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GEMA-Konzertgebühren: Veranstalter werden "systematisch ruiniert"

gullinews am Dienstag, 30.06.2009 19:41 Uhr

Kleine Konzertveranstalter beklagen, von der GEMA massiv ausgebeutet zu werden.

Im Interview mit Zeit Online kritisiert Monika Bestle die Praxis der GEMA bei der Einnahme von Konzertgebühren. Bestle ist Leiterin der Sonthofer Kulturwerkstatt, die unter anderem Theater, Konzerte und Kinderveranstaltungen organisiert. Sie ist außerdem Initiatorin einer ePetition an den Bundestag, in der sie eine Reform der GEMA fordert (gulli:news berichtete). Insbesondere die Gebühren für Kleinveranstalter und die Tantiemenberechnung sollen reformiert werden. Außerdem fordert sie mehr Transparenz in der Verwertungsgesellschaft. Bestle fühlt sich als Konzertveranstalterin von der GEMA abgezockt. Für ein Konzert in ihrem Konzertsaal, der für etwa 100 Leute Platz bietet, zahlt sie nach eigenen Angaben etwa 100 Euro pro Aufführung, egal, wie viele Besucher tatsächlich kommen.

Das ist für einen Kleinveranstalter kaum zu leisten, meint Bestle. Doch die hohen Konzertgebühren seien nicht das Schlimmste. "Die Gema legt den Veranstaltern harte Bandagen an. Kleinste Nachlässigkeiten ahndet sie oft hart. Dann droht die Verwertungsgesellschaft mit dem Anwalt, der treibt Geld ein, Recherchegebühren werden fällig. Die Kleinen können sich so etwas nicht leisten." In der Praxis werden Kleinveranstalter von der GEMA "systematisch runiniert", so Bestle. Sie betonte, dass kleine Konzertveranstalter wie ihre Sonthofer Kulturwerkstatt gewährleisten, dass Kultur überall und nicht nur in den Metropolen stattfinde. Gleichzeitig distanzierte sie sich jedoch von der Kritik an der Erhöhung der GEMA-Gebühren um 600 Prozent (gulli:news berichtete). Das, so Bestle, treffe vor allem die Großen, die sich nun beschweren. "Diesen Protest kann ich nicht unterstützen." Ihre Petition zur Reformierung der GEMA hat indes über 80.000 Unterzeichner gefunden. (Malo)

tagsTags: bestle gema-gebühren gema-reform kleinveranstalter konzertgebühren konzertveranstalter monika

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16 Reaktionen zu dieser Nachricht
  • eliveo am 03.07.2009 12:56:34

    Ja, besonders die "kleinen" Veranstalter trifft es, die auf Volksfesten auftreten und "Dorfcombos" für lau antreten lassen. Große Konzertveranstalter dagegen profitieren doch auch von der GEMA, wenn sich die Regelungen jetzt geändert haben sollen....

  • tHr4sh3R am 02.07.2009 12:52:48

    Ich kenn das Problem auch, mein Vater organisiert 1 mal im Jahr n Festival und man hat dann einfach das Problem das man 1. die Gage der Band zahlt (also damit die Band schon bezahlt ist) und dann nach der veranstaltung nochmal eine Liste mit gespielten Liedern an die GEMA schicken muss und das auch ...

  • ThEfLy am 01.07.2009 11:00:58

    Das kann ich nur bestätigen. Ich arbeite ehrenamtlich in einem selbstverwalteten Jugendzentrum. Wir veranstalten c.a. 1-2 mal im Monat ein kleineres Konzert. wenn wir die GEMA nicht bescheißen würden könnten wir keine Konzere mehr Veranstalten, da wir immer draufzahlen müssten...

  • LCD_1 am 01.07.2009 10:13:53

    Man könnte die GEMA-Gebühren auch auf den Eintritt umlegen wie andere es auch machen. Wie wär es mit etwas mehr Ehrlichkeit? Gravenreuth spricht von Ehrlichkeit? Wie denn das? Wurde der Herr Gravenreuth nicht wegen Betrugsdelikten verurteilt??? St...

  • StaTiC am 01.07.2009 08:25:53

    Stimmt! Wenn nur GEMA-freie Stücke aufgeführt werden, dann ist dieser Gegenbeweis doch ganz einfach zu erbringen. Man muss nur die Liste dieser Stück der GEMA vorlegen. Auf den Einwand, das bei Jam-Sessions klassischerweise gejammt wird, also jeder de...

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