gullinews am Mittwoch, 23.09.2009 11:25 Uhr (Rating: 


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Während sich Politik und Künstler darüber streiten, wie man ein Three-Strikes-Gesetz denn nun realisieren könne, haben die Internet Service Provider (ISP) ganz andere Sorgen. Der Geschäftsführer des britischen Internetanbieters BT, John Petter, erklärte jüngst, dass die Pläne der Regierung nicht nur scheitern würden. Zuvor würden sie den ISPs die überwältigende Summe von einer Million Britischer Pfund (ca, 1,1 Mio. Euro) kosten - täglich.
Diese Feststellung äußerte er im Gespräch mit dem Daily Mirror, als man ihn zu dem geplanten Gesetz befragte. Maßnahmen im Kampf gegen Internetpiraterie seien grundsätzlich kostspielig. Dazu kommt, dass die Gewinnspanne der Provider nicht sonderlich groß sei. Bei einer aktiven und kontinuierlichen Umsetzung rechne er mit Kosten von 365 Millionen Britischen Pfund im Jahr. Pikanterweise ist dies nahezu das doppelte, was die britische Musikindustrie pro Jahr an "Verlusten" durch illegales Filesharing verzeichnet. Die Studie hierzu wurde optimalerweise von Jupiter Research durchgeführt, im Auftrag der British Phonographic Industry. Rund 200 Millionen Britische Pfund verliert die Musikindustrie im Jahr 2009, wenn es nach deren Erhebungen geht. Natürlich kann man sagen, dass es ja noch die Filmindustrie gibt. Und die Spieleindustrie. Dagegen halten kann man aber, dass BT nicht der einzige Provider des Landes ist.
Am Ende dieser Kalkulation bleibt in erster Linie eines übrig. Sofern das Gesetz wirklich realisiert wird: Stimmen die Verlustzahlen der BPI, welche einen Download als einen Verlust definieren, so wäre die Wirtschaftlichkeit in fragwürdige Bahnen verschoben. Die "Verluste" der BPI würden zwar auf "Null" sinken, dafür müssten die Provider nahezu die doppelte Last an Kosten tragen. Im Prinzip muss man somit tatsächlich langsam hoffen, dass das Three-Strikes-Gesetz umgesetzt wird. Denn danach sollten ja die Einnahmen der Musikindustrie ruckartig um 200 Millionen steigen. Fragt sich bloß was passiert, wenn das nicht der Fall ist. Vermutlich wird man die Statistik dann etwas "tunen".
Petter bringt bereits jetzt seine Befürchtungen auf den Punkt: "Die Forderungen [der Musikindustrie] sind melodramatisch und implizieren, dass alle Menschen, die illegal Musik herunterladen, diese auch kaufen würden. Das ist Nonsense." Über den Wahrheitsgehalt solcher Aussagen wird man sich immer streiten können. Selbst unter der Annahme, dass jedoch ein kleiner Teil der Filesharer dann doch Musik kaufen würde. Rechtfertigt es einen solch massiven legislativen Eingriff? Petter macht sich darüber offenbar weniger Gedanken. Seiner Ansicht nach läuft alles auf ein technologisches Wettrüsten bei den Internetusern hinaus. So etwa sofern es gelingt, sich wirklich anonym mit Tauschbörsen-Clients im Netz zu bewegen. Entsprechende Entwicklungen wie I2P, Anomos oder Freenet gibt es ja bereits. Alternativ greifen sonst die Filesharer auf einen der zahlreichen VPN-Anbieter zurück. Dies wären dann ganze 5 Euro beziehungsweise 17 Cent am Tag um ein 1,1 Million Euro teures System zu umgehen. (Firebird77)
(via torrentfreak, thx!)
(via hl7, thx!)
| 22 Reaktionen aus dem gulli:Board |
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_020200 am 23.09.2009 21:32:26: |
CommodoX am 24.09.2009 00:51:06: |
TRON2 am 24.09.2009 02:17:46: |