gulli: Google Maps will Flüchtlingslager dokumentieren
08. April 2008

Google Maps will Flüchtlingslager dokumentieren

Google will mit der U.N. zusammenarbeiten und Flüchtlingslager dokumentieren. Hochauflösende Satellitenbilder von Problemgebieten stehen bei Google Earth schon zur Verfügung. Momentan denkt man darüber nach, auch Bilder und Videos als zusätzliche Funktionen anzubieten. Sie sollen den dokumentarischen Charakter unterstützen und auf die Menschenrechtslage aufmerksam machen.

Nutzer von Google Earth haben jetzt Zugriff auf hochauflösendes Bildmaterial der U.N.-Flüchtlingslager. Rebecca Moore, Leiterin der Abteilung "Earth Outreach" bei Google, sagte, sie könne sich gut vorstellen Google Earth zu nutzen, um den benachteiligten Flüchtlingen eine Stimme zu geben, die sich in den Medien sonst nicht finden lässt. Die Applikation wurde über 350 Millionen mal runtergeladen, und dieses Publikum könnte man für humanitäre Zwecke erreichen.

Gegenüber der U.N. sagte Moore, dass sie sich darüber hinaus vorstellen kann, Google Earth als Dokumentationsplattform einzusetzen. Mithilfe von Foto- und Video-Funktionen könnten Flüchtlinge ihre Geschichte erzählen und einem breiten Publikum zugänglich machen. Die Dokumentation würde es erleichtern, auf problematische Vorfälle hinzuweisen und Gelder für Hilfen zu akquirieren. Sie sagte, dass sie mehr und mehr das Potenzial von Google Earth erkennt, ein ernsthaftes und bedeutungsvolles Werkzeug zu werden.

Karl Steinacker von der U.N. äußerte sich, dass sie nach Möglichkeiten suchen würden, alle ihrer etwa 150 Flüchtlingslager zu dokumentieren. Man würde das Kartenmaterial von Google Earth auch dafür nutzen können, um Gestaltung und Funktionsfähigkeit der Lager zu überprüfen. Aus der Vogelperspektive hat man Einblick in problematische Bereiche, in denen das Risiko von Malaria beispielsweise ausgemacht werden kann. Die Satellitenbilder würden auch die Einschätzung erleichtern, wo Hilfe notwendig ist und in welche Richtung Flüchtlinge ziehen würden. Kritiker hielten dagegen, dass die Technik für Helfer vor Ort nur wenig Sinn macht. Auch gibt es in den problematischen Gebieten normalerweise keinen Zugang zu schnellen Rechnern oder dem Internet.

( via Reuters )

  • 11 Kommentare zum Artikel
  • Oh ja, wie viel das bringen wird Bei der Bildrefreshrate von mehreren Tagen, kann man dort so viele Dinge betrachten. Wenn diese Rate auf Sekunden gesenkt wird hat man immer noch nichts davon, da die Gefangenen wohl kaum "HELP" aus Stöckern legen werden/dürfen. Versteh den sinn der aktion nicht wirklich. glaub eher, die wollen nen big brother des elends

    Wandang am 13.04.2008 15:17
  • Zitat: Zitat von Wandang Versteh den sinn der aktion nicht wirklich. glaub eher, die wollen nen big brother des elends /signed

    STR2006 am 14.04.2008 07:08

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