gullinews am Dienstag, 18.12.2007 12:29 Uhr
Auf eine bislang eher wenig beachtete Gefahr des staatlichen Datensammelwahns macht damit die britische Führerscheinbehörde aufmerksam. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis im allgemeinen Privatisierungswahn vorgeschlagen wird, die teure und unsichere staatliche Datenhaltung an Privatfirmen abzugeben, die das bekanntlich immer billiger und besser machen. So offenbar geschehen in der Führerscheinbehörde in Großbritannien.
Diese ließen die Datenhaltung über Führerscheinanwärter von einem Unternehmen im US-Bundesstaat Iowa erledigen. Dort ist nun eine Festplatte verschwunden, auf der Daten von drei Millionen Briten gespeichert waren. Darüber hinaus offenbarte die Behörde auch den Verlust der Daten zu 7.500 Fahrzeugen und den Namen und Adressen ihrer Besitzer. Diese gingen - wie fast schon gewohnt in Großbritannien - auf dem Postweg verloren.
Seit dem Verlust der Daten von 25 Millionen Kindergeldempfänger in Großbritannien ist die Diskussion um die Sicherheit staatlich oder EU-weit erfasster Daten der Bürger wieder in vollem Gange. Kritiker bezweifeln, dass die zahlreichen in Aufbau begriffenen oder geplanten zentralen Datenbanken vor solchen Pannen geschützt seien. Dass Public-Private-Partnerships oder die Auslagerung der Datenhaltung an Privatunternehmen eine schlechte Idee sein kann, hätte an sich von vorne herein bekannt sein können - dennoch ist es natürlich von Vorteil, wenn ein Amt mit einer solchen Strategie öffentlich auf die Nase fällt.
Am Rande: Die in Deutschland ab 2008 geplante Vorratsdatenspeicherung von Verbindungsdaten wird unter anderem dadurch gerechtfertigt, dass schließlich nicht auf staatlicher Seite gespeichert wird, sondern das von den Telefonie- und Internetprovidern selbst erledigt werden muss.
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zresu am 18.12.2007 16:49:13: |
B@tt0 am 18.12.2007 22:54:43: |
foxxy am 18.12.2007 23:05:47: |
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