Google Chrome: Klickbetrug bei eigenen Werbekunden?

gullinews am Donnerstag, 14.05.2009 16:21 Uhr

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Der Harvard-Dozent Benjamin Edelman behauptet, Google würde ihre Werbekunden betrügen, indem sie Bezahltraffic dort bevorzugen, wo problemlos auch kostenloser Traffic möglich wäre.

So würde Google auf Suchergebnisseiten Werbung, also bezahlte Links, einblenden, wo meist in unmittelbarer Nähe die vom Nutzer gewünschten Links kostenlos stehen. Den Werbern allerdings wird suggeriert, dass durch hohe Klickraten, ein besonderes Interesse an der Werbung bestehen würde. In Wahrheit jedoch manipuliert Google den Traffic. Zum Beispiel durch den Google-Browser Chrome, den Edelman sehr kritisch sieht.

Dieser würde deutlich Suchergebnisseiten bevorzugen, anstatt die direkte Navigation zu den Webseiten - und damit indirekt erneut die Möglichkeit erhöhen, dass Nutzer auf bezahlte Links klicken. Dabei bezieht er sich auf die "Auto-Vervollständigen"-Funktion in der Chrome URL-Zeile. Beginnt man, eine URL zu tippen, würden stets Keywords, die an eine Google-Suchseite geschickt werden den Vorzug gegenüber den vollständigen URLs bekommen, von denen Chrome wissen sollte, dass man diese aufsuchen will.

Durch dieses Standardverhalten des Browsers würden wesentlich häufiger als nötig Suchseiten mit Bezahllinks aufgerufen werden. Auf den Suchseiten werben die eigentlichen Seitenbetreiber oft genug über Google AdSense, sodass bezahlte Klicks dort stattfinden, wo Google Chrome auch hätte direkt hinnavigieren können. Unter dem Strich ist das Klickbetrug, den Google an ihrer eigenen Kundschaft durchführt, so Edelman.

Auch andere Webbrowser sind von diesem Verhalten, Suchseiten gegenüber den direkten URLs zu bevorzugen, betroffen, jedoch soll Chrome dieses wesentlich konsequenter betreiben. Die Hersteller der Browser dagegen argumentieren, dass sie ihre Nutzer lieber auf eine Suchseite verweisen, anstatt auf eine Seite, die eine Fehlermeldung generiert - beispielsweise, wenn die URL falsch sein sollte. Dies sei Service am Nutzer, und würde die Bedienungsfreundlichkeit erhöhen.

Auch Tippfehler würde Google monetarisieren, so Edelmans Kritik weiter. 75 Prozent aller Tippfehler in den URL-Zeilen der Browser würden bei Google landen, wobei auch immer wieder Werbung für die Seiten eingeblendet wird, die höchstwahrscheinlich auch die Seiten beinhalten könnte, welche die Nutzer suchen. Zu dem Report von Benjamin Edelman wollte sich Google nicht äußern. (020200)

(via Fudzilla, Information Week, thx!)

(Grafik: hiOnLife27 @ deviantART, thx!)

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6 Reaktionen aus dem gulli:Board

Wolle42 am 14.05.2009 18:44:31:
Recht hast du, grandiose Grafik :T...

Rob_ert am 14.05.2009 19:09:11:
ja endlich weiß ich woher die Chrome Farben zusamengewürfelt sind. Des ist übrigens auch bei den Farben von Aldi und der (eher Nachahmer) LIDL. Eben nur anders angeodnet und so....

the-baboon am 14.05.2009 20:29:28:
ja endlich weiß ich woher die Chrome Farben zusamengewürfelt sind. Des ist übrigens auch bei den Farben von Aldi und der (eher Nachahmer) LIDL. Eben nur anders angeodnet und so. ganz zu schweigen von Ebay. Könnt man ne doku bestimmt 90minuten machen was das ja nich mit...

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