gulli: Google Android: Handy-OS nicht so frei wie angenommen

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17. Juli 2008

Google Android Handy-OS nicht so frei wie angenommen

Mit großem Tamtam kündigte Google vor einigen Monaten an, den mobilen Markt mit einem eigenen Handy-Betriebssystem erobern zu wollen. Dass die Komponenten des auf Linux-Systems basierenden "Android" unter Open Source-Lizenzen verfügbar sind, sollte Transparenz gewährleisten und unabhängige Programmierer zur Mitarbeit motivieren. Nun stellt sich heraus, dass der schöne Schein zum Teil trügt.

Die Programmierer-Community, welche bereits für die frühen Versionen von Android Anwendungen entwickelt, zeigte sich in letzter Zeit enttäuscht, dass Google seiner Software-Entwicklungsumgebung (Software Development Kit, SDK) keine Updates spendierte. Nun stellt sich allerdings heraus, dass das nur die halbe Wahrheit ist: Für das SDK gibt es Updates, aber nicht frei verfügbar für alle.

Google-Mitarbeiter David McLaughlin postete nach Informationen von Ars Technica versehentlich die Ankündigung einer neuen Version in eine öffentliche Mailingliste, welche besagte, dass die SDK build 84853 über eine private Downloadseite verfügbar sei. McLaughlin entschuldigte sich daraufhin, die Nachricht an die falsche Liste gesendet zu haben. Mitarbeiter der eigentlich adressierten Liste bestätigen, dass sie Zugriff auf eine aktuellere Version haben.

Die Situation ist nun also, dass 50 Entwickler, welche ein Geheimhaltungsabkommen (Non-Disclosure Agreement) unterzeichnet haben, die Möglichkeit haben mit einer aktuellen Version des SDK zu arbeiten, während der Rest weiter auf Basis einer weniger aktuellen und fehlerhaften Version vom Februar diesen Jahres programmieren muss.

Logo von Googles Android-PlattformKen Adair, Programmierer "zweiter Klasse" bemängelt in einem Eintrag bei Google Groups nicht nur, dass nicht für alle die aktuelle Version des SDK verfügbar gemacht wurde, sondern auch die Informationspolitik Googles. Zumindest hätte man die Third Party-Programmierer informieren können, dass es neuere Versionen gibt. Diese Informationspolitik stünde einem offenen Projekt nicht gut zu Gesicht. Und in der Tat werfen diese Entwicklungen ein schlechtes Licht auf Android. Google sollte verstehen, dass die freien Programmierer gehegt und umworben gehören, schließlich opfern sie ihren Enthusiasmus und viel unbezahlte Freizeit, um das Projekt zu verbessern, um ein größeres Ganzes zu schaffen. Dieses Engagement sollte Google mit der größtmöglichen Unterstützung würdigen, anstatt es künstlich einzuschränken. (fraencko)

(via ycombinator)

  • Zitat: McLaughlin entschuldigte sich daraufhin, die Nachricht an die falsche Liste gesendet zu haben. Ahahaha

    Sonnentier am 17.07.2008 16:21
  • Vielleicht sind die 50 Auserwählten ja auch so eine Art Beta-Tester.

    phunkydizco am 18.07.2008 08:32
  • Zitat: Zitat von phunkydizco  Vielleicht sind die 50 Auserwählten ja auch so eine Art Beta-Tester. das gleiche dachte ich auch, aber wenn es beta tester wären, hätte man es ja kurz und knapp sagen können, sorry leute, es gibt zwar ne neue version, aber die ist noch den betatestern vorbehalten und punkt....aber sowas iss echt dreist, fast so dreisst wie die .me domains die von vornherein gesperrt sind

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