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03. Dezember 2007

Großbritannien Verdächtige sollen anhand von Markenlogos identifiziert werden

Die britische Polizei will zukünftig eine Technik einsetzen, bei der verdächtigte Personen anhand der Markenlogos der Anziehsachen, die sie tragen, identifiziert werden können. Das Ziel ist eine zügige weil automatische Auswertung der Mitschnitte der zahlreichen Überwachungskamerasysteme überall im Land. Die gleiche Technik wird bereits benutzt, um Firmenlogos in Fernsehübertragungen z. B. von Sportveranstaltungen gezielt herauszufiltern.

Das zeitaufwendige Sichten des Filmmaterials durch menschliches Personal soll umgangen werden. Man will aus der visuellen Auswertung des Bildmaterials eine kriminaltechnisch anerkannte Disziplin wie das Identifizieren von Fingerabdrücken oder die DNA-Analyse machen, so Kriminalkommissar Mick Neville von der "Operation Javelin". David McIntosh von der Firma OmniPerception, die diese Technik entwickelt: "Die einzige Sache, bei der die meisten Kriminellen schlau genug sind, ist die Tatsache, dass sie ihr Gesicht nicht grinsenderweise in die Kamera halten sollten."

Die Polizei geht von der Annahme aus, die meisten Täter tragen oftmals charakteristische Klamotten von den immer gleichen Herstellern. Wenn also im Film der Überwachungskamera das Gesicht eines Hooligans durch andere Personen verdeckt ist, hofft man auf dessen Identifikation nur aufgrund seiner Anziehsachen. McIntosh weiter:

"Was auch immer sie tun, sie tendieren dazu in einer Art Uniform rauszugehen. Wenn als einmal jemand sein Kapuzenshirt trägt, kannst du sicher sein, er wird es erneut tragen, wenn er dann eine Straftat begeht." Selbst geringfügige Unterschiede im persönlichen Stil der gefilmten Personen lassen sich angeblich mit der Software herausarbeiten.

"Die Intention ist, wir wollen, dass sich die Kriminellen vor den Kameras fürchten. Wenn sich die Kriminellen davor fürchten und die Öffentlichkeit sicherer fühlt, haben sich unsere Investitionen schon gelohnt", so ein leitender Chefinspektor weiter.

Quelle: http://en.wikipedia.org/wiki/Image:Hoodie_man.jpgStellt sich die allerdings die Frage, ob eine Identifikationen ganz ohne Aufnahme des Gesichtes vor Gericht als Beweis zählen wird. Die Beamten werden diese zumindest als Indiz werten. Der Vorteil für die Ordnungshüter liegt aber auf der Hand. Die Polizei Großbritanniens kann nachträglich endlich ihrer umfangreichen visuellen Überwachung per Closed Circuit Television (CCTV) einen Sinn geben. Das Verhalten der Bürgerinnen und Bürger des Inselstaates wird sich ebenfalls dadurch verändern. Sie werden sich beim nächsten Besuch beim Spiel ihrer Lieblingsmannschaft doppelt gut überlegen, welche Anziehsachen sie tragen. Alleine ein dunkles Hoodie, also ein Kapuzenshirt mit den üblichen Logos und Verzierungen könnte auf Dauer für den Träger problematisch werden.


(Bild: Das Objekt der Begierde, ein Hoodie. Quelle)

  • 18 Kommentare zum Artikel
  • Ich glaube nicht, dass Marken gemeint sind, sondern es geht eher um das typische "Anziehverhalten". Zum Beispiel welche Schuhe die Leute bevorzugen und welche Jacken sie öfters anhaben. Alle Kleidungsstücke kombiniert würden schon einen ungenauen "Fingerabdruck" ergeben.

  • Zitat: Zitat von ATeKa  Ich glaube nicht, dass Marken gemeint sind, sondern es geht eher um das typische "Anziehverhalten". Zum Beispiel welche Schuhe die Leute bevorzugen und welche Jacken sie öfters anhaben. Alle Kleidungsstücke kombiniert würden schon einen ungenauen "Fingerabdruck" ergeben. Es wird wahrscheinlich eine Mischung aus beidem sein. Das ging aus der ...

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