibt es aus Ihrer Sicht kreative Leistungen oder Werke, die schützenswerter sind, als andere?

4.) Wie würden Sie die im Interview aufgeworfenen Fragen zur Kulturflatrate beantworten?

5.) Welchen Unterschied sehen Sie zwischen Information und Entertainment? Welchen Informationswert hat der neue Hit von Britney Spears oder der neue Batman-Film? Inwiefern trägt so ein Werk zur Bildung bei? Und wo steht, dass Information kostenlos erhältlich sein muss? Sind Tageszeitungen kostenlos?

6.) Würden Sie auf Dauer etwas produzieren oder schaffen, das Ihnen vielleicht Ruhm einträgt, aber keine finanzielle Anerkennung nach sich zieht? Und wenn ja, wovon leben Sie?

7.) Wie lässt sich das Gegenteil von einem "Raubkopierer" beschreiben?

8.) Finden Sie, dass geistiges Eigentum respektiert werden sollte? Wenn ja, wie könnte Ihrer Meinung nach dieser Respekt unterstützt und gefördert werden?

9.) Welches Ergebnis erwartet die Warez-Szene von einem möglichen Dialog mit der GVU? Welches Ziel hätte so ein Dialog?

Bilder: Stand auf der Games Convention & Verbreitungspyramide der Raubkopien: GVU. Alle anderen Bilder: Copyright by Evrim Sen - danke!!

Moschitto, Sen, Krömer, Sobiraj, Scharringhausen, GVU, No Copy

Noch ein Bild von der Lesung vom 6.4.06.

  • Zitat: Zitat von salat sniper  Richtig, PCs mit Internetzugang sind Anmeldepflichtig. http://www.gez.de/gebuehren/internet_pcs/ jo, ich frag mich, gibts eigendlich in deutschland noch leute die KEINE gez gebühren zahlen (sollten) ?

    da_raper am 09.12.2008 22:48
  • Zitat: Zitat von Destiny666  7 Milliarden? Wahnsinn! Und das ist der GEZ immer noch nicht genug? Wo pulvern die das Geld denn hin? Zitat: Zitat von http://www.gez.de/gebuehren/gebuehreneinzug/index_ger.html  Verteilung der Gebührenerträge 2007 auf die Rundfunkanstalten Rundfunkanstalt Gesamterträge *) in EUR Bayerischer Rundfunk 869.802.102,40 Hessischer ...

  • Liebe GUV, das Volk wehrt sich, und saugt Musik kostenlos, weil ALLES teurer wurde - dank unserer lieben Politikern und Bankern, die fett in ihre eigene Tasche wirtschaften. Und jetzt schieben wir den schwarzen Peter einfach weiter und sagen: Soll die Regierung darfür sorgen, daß die Leute wieder mehr netto haben, dann kaufen wir auch wieder Musik und und Filme. Ansonsten sagt das Volk - GENAU WIE UNSERE LIEBEN POLITIKER: "Wir würden ...

    congahonga am 19.12.2008 13:35
  • Zitat: Zitat von salat sniper  Fußball EM/WM EM = alle 4 Jahre WM = alle 4 Jahre

    Destiny666 am 19.12.2008 17:00
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