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27. September 2008
Großbritannien Experte befürchtet ernsthafte Probleme mit biometrischen AusweisenIn Großbritannien gab es bisher, anders als beispielsweise in Deutschland, keine für die gesamte Bevölkerung verpflichtenden Ausweisdokumente. Das soll nach dem Willen der amtierenden Labour-Regierung nun anders werden. Dabei wollen sie die "National ID Card" direkt mit umfassenden biometrischen Merkmalen ausstatten. Nachdem Datenschützer bereits seit längerem gegen diese Pläne Sturm laufen, hat man nun offenbar auch handfeste praktische Probleme ausgemacht: Experten befürchten eine "Flut von falschen Zuordnungen". Biometrie-Experte John Daugman, früheres Mitglied der mit der Überprüfung des Konzepts beauftragten Biometrics Assurance Group (BAG), kritisiert, durch die Verwendung von Fingerabdrücken und biometischen Gesichtsfotos zur Identitätsfeststellung würde es früher oder später zu so vielen Fehlern bei der Erkennung kommen, dass ein Zusammenbruch des Systems drohen könnte. Daugman empfiehlt statt dessen ein System, das auf der Erkennung der Augen-Iris basiert - ein Thema, mit dem er sich ausgiebig beschäftigt hat. Nur dieses biometische Merkmal habe genug zufällige Eigenschaften und sei einzigartig genug, um bei einem System wie dem geplanten eine zuverlässige Erkennung zu gewährleisten. Die Verwendung von Fingerabdrücken sei dagegen vor allem bei älteren Menschen problematisch, die oft zu trockene Haut oder keine klar erkennbaren Fingerabdrücke haben. Diese Kritik war auch in Deutschland oft zu hören, beispielsweise vom Chaos Computer Club in dessen Stellungnahme gegen biometrische Personalausweise. Die britische Regierung will derweil von Problemen nichts wissen. Ein Sprecher des zuständigen Ministeriums verwies darauf, dass "Problemfälle" einfach von menschlichen Experten nachkontrolliert würden. Das sei bei der zu erwartenden Anzahl problematischer Fälle "vollkommen praktikabel". Auch Außenministerin Jacqui Smith wiegelt ab: Probleme mit der automatisierten Erkennung von Fingerabdrücken seien "so außergewöhnlich, dass sie kein Problem darstellen werden, welches das gesamte Konzept unterminiert". (Annika Kremer) (via silicon.com, thx) Verwandte News
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