Wie bereits gelesen war in der Nacht von Montag auf Dienstag auf dem deutschen Ableger von Google alles anders. Innerhalb Deutschlands konnte die Homepage nicht erreicht werden. Laut Denic war die Domain woandershin übertragen worden. Nun kommen noch mehr Details ans Tageslicht.
Verantwortliche geben in so einem Aufsehen erregenden Fall gern nebulöse Floskeln von sich. Platz 1 der ewigen Hitliste: "technisches" oder gar "menschliches Versagen". Uns interessiert nur: Computerpanne oder ein lustiges Versehen eines Mitarbeiters? Spannend für die Zuschauer, sehr ernsthaft für die Beteiligten. Ein Hackerangriff sei auszuschließen. Der Suchmaschinenbetreiber versucht die Angelegenheit ohne Erfolg auf kleiner Flamme zu kochen. Natürlich sei das Problem schon nach kurzer Zeit behoben worden. Allerdings erlebten viele Surfer und Boardies das Gegenteil live und in Farbe mit und diskutieren die Umstände ihrer Verwirrung in diversen Foren. Und die waren wohl alles anders als natürlich.
Die Lösung: Die Firma Goneo aus Minden hatte die Rechte an der Domain google.de bei der Denic beantragt. Marc Keilwerth, Geschäftsführer von Goneo in Spiegel.de dazu:
"Wir haben dann plötzlich sehr viele Mails bekommen von Leuten, die dachten, wir hätten ihre Rechner gehackt, weil statt ihrer Startseite google.de plötzlich ein Goneo-Banner zu sehen war".
Auf Nachfrage bei Google bezüglich der Weitergabe ihrer Domain ging irrtümlicherweise bei der Domain-Vergabestellte Denic kein Widerspruch ein. Im Internet sichtbar war Montag gegen 23 Uhr dem üblichen automatischen Verfahren nach die Domain zu Goneo übertragen worden. Dort schrillten per E-Mail die Alarmglocken und man meldete dies der Denic. Die schaltete die Domain um. Aber statt an den Besitzer zurück nun an eine Privatperson mit Namen Favo in Wiesbaden. Bei der Denic standen wohl schon mehrere Anträge für google.de Schlange, Privatmann Favo war einfach der nächste in der Reihe. Der zufällige Besitzer von Google.de und dies wenn auch nur für ein paar Stunden reagierte auf The Register per E-Mail:
"Ich zeigte meiner Freundin wie einfach die Übernahme meiner Domains durch Dritte mit dem Goneo Bestellsystem war. Doch bevor ich meine Kontaktdaten eingab, ging ich zurück und registrierte eine andere Domain. Irgendwie muss bei Goneo angekommen sein, ich will beide Domains registrieren."
Natürlich ist jetzt beim Suchmaschinenbetreiber wieder alles im Lot. Aber sowohl Google wie auch Denic dürften fieberhaft auf der Suche nach der Ursache sein. Schliesslich erwartet man nicht zu Unrecht, dass die investierten Unsummen im Namen der Computersicherheit auch ihre Früchte tragen. Vor allem den Werbekunden dürfte ein solches "Bäumchen wechsel dich"-Spiel übel aufstoßen. Wer weiss was im Laufe der Zeit noch so alles zutage kommen kann. Uns bleiben solch amüsante Episoden sicher erhalten durch solche Aussagen wie der "Verkettung unglücklicher Umstände". Oder war die Vorführung für die Freundin etwa der wenig glückbringende Umstand in diesem Fall? Wie auch immer - da haben wir sie wieder, die allseits beliebte Floskel.
Wie bereits gelesen war in der Nacht von Montag auf Dienstag auf dem deutschen Ableger von Google alles anders. Innerhalb Deutschlands konnte die Homepage nicht erreicht werden. Laut Denic war die Domain woandershin übertragen worden. Nun kommen noch mehr Details ans Tageslicht.
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