gulli: Google entschieden gegen deutsche Vorratsdatenspeicherung

Anzeige

gulli:Newsbox

20. Februar 2007

Google entschieden gegen deutsche Vorratsdatenspeicherung

Großen internationalen Protest hatte der deutsche Gesetzesentwurf zur globalen Vorratsdatenspeicherung ausgelöst. Nach großem Wirbel bei E-Mail-Dienstleistern äußerte sich auch Google gegen die verdachtsunabhängige Speicherung der Verbindungsdaten und kritisierte den Entwurf als „pure Ironie im Land der Dichter und Denker“.

Die Vorstellung, zukünftig jeden neuen E-Mail-Account nur mit Anschrift verifizierten Personen vergeben zu können und dazu noch sämtliche Verbindung- und Geodaten 6 Monate ohne jeglichen Verdacht zu speichern, passt Google überhaupt nicht in das autonome Unternehmenskonzept. "Das ist unglaublich schlecht für den Schutz der Privatsphäre", entgegnete Peter Fleischer, Datenschutzbeauftragter von Google, der Vorratsdatenspeicherung. Jeder Mensch sei es anhand der andauernden Spamflut gewohnt, ohne große Hürden einen E-Mail-Account zu eröffnen und wieder zu schließen, kommentierte der Jurist die Kontroversen. Zudem sei die Speicherung und Überprüfung der Personendaten "überhaupt nicht zu kontrollieren und würde niemals funktionieren.“ Die Grenzen des Internets seien fließend und kein deutsches Gesetz könne verbieten, dass sich ein Nutzer bei einem ausländischen E-Mail-Dienst anmelde.

Datenschutzexperten sehen auch große Probleme im beispiellosen Umgang mit privaten Daten, doch sei die Entrüstung von Google mehr als nur selbstloser Einsatz für den Bürger. „Im Google-Imperium versteht man Gesetze nur als zusätzlichen Ballast; müsste nun Google auch noch persönliche Daten bei der Registrierung erheben und verifizieren, würden Nutzer ausbleiben und die zusätzliche Prozedur viel Geld kosten – und in Mountain View kommt ein Minus ganz schlecht an“, wird unter vorgehaltener Hand kommentiert. Auf der anderen Seite wird vermutet, dass Google noch deutlich mehr als die vom deutschen Gesetzesentwurf angesprochenen Daten vom Nutzer speichert und zu Werbezwecken verwendet.

  • Sind ja zustände wie in Nordkorea hier. mir ists ja eigentlich wayne wenn sich unsere Politiker lächerlich machen wollen bitte. Wird genug hacker geben die sich dafür rächen werden hoffe ich doch. Es wird wohl für die wenigsten die es brauchen, ein Problem sein sich ne sichere mail addy zuzulegen und bei bedarf das ganze zu verschlüsseln.Ich verstehe nicht was die Politiker so am RFC 821 finden es gibt genug Protokolle auf die man ...

  • Zitat: Zitat von Mirra  Es wird wohl für die wenigsten die es brauchen, ein Problem sein sich ne sichere mail addy zuzulegen und bei bedarf das ganze zu verschlüsseln. Deswegen wollen sie ebendies auch noch verbieten...

    user1220 am 20.02.2007 22:27
  • hmmm Google... ein Statement, was wieder mehr Vertrauen in das goldene "G" bringen soll?! Schließlich hat Goggle im Verlauf der Debatte über ihren Erfolg schon nen leichten Imgeschaen erlitten.

    Chromos am 20.02.2007 22:34
  • Wie im Artikel schon erwähnt wurde, denke ich, dass es da hauptsächlich ums Geld geht bzw. um ausbleibende Nutzer, was Google dann schon wieder weniger attraktiv für Leute macht, die Anzeigen schalten. Das mit dem Datenschutz ist ein angenehmer Nebeneffekt, mit dem sie ihr Image mal wieder etwas aufpolieren wollen. Ich warte, auch wenns jetzt etwas OffTopic ist, im Moment darauf was Jimmy Wales aus seiner "Wiki-Suchmaschine" macht und werde ...

    Byte.Sucker am 21.02.2007 09:45
  • © copyright 1998-2009 gulli.com  | home | sitemap | kontakt | impressum | partner | downloads |