gulli: Großbritannien: Auch Vodafone ließ den eigenen Vorstand überwachen

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03. Juni 2008

Großbritannien Auch Vodafone ließ den eigenen Vorstand überwachen

Strikt nach dem Vorbild der Deutschen Telekom gesellt sich nun auch der Telefonanbieter Vodafone in die Runde der Überwacher. Das Unternehmen hat aus vergleichbaren Motiven heraus seiner britischen Chefetage ganz genau auf die Finger geschaut. Es war offensichtlich vor allem die Furcht, interne Informationen könnten nach draußen gelangen.

Der englischen Zeitung "The Daily Mail" ist es gelungen, den nächsten großen Überwachungsskandal aufzudecken. Aus einem umfassenden Bericht geht hervor, wie Vodafone im Jahr 2006 systematisch seinen eigenen Vorstand überwachen ließ. Primär aus Angst davor, dass die falschen Informationen an die Presse gelangen könnten, wurden Verbindungsdaten von Mobiltelefonen aufgezeichnet.

Man wollte damit beweisen, dass auch im Kreis der Führungskräfte nicht davor zurückgeschreckt wird, die Presse mit brisantem Material zu versorgen. Ein Pressesprecher der Telefongesellschaft bestätigte dies heute früh offiziell.

Es habe Nachforschungen gegeben und diese sollten, ähnlich wie bei der Telekom, dazu dienen, die Schwachstellen im Unternehmen ausfindig zu machen. Das OK für die Operation gab es, paradoxerweise, von ganz oben. Es wurde darüber abgestimmt und einstimmig beschlossen etwas genauer auf die telefonischen Verhaltensweisen der Mitarbeiter zu achten. Respektive ließ sich das oberste Management also selber überwachen.

Aufgezeichnet wurden allerdings keine Gesprächsinhalte, sondern wie auch hier in Deutschland, nur wer angerufen wurde. Aber das reichte schon aus, um herauszufinden, wer sich gerne mit Journalisten kurzgeschlossen hat. Dem Pressesprecher zufolge seien zuvor nie derartige Maßnahmen ergriffen worden. Allerdings blieben sämtliche Ermittlungen erfolglos, ohne Überwachung wurde keine Lücke entdeckt. Weil alle wichtigen Personen von dem Vorhaben unterrichtet waren, wäre es äußerst blauäugig gewesen, einem Journalisten sensible Informationen mitzuteilen. Dafür gibt es nun wirklich andere Mittel und Wege. Auf jeden Fall kann Vodafone nun der Telekom, dem Konzern Deutsche Bahn und HP die Hand schütteln, denn betriebliche Überwachung ist ganz groß in Mode. Und auch dies nicht erst seit gestern.

(via theregister.co.uk, thx)

  • Zitat: Das Unternehmen hat aus vergleichbaren Motiven heraus seiner britischen Chefetage ganz genau auf die Finger geschaut. Wie soll denn das gehen? Übertragen auf ein mittelständisches deutsches Unternehmen würde dies bedeuten, daß z.B. ein leitender Angestellter veranlasst, daß die Geschäftsführung überwacht wird. Unter welchen Voraussetzungen würde das denn Sinn machen? Bei der Telekom war es ...

    Killer-Plautze am 04.06.2008 10:02
  • Wieso eigentlich kommen wenn ein Fall ans Licht gekommen ist 100 andere? Ich mein, die überwachen ja nicht erst seit gestern. Hab heute übrigends einen Bericht in der Zeitung gelesen, dass viele ehemalige Stasi-Mitarbeiter jetzt bei Detekteien arbeiten... Hat mich schon irgendwie beunruhigt, dass die einfach weiter ihrem altvertrautem Job nachgehen dürfen. Bei denen ist ind diesem Bereich das Rechtsbewusstsein viel niedriger und die ...

    Mr. Frost am 04.06.2008 18:03
  • Warum sich selbst überwachen? Damit sich jeder kontrolliert fühlt und keiner mehr Details an die Presse ausliefert - das war wohl die Idee dahinter. Aber das zu umgehen dürfte nicht schwer sein.

  • Rein aus meinem Berufsleben gesprochen ist eine gewisse Überwachung heutzutage durchaus normal. Gerade, was elektronische Überwachung betrifft, gibt es meist keine Skrupel. Bei meinem Ex-Arbeitgeber wurde auch jede verfasste und erhaltene Mail in Kopie ins Chef-Postfach gelegt, Verbindungsdaten in der TK Anlage geloggt und aufgerufene Sites in der Firewall gesammelt. Von einem Bekannten von mir versuchte ein eingeschleusster Detektiv Pot zu ...

    Hustinettenbär am 05.06.2008 22:58
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