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19. April 2006

Geschützte PDF-Dokumente Google Mail öffnet und druckt DRM-PDFs

Umgehungsmöglichkeiten der Druck- und Copy/Paste-Restriktionen von PDF-Dokumenten gibt es einige, dass ausgerechnet Google beim Kopieren oder Drucken von PDF-Dokumenten hilft, für die jenes nicht vorgesehen ist, wirft damit vor allem rechtliche Fragen auf. Umgeht der Suchmaschinenriese damit einen Kopierschutz?

Denn in dieser Beziehung neigt Google ja erfreulicherweise des öfteren zum weitgehenden Verzicht auf vorauseilenden Gehorsam. Nachvollziehbar konnten über die View as HTML - Funktion von GMail-Accounts PDFs gedruckt oder ihre Inhalte per Copy-Paste extrahiert werden, bei deren Erstellung diese Funktionen explizit per DRM untersagt wurden. Dafür muss man das Dokument einfach an einen GMail-Account schicken und von dort aus öffnen.

Nicht öffnen kann Google Mail hingegen passwortgeschützte PDFs. Um Druck- und Kopierverbote der DRM-Dokumente kümmert sich die GMail-Technik jedoch offenbar nicht.

Die Technik zum Schutz der PDF-Dokumente vor Ausdruck und Copy/Paste ist nicht sonderlich schwer zu knacken - spätestens mittels Screenshot und OCR sind derartige Restriktionen ohnehin allenfalls von symbolischen Wert. Spannnend ist vor allem, dass sich Google offenbar nicht an die inzwischen in den meisten westlichen Industriestaaten Verbote der Umgehung von Kopierschutztechniken hält - als solche sind die DRM-Schutzmaßnahmen Adobes ja bekanntlich gedacht.

Die Frage nach dem "wirksamen" Kopierschutz stellt sich natürlich ebenso: ein "Kopierschutz", welcher so leicht zu umgehen ist, stellt offenbar keinen Schutz dar. Die Frage, ab wann diese "Wirksamkeit" gegeben ist, ist unklar. Angesichts der Existenz von Programmen wie CloneCD oder AnyDVD läßt sich über die Existenz eines "wirksamen Kopierschutzes" bei DVDs beispielsweise trefflich streiten.

Google hat durch die unterschiedlichen physikalischen Standorte seiner Netzangebote natürlich durchaus gute Möglichkeiten, nationale Einschränkungen gepflegt zu igborieren. Dass Google Mail den deutschen Datenschutzrichtlinien entspricht, kann beispielsweise bezweifelt werden, Folgen hat die Praxis hierzulande jedoch keine. Kooperationen mit dem Chinesischen Regime umgeht man durch den Betrieb von Logservern außerhalb des Landes.

Gründe, DRM-geschützte PDFs lieber lokal zu knacken, gibt es trotzdem einige. Auch wenn sich im genannten Fall Google einmal mehr erstaunlich ungehorsam gibt - sollte es sich nicht um eine unbeabsichtigte Nebenwirkung des GMail-Systems handeln.

  • 1 Kommentar zum Artikel
  • Umgehungsmöglichkeiten der Druck- und Copy/Paste-Restriktionen von PDF-Dokumenten gibt es einige, dass ausgerechnet Google beim Kopieren oder Drucken von PDF-Dokumenten hilft, für die jenes nicht vorgesehen ist, wirft damit vor allem rechtliche Fragen auf. Umgeht der Suchmaschinenriese damit einen Kopierschutz? Denn in dieser Beziehung neigt Google ja erfreulicherweise des öfteren zum weitgehenden Verzicht auf vorauseilenden Gehorsam. ...

    gullinews am 19.04.2006 10:38
  • Um was für geschütze PDF-Dateien geht es denn hier genau? Den "Standard Security Handler" würde ich nicht als DRM bezeichnen. Bei der Geschichte Elcomsoft/Dmitry Skylarov ging es auch um ein Programm, das weitergehende Schutzmaßnahmen aushebeln konnte, über das normale "Advaced PDF Password Recovery" hat sich wohl noch keiner beschwert, obwohl man damit auch die gewöhnlichen Print/Copy-Einschränkungen beseitigen kann, wenn ...

    miller123 am 19.04.2006 11:41
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