gulli: Google-Suchlogs: Analyse auch auf Terrorverdächtige

Anzeige

gulli:Toolbox

Voting

Worüber wollt ihr mehr News?
Netzwelt
Untergrund
Filesharing
Datenschutz
Hacking
Demoszene
Mobiles (Handy)
Linux
Feature (Gulli Glosse)
23. Januar 2006

Google-Suchlogs Analyse auch auf Terrorverdächtige

Kinderschutz ist nur der Anfang

Die Daten über Suchanfragen, die herauszugeben Google sich nach wie vor weigert, sollten ursprünglich nur anonymisiert analysiert werden, um die Effektivität des Jugendschutzes im Netz und der Verbreitung frei zugänglicher pornografischer Inhalte zu untersuchen. Das amerikanische Justizministerium verdeutlicht nun einmal mehr, dass Datenschnüffler den Hals nicht vollbekommen, haben sie einmal Zugriff auf bislang nicht zugängliche Logs und Protokolle. Man erwägt, die gelieferten Daten auch auf Terrorverdächtige hin zu analysieren.

Unter anderem Yahoo, AOL und MSN haben bereits Daten über Suchanfragen ihrer User ans Justizministerium weitergegeben. Rückschlüsse auf einzelne User ließen die Daten nicht zu, so zumindest Yahoo und AOL. Dass sich das Ministerium bei der nun anstehenden Datenanalyse auf die Frage Jugendschutz und Pornografie beschränkt, wurde von Newsweek bezweifelt, weshalb man Charles Miller, Sprecher des Justizministeriums befragte, was geschehen würde, wenn gewisse Suchbegriffe beispielsweise auf terroristische Aktivitäten hinweisen würden.

Miller dazu: "Ich nehme an, wenn etwas Bedenken auslösen würde, werden wir es den entsprechenden Stellen übermitteln". Nun wurde zwar angegeben, die Daten würden nur zur Analyse der Wirksamkeit des "Child Online Protection Act" COPA verwendet. Und dieser dreht sich nun einmal um Pornografie, und die Suchbegrffie von Usern, die sich nach den einschlägigen "Adult Content" umsehen, dürften sich von denen jener User geringfügig unterscheiden, die nach Anleitungen zur Zerstörung der westlichen Zivilisation googlen.

Entsprechend konstatiert die EFF, dass das Justizministerium offenbar stillschweigend davon ausgeht, Daten, die sie zu einem und nur diesem bestimmten Zweck angefordert hat, auch in alle möglichen anderen Richtungen analysieren und Ergebnisse auch an die entsprechenden ermittelnden Stellen weitergeben zu dürfen. Was möglicherweise zur Anforderung weiterer Daten von den Suchmaschinen führt, um eben Terrorverdächtige zu ermitteln. Wie immer das gehen soll, denn mit entsprechenden Schlüsselwörtern dürften auch zahlreiche User Suchabfragen gestartet haben, die sich nicht ernsthaft ans Bombenlegen machen wollen.

Die EFF fordert nun, dass das Ministerium die ganze Datenanforderung und -analyse abbricht: nicht nur sei das Vorhaben unter den jetzigen Vorzeichen verfassungsmäßig bedenklich, sondern könne auch zu einer ganzen Reihe von Fehlermittlungen führen. Unter diesen Vorzeichen kann Googles Weigerung zur Kooperation nur nochmals begrüßt werden.

  • 8 Kommentare zum Artikel
  • Ich kann jagi nur beifplichten. Das ganze bringt eh nichts... Wer ein ernsthafter Terrorist ist, wird wohl nicht über Google(!) nach Anleitungen suchen, wie er einen Anschlag verübt... Btw: http://www.google.de/search?hl=de&q=... e-Suche&meta= Ups, bin ich jetzt ein Terrorist?

    Schrank21 am 23.01.2006 18:30
  • Ich würd auch noch alle landwirtschaftlichen Fachmärkte zur Herausgabe der Daten von Kunden die Kunstdünger gekauft haben zwingen, denn wie wir alle wissen ist der ein wesentlicher Bestandteil eines vornehmlich für terroristische Zwecke verwendeten Sprengstoffes.

    TWfromSWD am 23.01.2006 19:01
  • Ich benutze den Scroogle Scraper, der loggt nur 7 Tage lang, statt 35 Jahre wie es google tut. http://www.scroogle.org/cgi-bin/scraper.htm MfG m00h

  • Zitat: Zitat von m00h Ich benutze den Scroogle Scraper, der loggt nur 7 Tage lang, statt 35 Jahre wie es google tut. http://www.scroogle.org/cgi-bin/scraper.htm MfG m00h Warum loggt der 7 Tage lang? Und warum nicht gleich google ohne Cookies verwenden?

© Copyright 2008 gulli.com  | home | sitemap | kontakt | impressum | Partner | downloads |