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01. April 2007

Gehackte Erotikbilder landeten im Internet Pornobilder als Politikum

Eine Frau aus Missouri musste kürzlich eine harte Lektion lernen. Bewahre nie peinliche Bilder auf deiner Festplatte auf, von denen du nicht möchtest, dass auch andere Personen sie zu Gesicht bekommen sollen. Der Ehemann der Sekretärin des Gouverneurs von Missouri hatte mit seiner Digitalkamera Nacktaufnahmen während der Schwangerschaft seiner Frau Jessica Robinson in 2003 und 2004 gemacht.

Ein anonymer Hacker hatte sich Zugriff auf die heimische Festplatte der Robinsons verschafft und die Bilder der Sekretärin an diverse Pornoseiten verkauft, die diese stolz inklusive persönlicher Informationen der Abgelichteten im Winter 2004 veröffentlichten. Kurze Zeit später begannen Unbekannte damit, die Frau auf der Arbeit mit ihren obszönen Anrufen zu belästigen. Alle Versuche der örtlichen Polizei, den Hacker dingfest zu machen, gingen natürlich ins Leere.

Gerüchte wurden gezielt von Mitgliedern des Stabes von Gouverneur Blunt verbreitet. Man wirft den Vertretern der Opposition in Missouri vor, sie wären angeblich in diesen Vorfall verstrickt und würden versuchen, aus diesem Fauxpas Vorteile für sich zu ziehen. Es ist allerdings wahrscheinlicher, dass hier eher zufällig durch den Hack Daten in die falschen Hände geraten sind und der Täter lediglich versuchte, die Bilder in kürzester Zeit zu möglichst viel Geld zu machen. Dass diese Erotikbilder der Sekretärin des aktuellen Gouverneurs von Missouri entstammten, dürfte für die oder den Kriminellen bei seinen Verhandlungen mit den Pornoseitenbetreibern extrem von Vorteil gewesen sein.

In diesem Zusammenhang sollte man die Entscheidung der amerikanischen Stiftung ICANN (Internet Corporation for Assigned Names and Numbers) nicht unerwähnt lassen. Die Mehrheit der Mitglieder mit Stimmrecht hatte recht eindeutig die Einführung der Top-Level-Domain .xxx abgelehnt. Grund dafür ist, dass die Mitglieder der Organisation befürchteten, durch die Einführung einer solchen Domain indirekt selbst zum Content-Regulator zu werden. Die Befürworter der Einführung der Porno-Domain begründeten ihren Antrag mit einer leichteren Identifikation von Pornoseiten alleine aufgrund der Endung. Ob dies ein wirksamer Schutz für surfendende Kinder gewesen wäre, darf bezweifelt werden.

Aber die ICANN selbst ist ein Politikum und absolut kritisch zu betrachten. Schon im November 2005 hatte der ehemalige UN-Generalsekretär Kofi Annan eine Umstrukturierung dieser Organisation gefordert. Was die wenigsten Surfer wissen: Die ICANN untersteht dem US-amerikanischen Handelsministerium und ist somit der US-Regierung weisungsbefugt.

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