gullinews am Dienstag, 20.02.2007 14:15 Uhr
Die Vorstellung, zukünftig jeden neuen E-Mail-Account nur mit Anschrift verifizierten Personen vergeben zu können und dazu noch sämtliche Verbindung- und Geodaten 6 Monate ohne jeglichen Verdacht zu speichern, passt Google überhaupt nicht in das autonome Unternehmenskonzept. "Das ist unglaublich schlecht für den Schutz der Privatsphäre", entgegnete Peter Fleischer, Datenschutzbeauftragter von Google, der Vorratsdatenspeicherung. Jeder Mensch sei es anhand der andauernden Spamflut gewohnt, ohne große Hürden einen E-Mail-Account zu eröffnen und wieder zu schließen, kommentierte der Jurist die Kontroversen. Zudem sei die Speicherung und Überprüfung der Personendaten "überhaupt nicht zu kontrollieren und würde niemals funktionieren.“ Die Grenzen des Internets seien fließend und kein deutsches Gesetz könne verbieten, dass sich ein Nutzer bei einem ausländischen E-Mail-Dienst anmelde.
Datenschutzexperten sehen auch große Probleme im beispiellosen Umgang mit privaten Daten, doch sei die Entrüstung von Google mehr als nur selbstloser Einsatz für den Bürger. „Im Google-Imperium versteht man Gesetze nur als zusätzlichen Ballast; müsste nun Google auch noch persönliche Daten bei der Registrierung erheben und verifizieren, würden Nutzer ausbleiben und die zusätzliche Prozedur viel Geld kosten – und in Mountain View kommt ein Minus ganz schlecht an“, wird unter vorgehaltener Hand kommentiert. Auf der anderen Seite wird vermutet, dass Google noch deutlich mehr als die vom deutschen Gesetzesentwurf angesprochenen Daten vom Nutzer speichert und zu Werbezwecken verwendet.
| 9 Reaktionen aus dem gulli:Board |
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user1220 am 20.02.2007 22:27:32: |
Chromos am 20.02.2007 22:34:56: |
Byte.Sucker am 21.02.2007 09:45:01: |