Während in Schottland nur 1.167 Datensätze von unter 18-Jährigen aufbewahrt werden, sind es in England und Wales zusammen über 320.000! Insgesamt sollen landesweit Informationen von über 4,5 Millionen Personen vorrätig sein, viele davon sind in ihrem Leben nie straffällig geworden.
Die Aufbewahrung der Profile von Kindern wird dabei bei den Politikern und auch im Volk am kontroversesten diskutiert. Die Antwort einer Anfrage ans Parlament brachte kürzlich diese Daten ans Tageslicht. Dabei werden aber nicht nur die genetischen Informationen von Straftätern gesammelt. Kritiker bemängeln, dass hier generell auf Verdacht gespeichert wird. Die Polizei reagierte mit der Aussage, die staatliche Datenbank hätte geholfen Kriminalfälle aufzulösen, bei denen man den Tätern anderweitig nicht auf die Spur gekommen wäre. Dabei hatte der Europäische Gerichtshof noch letztes Jahr beschlossen, dass die Aufbewahrung von Daten Unbeteiligter ein Bruch der Menschenrechte darstellt. Die Speicherung so vieler Fingerabdrücke und anderer Informationen könne kein Bestandteil einer demokratischen Gesellschaft sein, so die Richter in ihrer Begründung.
Die Regierung beschloss daraufhin die Aufbewahrungsdauer der Datensätze neu zu regulieren. Nicht verdächtige Personen werden jetzt "nur" noch für 12 Jahre aufbewahrt. Die Daten der Verurteilten entsprechend länger. Trotzdem gab man sich damals wenig glücklich über die Entscheidung der Richter. Eine Sprecherin sagte, bei mehr als 3.500 neuen Fällen monatlich wäre ein Rückgriff auf die langfristig gespeicherten Daten unvermeidlich. Vorratsdatenspeicherung mal ganz anders definiert. Umso mehr bedeutet automatisch, umso besser? Scheinbar ist man im Vereinigten Königreich mit Ausnahme von Schottland dieser Ansicht. (Ghandy)
(via ComputerWeekly.com, thx!)
| 8 Reaktionen aus dem gulli:Board |
|---|
dani700 am 02.07.2009 16:02:10: |
Drogendealer44 am 02.07.2009 21:07:20: |
eliveo am 03.07.2009 13:27:44: |