Die milliardenschweren Investitionen in ein beinahe lückenloses Überwachungssystem haben die Kriminalität im Land der mehr als vier Millionen Videokameras nur geringfügig reduzieren können. Der Abteilungsleiter für Videoüberwachung bei Scotland Yard, Mike Neville, erkannte heute, dass Videoüberwachung ein sinnloses Unterfangen ist. Er bezeichnet den Zustand als "völliges Fiasko". Die Kameras würden die kriminellen Täter nicht mehr abschrecken, so der Chefinspektor auf einer Sicherheitskonferenz am Dienstag.
Die Gründe ergeben sich von selbst: Viel zu wenig qualifizierte Polizisten stehen einer Flut von Videodaten gegenüber, die sie auswerten sollen.
Für ihren Film "Faceless", der kürzlich veröffentlicht wurde, hat die in London lebende österreichische Medienkünstlerin Manu Luksch über fünf Jahre hinweg ausschließlich Aufnahmen von Überwachungskameras verwendet, um ihre Geschichte zu erzählen. Auch sie berichtet in ihrem Interview gegenüber futurezone.ORF.at von der mangelnden Qualität der Bilder: "Die Bildqualität war generell eher schlecht. Bei manchen Aufnahmen hat es so ausgesehen, als ob Taubenkacke auf der Linse war. Die Kameras wurden wahrscheinlich seit Jahren nicht gewartet." Sie erzählt auch davon, dass die Betreiber der Kameras sehr weit gestreut sind. "Es ist nicht nur der Staat, der überwacht. Jeder überwacht jeden. Das ist Technologie für jeden Haushalt. Das ist das Spin-Off-Produkt der Sicherheitsindustrie, das von der englischen Gesellschaft als Lösung für bestimmte Probleme angenommen wurde". Nino Leitner hat zudem im Vorjahr mit "Every Step You Take" eine Dokumentation über den britischen Überwachungswahnsinn veröffentlicht.
Die Piratenpartei Österreichs betont neben vielen anderen Datenschützern erneut die Sinnlosigkeit solcher Überwachungssysteme und fordert die Politiker zu einer Trendumkehr auf. Weniger ist wie auch hier mehr - die gesetzlichen Grundlagen sollten die Videoüberwachung eher einschränken, anstatt sie noch zu fördern.
Trailer zu "Faceless" - Stimme: Tilda Swinton
Zitat: Zitat von Chronoton bessere kameras und eine automatische gesichtserkennung von gespeicherten "verdächtigen" werden wohl bald folgen, weil eine automatische auswertung die beamten entlasten wird. oder glaubt ihr, dass die behörden jetzt noch zurückstecken werden? Jaja, die alte Leier Wir brauchen nur noch mehr Überwachung ... nur noch bessere Software ... nur noch weniger ...
genau Schattenlos und am Ende kommt auch die automatische Vollstreckung...