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10. Oktober 2006
Google kauft YouTube Beginn der Wende bei der Contentindustrie?Für 1,65 Milliarden Dollar hat Google den Videohoster YouTube übernommen. Während Skeptiker die Übernahme des defizitären Videohosters als Quelle weiterer, teurer Copyright-Streitigkeiten für Google betrachten, wird der Deal auch als Hoffnungsschimmer für einen anstehenden Umdenkprozess bei der Contentindustrie betrachtet. CBS, Sony und Universal schlossen Übereinkünfte mit Youtube. Neben dem hohen Kaufpreis, den Google in Aktien entrichtet, sehen die Kritiker den Aufkauf von YouTube als zukünftige Quelle zahlreicher Verfahren gegen Google. Zahlreiche Videos auf YouTube werden ohne Erlaubnis der Rechteinhaber hochgeladen. Google gab keine näheren Informationen bekannt, wie Rechteinhaber an Gewinnen beteiligt werden sollen, die Abkommen mit den Contentpartnern seien jedoch sehr fair. Das Musiklabel Universal kündigte an, Musikvideos online verfügbar zu machen, Label und Künstler würden anschließend an Werbeeinnahmen beteiligt. Ein ähnliches Modell plant Sony, die ebenfalls Videos zur Verfügung stellen wollen. Die Ankündigungen stellen möglicherweise den Beginn eines Umdenkprozesses dar, der schon lange von den Labels gefordert wird: dass die kostenlose Verfügbarkeit digitalen Contents nicht mehr bekämpft, sondern als selbstverständlich hingenommen wird. "Wenn wir ein legales YouTube haben können, dann können wir auch legales P2P haben", bringt Leftsez die Angelegenheit auf den Punkt. Auch Kritiker Mark Cuban schließt seinen Blogeintrag mit den Worten "Eröffnet es eine völlig neue Welt, wenn sie haftungsfrei davonkommen? Du machst dir keine Vorstellung." Für einen Clip seines Senders hat er jedenfalls eine Takedown-Aufforderung an YouTube geschickt. Eine Klage gegen den Uploader schickte er nicht mit, aber "andere werden das tun", so Cuban. Er rechnet mit einer arbeitsintensiven Zeit für die Google-Anwälte. Wie die weitere Politik YouTubes in Bezug auf Takedowns aussieht, bleibt ebenfalls unklar. Momentan wird YouTube vorgeworfen, recht willkürlich auf Beschwerden ihrer User zu reagieren. User können beliebig Videos als pornografisch oder auf andere Weise gegen die Nutzungsbedingungen YouTubes verstoßend melden. Der Takedown ist gelegentlich schwer nachvollziehbar. Googles Strategie bei beanstandeten Suchergebnissen ist hier um einiges offensiver - über Chillingeffects.org ist die Möglichkeit geboten, die unterschiedlichen Google-Suchergebnisse verschiedener Länder zu vergleichen. In Deutschland aus dem Index genommene Seiten können so beispielsweise gefunden werden. Verwandte News
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