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13. Juli 2008
Google Street View Angst vor Einbrechern geht umWieder einmal gibt es Ärger um Googles "Street View". Diesmal in München, wo Anwohner um Haus und Hof bangen, wenn selbige nun im Internet zu sehen sind. Die Befürchtung: Einbrecher könnten so ohne großen Aufwand Ziele ausspähen - quasi vom Sessel aus. Seitdem Googles Wagen mit den hohen Stativen der 360°-Kameras auf den Straßen der bayrischen Metropole unterwegs seien, meldeten sich immer wieder besorge Bürger beim Haus- und Grundbesitzerverein, berichtet dessen Vorsitzender Rudolf Stürzer. Sie fürchteten, dass "bestimmte Personen" künftig "bequem vom Sessel aus" ihre Anwesen auskundschaften könnten. Der Haus- und Grund-Chef gibt sich jedoch kampfeslustig und betont die Gefahr von Mash-ups: Was sei, wenn dereinst solche Wanderungen mit anderen Daten verknüpft würden, mit Telefonbüchern etwa? Sollte es nötig sein, will er sich auch mit dem Weltkonzern aus Mountain View anlegen. Wenn sich ein Mitglied seines Vereins gegen die Aufnahmen wehre, werde man den Hausbesitzer unterstützen. Ob die Klage Erfolgschancen hätte, ist aber fraglich. Einen ähnlich gelagerten Fall gibt es derweil auch in den USA. Die Polizei macht sich allerdings keine großen Sorgen: "Wir sind nicht sonderlich glücklich", sagt Sprecher Peter Reichl, "aber eine große Kriminalitätswelle sehen wir nicht auf die Stadt zurollen." Es könne durchaus sein, dass der ein oder andere online seine Zielobjekte ausspähe, aber das sei auch anders möglich, man brauche nur langsam mit dem Fahrrad herumzufahren. Einem Profi genüge ohnehin ein Blick, um lohnende Ziele zu erkennen. Verhindern könne man die Google-Aktion sowieso nicht, "das ist rechtlich nicht zu beanstanden", wie Reichl erklärt. Das sieht auch Peter Meier von der bayerischen Datenschutzbehörde in Ansbach so. Voraussetzung sei jedoch, dass Personen nicht zu erkennen seien, ebenso wenig wie Autokennzeichen und Hausnummern. Datenschutzrechtliche Probleme hat Google Street View schon häufiger verursacht, weil den Kameras sprichwörtlich nichts verborgen bleibt. Mittlerweile werden Gesicher und Autokennzeichen in einigen Ländern verpixelt, so auch in Deutschland. "Wir sind ein Unternehmen, das sich an Recht und Gesetz der jeweiligen Länder hält", erklärt Sprecher Stefan Keuchel. Allerdings sehe man keine rechtliche Notwendigkeit, Hausnummern unkenntlich zu machen. Sollten Polizei und Datenschützer in ihrer Einschätzung recht behalten, dürfte Google ein Problem haben. Denn schon die automatisierte Unkenntlichmachung von Gesichtern und Kennzeichen zeigt immer wieder Fehler. Bei derart unregelmäßigen Gegenständen wie Hausnummern dürfte die aktuelle Technik wohl erst einmal passen müssen. Verwandte News
Trackbacks
am besten stellt man sich ganz demonstrativ mit seinem waffenarsenal vor das haus, wenn das googleauto vorbeifährt. sollte die bösen diebe wohl abschrecken tttt am 13.07.2008 21:03
@Bewa In den Garten schauen... so ein Schwachsinn, das kann man schon seit Jahren mit Google Earth oder nicht? Google Street View ist im Grunde eine 3D-Virtualisierung mit Originalbildern der Städte bzw. Landschaften - dann müßte man auch Millionen von Postkarten einziehen, nur weil der ein oder andere Privatbesitz abgebildet ist oder ein Ladenbesitzer Angst vor Einbrechern hat. Fehlt bloß noch das hier einer mit Terroristen anfängt, ... ghostuser am 13.07.2008 21:24
Zitat: Zitat von ghostuser Fehlt bloß noch das hier einer mit Terroristen anfängt, dann ist ja aller Schwachsinn beisammen! Das wäre nicht unbegründet: Bayern ist quasi mit Kruzifixen zugemüllt, das zählt dort als Haus- u. Gartenschmuck, ist Pflicht und dürfte so ziemlich jeden friedlichen Nichtchristen - besonders jene aus dem nahen Osten (aber nicht nur die) - zu unüberlegeten Taten verleiten ... bei ... kandor am 13.07.2008 22:26
@kandor Respekt Gruß ghostuser ghostuser am 13.07.2008 22:41
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