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18. Mai 2007

Google Korea Porno-Suche nur nach Altersüberprüfung

Die südkoreanische Version von Google will nun praktizieren, was koreanische Suchmaschinen bereits seit einiger Zeit tun: Bei der Suche nach bestimmten Schlagwörtern soll das Alter des Nutzers verifiziert werden - durch einen Abgleich mit einer Datenbank der Passbehörden. Damit bekommen staatliche Strukturen direkten Einblick in das Suchverhalten der Bürger.

Am Donnerstag kündigte Google Korea-Sprecher Lois Kim an, das neue System am 1. September einzuführen. Dabei soll der Nutzer, der nach einem Begriff aus einer circa 700 Wörter umfassenden Liste "erwachsener" Schlagwörter suchen will, aufgefordert werden, seinen Namen und seine von der Meldebehörde vergeben Registrierungsnummer einzugeben. Diese Daten werden anhand einer staatlichen Datenbank verifiziert, erst danach erhält der über 19 Jahre alte User Zugriff auf die entsprechenden Suchergebnisse.

Der gewichtigste Nebeneffekt des Systems liegt darin, dass bei dieser Vorgehensweise Daten zum Suchverhalten des Surfers unmittelbar an staatliche Stellen weitergeleitet werden. Dem Missbrauch steht dabei potentiell Tür und Tor offen - wenn die entsprechenden Daten einmal in "falsche" Hände kommen, wären sogar Erpressungsversuche gegen prominente Persönlichkeiten denkbar, die einmal nach Bildern von leichbekleideten Mädchen gegoogelt haben. Aber auch, wenn die Daten in den "sicheren" Dantebanken der staatlichen Behörden verbleiben, ist dies sicherlich keine angenehme Vorstellung.

Zur technischen Durchführung soll eine modifizierte Version des Google SafeSearch-Systems eingesetzt werden. Damit sei eine intelligente Kontext-Erkennung laut Google gewährleistet: So würde SafeSearch beim Schlagwort "rape" die Sperre auffahren, während man beispielsweise als Vergewaltigungsopfer bei "rape shelter" ungehindert an die Suchergebnisse kommen würde. Ob diese Kontextualisierung jedoch immer reibungslos funktioniert, ist fraglich. Genauso fraglich ist, ob in der Blacklist wirklich "nur" Adult-Schlagwörter erfasst werden sollen. Vermeintliche Terrorismus-Keywords könnten theoretisch genauso darin enthalten sein - und zur Registrierung von Regierungskritik über das Suchverhalten des Bürgers ist es von da aus nur ein kleiner Schritt.

Natürlich ist nicht auszuschliessen, dass einige Nutzer fremde Daten einsetzen könnten - Teenager beispielsweise die Passdaten ihrer Eltern. Allerdings kann die Altersüberprüfung noch viel leichter umgangen werden: schlicht und einfach indem man eine englische Suchmaschine benutzt. Und markanterweise besitzen koreanische Teenager in der Regel bessere Englischkenntnisse als die Erwachsenen.

  • 20 Kommentare zum Artikel
  • Ich habe alles was in mir verständlichen Sprachen zu dem Thema untergekommen ist gelesen und einheitlich ist die Rede davon, dass es sich um gebannte WÖRTER handelt, nicht PHRASEN oder SÄTZE. Wie kann ein einzelnes Wort pornographisch sein oder als Hinweis auf die Suche nach pornographischen Inhalten herhalten??? Naja - Ausnahme vielleicht dieser Suchbegriff: 포르노 Und dann noch 700 Wörter! Wörter wie Ficken oder ...

    sphaeroid am 21.05.2007 22:58
  • Zitat: Zitat von sphaeroid  PS.: Google ordnet den Suchenden über die IP einer geographischen Position zu, den Koreanern nutzt es also nichts .com statt .co.kr zu verwenden. naja. uns deutsche hilft es ja auch, .com anstatt .de anzuwählen. ich weiss jetz aber nicht ob korea auch ne firewall hat wie china... (hab den artikel oben sowieso grad nichmehr im ...

    Wandang am 22.05.2007 00:42
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