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29. April 2008

Google arbeitet an verbesserter Bildersuche

Vor vielen Jahren hat Google seinen Algorithmus zur Berechnung der beliebtesten Website veröffentlicht. Letzte Woche haben zwei Forscher des Unternehmens auf der World Wide Web Conference in Peking ihre überarbeitete Bildersuche vorgestellt. Ihr "PageRank for Product Image Search" steckt derzeit noch in den Kinderschuhen, es soll den jetzigen Suchmethoden, die primär textbasiert sind aber weit überlegen sein. "Unser Experiment zeigt erhebliche Verbesserungen im Vergleich zur alten Methode, wenn es um die Kundenzufriedenheit und Relevanz der gefundenen Bilder geht", so die Erfinder Shumeet Baluja und Yushi Jing.

Derzeit werden den Suchenden noch immer zahlreiche Bilder angezeigt, die mit dem eingegebenen Suchbegriff nichts oder nur sehr wenig gemein haben. Die Suchmaschinen versuchen derzeit noch nicht, den Inhalt der Bilder selbst zu analysieren, lediglich der Text um die Bilder herum und dessen Bildbeschreibung liegen der Suche zugrunde.

Googles neues "VisualRank" versucht im Detail herauszufinden, was tatsächlich abgebildet wird und kombiniert dies schrittweise mit der herkömmlichen Analyse, die bislang in Bezug auf Links angewendet wurde. Wer zum Beispiel nach Bildern von U2 oder Paris Hilton sucht, soll nicht nur alle anderen Grafiken angezeigt bekommen, die im Web auffindbar sind. Der Algorithmus überprüft vorher, welche der gefundenen Bilder tatsächlich zum Suchbegriff thematisch am besten passen. Die Anzahl der irrelevanten Bilder soll so bei Tests mit 2.000 Produktrecherchen und 150 Suchanfragen zu Personen um 83% genauer agieren als die jetzt angewendete Bildersuche. Mit einer Einführung ist derzeit nicht zu rechnen, das Projekt geht bislang nicht über die reine Forschungsarbeit der beiden Wissenschaftler hinaus. Die Firma Riya hat mit Like.com ein vergleichbares Projekt veröffentlicht, bei der Gesichter und Gegenstände automatisch erkannt werden können. Die Firma Blinkx arbeitet an einem ähnlichen System, allerdings bezogen auf die Analyse von Videos.

Vorsicht beim Einbau von nicht lizenzierten Bildern!

In einem Urteil vom 27. Februar hat sich das Oberlandesgericht Jena mit der Google-Bildersuche beschäftigt und entschieden, dass selbst diese urheberrechtswiedrig ist. Google würde schlichtweg die jeweilige Einwilligung für die Anzeige der Thumbnails fehlen. Zudem entschieden die Richter: Nur, weil ein Webmaster keine technischen Schutzmaßnahmen ergreifen würde, um die Crawler auszusperren, wäre dies nicht mit einer Einwilligung gleich bedeutend. Einen Unterlassungsanspruch gegenüber Google hatte die klagende Künstlerin aber glücklicherweise nicht erreichen können. Die Richter erkannten in der Anzeige der Thumbnails, dass der Verkauf der so dargestellten Kunstwerke nicht beeinträchtigt, sondern sogar gefördert wird.

Traurig aber wahr: Die Verwendung von Bildern, die man über eine der Suchmaschinen gefunden hat, ist trotzdem auch für nicht kommerzielle Anbieter wie Blogbetreiber mit einem finanziellen Risiko verbunden. Nur weil die Bilder in digitalisierter Form ins Netz gestellt wurden, geht deren Urheberrecht nicht verloren. Wer in seinem Blog auf Fotos nicht gänzlich verzichten will - es existieren zahlreiche kostenlose Bilddatenbanken wie stock.xchng oder Pixelio mit lizenzfreien Fotos, für dessen Benutzung man nicht abgemahnt wird. Hier tauschen sich Anbieter und Benutzer von Grafiken und Bildern gebührenfrei aus und umgehen so eventuelle juristische Nachspiele.

(Via The Register und RA Wilde & Beuger)

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