gulli: Großbritannien: Weitere drei Millionen Datensätze verloren gegangen
18. Dezember 2007

Großbritannien Weitere drei Millionen Datensätze verloren gegangen

Vorbildlich verhält sich die britische Bürokratie: völlig uneigennützig und ohne Rücksicht auf den eigenen Ruf führt sie gerade anschaulich vor, warum sensible Daten nicht von Staats wegen zentral gespeichert werden sollten. Drei Millionen Datensätze von Führerscheinanwärtern sind weg. Pikanterweise verschwanden sie im US-Staat Iowa, wo eine Privatfirma mit der Speicherung beauftragt wurde.

Auf eine bislang eher wenig beachtete Gefahr des staatlichen Datensammelwahns macht damit die britische Führerscheinbehörde aufmerksam. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis im allgemeinen Privatisierungswahn vorgeschlagen wird, die teure und unsichere staatliche Datenhaltung an Privatfirmen abzugeben, die das bekanntlich immer billiger und besser machen. So offenbar geschehen in der Führerscheinbehörde  in Großbritannien.

Diese ließen die Datenhaltung über Führerscheinanwärter von einem Unternehmen im US-Bundesstaat Iowa erledigen. Dort ist nun eine externer Link in neuem Fenster folgtFestplatte verschwunden, auf der Daten von drei Millionen Briten gespeichert waren. Darüber hinaus offenbarte die Behörde auch den Verlust der Daten zu 7.500 Fahrzeugen und den Namen und Adressen ihrer Besitzer. Diese gingen - wie externer Link in neuem Fenster folgtfast schon gewohnt in Großbritannien - auf dem Postweg verloren.

Seit dem Verlust der Daten von 25 Millionen Kindergeldempfänger in Großbritannien ist die externer Link in neuem Fenster folgtDiskussion um die Sicherheit staatlich oder EU-weit erfasster Daten der Bürger wieder in vollem Gange. Kritiker bezweifeln, dass die zahlreichen in Aufbau begriffenen oder geplanten zentralen Datenbanken vor solchen Pannen geschützt seien. Dass Public-Private-Partnerships oder die Auslagerung der Datenhaltung an Privatunternehmen eine schlechte Idee sein kann, hätte an sich von vorne herein bekannt sein können - dennoch ist es natürlich von Vorteil, wenn ein Amt mit einer solchen Strategie öffentlich auf die Nase fällt.

Am Rande: Die in Deutschland ab 2008 geplante Vorratsdatenspeicherung von Verbindungsdaten wird unter anderem dadurch gerechtfertigt, dass schließlich nicht auf staatlicher Seite gespeichert wird, sondern das von den Telefonie- und Internetprovidern selbst erledigt werden muss.

  • 8 Kommentare zum Artikel
  • Die Bürger sollten diese "Privatfirmen" gleich in "Grund und Boden" klagen. Wo leben wir den... Oh richtig in den USA

    MisterGreen am 18.12.2007 16:46
  • Zitat: Zitat von GFXman Aber solange die, "Was ist ein Browser" Fraktion, Entscheidungen trifft. Wird diese Einsicht wohl noch auf sich warten müssen. Hahaha YMMD

  • Zitat: Die Bürger sollten diese "Privatfirmen" gleich in "Grund und Boden" klagen. Wo leben wir den... Oh richtig in den USA Wenn wir in den USA leben würden, hätte schon jemand geklagt bevor sowas überhaupt passiert wär. Aber diese Pfeifen von Europäern können sich nur beschweren, gehandelt wird nur sehr selten! In England werden die ersten Tests für eine Demokratur durch geführt. Es ...

  • Zitat: Zitat von B@tt0 Es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis die Engländer merken was eigentlich abgeht und sich endlich mal gemeinsam zur Wehr setzten. Dann werden auch die Franzosen/Deutschen/Österreicher etc folgen. (Wie sie es eigentlich immer tun, drecks Mitläufer) Das wird gar nicht so einfach. Erst einmal muss man die Menschen aus ihrer ...

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