gulli: Großbritannien: Polizei verwechselte Halloween-Party mit Terroristentreffen

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08. November 2008

Großbritannien Polizei verwechselte Halloween-Party mit Terroristentreffen

Die Antiterror-Gesetzgebung seit dem 11. September führt mitunter zu spektakulären Fehlalarmen. Ein Beispiel dafür gab es kürzlich wieder in Großbritannien: Eine Gruppe Studenten, die eine Halloween-Party unter dem Motto "Mad Scientist" (also "verrückter Wissenschaftler") feierte, wurde von der Polizei für eine terroristische Vereinigung gehalten und entsprechend behandelt.

Auf der privaten Party, die in Hackney in der Nähe von London stattfand, liefen unter anderem einige Studenten in weißen Laborkitteln und mit Perücken herum. Sie führten lustige "Experimente" durch, um die Gäste zu unterhalten. Unter anderem wurde mit Chemiebaukästen experimentiert und es wurden eine Reihe von Teddybären "obduziert". Weniger unterhaltsam wurde es für alle Beteiligten, als die Polizei früh morgens zu einer Routine-Kontrolle vorbeikam und dabei wissenschaftliche Utensilien und Teile von Plastik-Skeletten fand. Diese wurden von den Ordnungshütern kurzerhand als Arbeitsmaterial von Terroristen oder einer Drogenbande eingestuft.

Man verlor keine Zeit, der scheinbaren Bedrohung Herr zu werden: Der Hausmeister des Gebäudes wurde unter dem "Anti-Terrorism Act" verhaftet, das Gebäude evakuiert und abgesperrt. Anschließend wurden Sprengstoffexperten und ein Team mit Drogen-Spürhunden angefordert, die das Gebäude durchsuchten. Die Party-Gäste hielten die ganze Aktion zunächst für einen Scherz, mussten jedoch schnell feststellen, dass das Polizeiaufgebot einen ernsten Hintergrund hatte. "Ich verstehe, dass die Polizei sehr unter Druck steht und dass sie, was Terrorismus angeht, sehr vorsichtig sein müssen, aber hier ging es nur um Lebensmittelfarbe, Soda-Bikarbonat und Essig," berichtet einer der Partygäste, der außerdem anmerkt, in Anbetracht der Tatsache, dass es die Nacht nach Halloween war, hätte die Polizei eigentlich darauf kommen können, dass hier keine Bomben gebaut wurden.

Anti-Terrorism Act, Helloween, TerroristenDie Polizei gab später folgende Stellungnahme zu den Vorfällen ab: "Auf dem Gelände wurde ein Polizeieinsatz durchgeführt, bei dem einige verdächtige Gegenstände gefunden wurden. Die Feuerwehr von London und ein Team von Sprengstoffexperten wurden ebenfalls angefordert. Die Sprengstoffexperten der "expo teams" kümmern sich um Bombendrohungen und Explosivstoffe, aber das Gelände wurde später als nicht verdächtig eingestuft und der Fall wurde an Tower Hamlets, den benachbarten Bezirk, übergeben."(Annika Kremer)

(via Daily Mail, thx)

(Bildquelle: Tom Pagels - The Liberator, thx!)

  • Zitat: Zitat von Outbreaker1  Man kann sie die welt schön mahlen das ändert aber nichts an der realität. Es hat aber nicht jeder ne Mühle daheim. MfG Andy

    titus_shg am 09.11.2008 14:22
  • Zum Thema mit den BlackBoxen: Habe mir schon überlegt in England 2 Server zu kaufen wenn das kommt. Und die tun den ganzen Tag nichts anderes als sich schön Emails hin und her zu schicken... Anval

  • Zitat: Soll doch jeder Idiot Mensch machen was er will Es gibt eine einfache Regel - Die Freiheit des einzelnen hört da auf die Freiheit eines anderen behindert wird. Sprich du kannst tun und lassen was du willst solange du damit niemand anders gefährdest oder seine Freiheit einschränkst. Solche "Missgeschicke" hören sich zwar lustig an, andere meinen das ist ja notwendig weil was wäre wenn... Genau ...

  • Zitat: Zitat von gisu  Es gibt eine einfache Regel - Die Freiheit des einzelnen hört da auf die Freiheit eines anderen behindert wird. Sprich du kannst tun und lassen was du willst solange du damit niemand anders gefährdest oder seine Freiheit einschränkst. Tja, das klingt in der Theorie natürlich wunderschön. Aber warum werden dann zum Beispiel Cannabis-Besitzer/-Konsumenten wie ...

    titus_shg am 09.11.2008 20:18
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