gulli: Geldwäsche im Web nimmt zu: Gebühren für E-Mails einführen?

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30. August 2008

Geldwäsche im Web nimmt zu Gebühren für E-Mails einführen?

Der fortlaufende Ausbau des Internets verleitet immer mehr Cyberkriminelle zu dubiosen Geldwäschegeschäften in diesem Bereich. Aus einem Bericht vom Softwarehersteller McAfee geht hervor, dass hauptsächlich Gelder aus Betrugs- und auch Malware-Geschäften im Internet "gewaschen" werden. Nach gängiger Expertenmeinung sei dabei ein ansteigender Trend feststellbar.

Da reguläre Bankgeschäfte immer eine umfassende Auskunft über die beteiligten Kontoinhaber preisgeben, vermeiden Cyberkriminelle diesen Weg des Geldflusses. Daher bietet es sich an, die Gelder aus zwielichtigen Quellen in virtuelle Zahlungsmittel zu wechseln, um diese später wieder zurückzutransferieren. Dr. Igor Muttik von McAfee hat einen  Vorschlag parat, um diese Machenschaften auf effektive Weise zu unterbinden.

Muttiks Vorschlag richtet sich dabei an die Betreiber der Webseiten selbst. Er sieht eine mögliche Lösung darin, einen Zeitpuffer zwischen dem Auftrag zu einer Transaktion und dessen Ausführung zu erzwingen. Mit der gewonnenen Zeit würde man den Gesetzeshütern eine Chance geben, den Geldfluss besser verfolgen zu können. Man will so den Hintermännern und deren Cashflow besser auf die Schliche kommen.

Igor Muttik lässt auch die anderen Möglichkeiten der Online-Geldwäsche nicht unausgesprochen. Aus dem Bericht geht hervor, dass aktuell beträchtliche Summen mithilfe von E-Mail Spam gewaschen werden. Dabei gelangen die ohnehin schon illegal erschlichenen Gelder in groß angelegten Spam-Kampagnen und die Gewinne daraus, direkt in den Taschen der Betreiber. Muttik spricht sich als weitere Lösungsmöglichkeit dafür aus, eine (geringe) Gebühr für die virtuell verschickten Nachrichten zu erheben. Er ist der Meinung, dass man damit viele Spam-Aktionen bereits im Keim ersticken könnte. Ob tatsächlich Gebühren für die Übermittlung von E-Mails erhoben werden können, darf allerdings stark infrage gestellt werden. Selbst wenn der Versand von Junkmails jedes Jahr Unsummen verschlingt - das kostenlose Verschicken von E-Mails ist eine der Grundpfeiler des Webs. Wie aber will man die Gebührenpflicht für E-Mails technisch umsetzen? An dieser Stelle sollte man alternativ darüber nachdenken, zumindest alle verschlüsselten E-Mails  kostenfrei zu transferieren. Wer auch immer Werbemails unters Volk bringen will, wird kaum scharf Geldwäschedarauf sein, vorab von allen Empfängern den Key zu erfragen. Zudem: Wer gibt einem Spammer schon freiwillig seine Daten? Vielleicht könnten die Cyberkriminellen so ungewollt für mehr Datenschutz im Internet sorgen. Eine Überlegung wäre es zumindest wert. (gS- & Ghandy)

(via VNUnet.com, thx!)

  • Warum Gebühren für Emails? Denkt mal nach, ein wichtiger Grund ist ganz einfach und nachvollziehbar: Mehr Überwachung! Denn: wenn etwas kostet, muss man auch irgendwie Geld überweisen und sobald man überweist ist man anhand der Bankdaten identifizierbar.

  • Dafür aber völlig unbrauchbar. Dann müsste man es eher von einem kostenpflichtigen zu einem -freien Dienst machen und nicht andersrum. Sobald das was kostet, werden doch alle, die eine Möglichkeit dazu haben, davon abgehen und eigene Alternativen suchen oder aufbauen. Wird einfach nicht kommen.

    Schattenspieler am 28.09.2008 20:53
  • Zitat: Zitat von FreierRadikaler  Was ist denn das für ein Käse? Wenn jetzt zb web.de ab heute auch nur 1Cent pro Mail verlangen würde, würde man einfach zu gmx gehen? Web.de und GMX sind afaik die gleichen Unternehmen.

    La-Ultima am 28.09.2008 20:54
  • Das ist so nicht ganz richtig: Es sind zwei Unternehmen, die jedoch beide zu United Internet gehören. Dazu gehört u.a. auch 1&1 als ISP/Reseller.

    Schattenspieler am 28.09.2008 21:05
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