|
22. Februar 2008
Game Developers Conference Abandonware archivieren, jetzt!Die Games Developer Conference ruft zum Retten alter Games auf: Oft "Abandonware" genannt, sind die Spiele oft im Netz archiviert, häufig ist die Rechtslage jedoch unklar. Das "kreative Amerika" müsse bewahrt werden - und wohl nicht nur das. Auch in anderen Ländern ist ein lange vernachlässigtes kulturelles Erbe in Gefahr. Wer kann mithelfen? Mehr Leute, als man zuerst denkt. Schon seit 2006 versucht die Library of Congress, Videospiele für die Nachwelt zu bewahren und hat dafür ein Programm gestartet. Seit Beginn diesen Jahres existiert darüber hinaus ein Archivierungsprojekt an vier US-Universitäten, darunter die Uni Stanford. Die Schwierigkeiten sind jedoch noch nicht einmal im Ansatz ausgeräumt: es droht einiges mehr als der Verlust einer Reihe von Games für Apple II oder Schneider CPC. Weswegen sich zahlreiche Abandonware-Sites in rechtlichen Grauzonen bewegen. Selbst im Fall längst verschwundener Unternehmen ist es oftmals unklar, wie die Rechtslage in Bezug auf ihre Titel aussieht. In "offiziellen" Archiven findet man daher so manchen Titel nicht. Die IGDA will eine Erstanlaufstelle schaffen, die sich allein der Archivierung und Bewahrung der Gamekultur seit beginn der Computerspielzeit widmen soll. Und während die eine Schwierigkeit darin besteht, die Masse an vergangener Spielkultur in einer nutzbaren Form zu archivieren, stellen sich noch ganz andere Fragen: denn nicht nur die C64-Floppys sind von der Unlesbarkeit bedroht, nicht nur die Amigas und STs der 90er werden von Korrosion und Altersschwäche heimgesucht. Dasselbe gilt auch für heutige Spiele. Denkt man 20 Jahre in die Zukunft, hofft man möglicherweise auf beliebige Rechner- und Speicherkapazitäten, die jedem permanent zur Verfügung stehen. Wie man in den 80ern vielleicht auch vom heutigen Internet geträumt hat, während man sich die 64er-Games von der Mailbox zog. Aber ob in zwanzig Jahren ein MMORPG wie WoW so emuliert und nachempfunden werden kann wie heute die Adventures von Magnetic Scrolls? Was für Hardware- und Software-Plattformen wird man brauchen, was wird man archivieren können und was wird aller Wahrscheinlichkeit nach nicht zu bewahren sein?
Und vor allem: wie wird sich die Rechtslage entwickeln? Denn heutige Spiele sind bezüglich der Eigentumsrechte nicht unbedingt unkomplizierter. Wem gehören von Usern geschaffene Artefakte in Online-Spielen, wer darf sie archivieren? Wer tut es überhaupt? Darüber macht sich unter anderem Henry Lowood Gedanken, seines Zeichens Kurator der Sammlung zur Wissenschafts- und Technikgeschichte an der Bibliothek der Uni Stanford. Mitmachen kann man unter anderem bei diversen Archivierungsprojekten, auch Archive.org ist mit zahlreichen Game-Videos ausgestattet und nimmt weitere Beiträge gerne an. Gedanken machen sollten sich aber alle, die an einer lebendigen Spiele-Geschichte interessiert sind. und dabei nicht vergessen sollten, dass die Schwierigkeiten mit einem 3,5"-Emulator und dem UAE nicht geendet haben - mit Spielen wie WoW oder Second Life haben sie im Gegenteil wahrscheinlich erst begonnen. Verwandte News
Trackbacks
Zitat: Warum man sowas nachprogrammieren sollte? Ist es denn ausgeschlossen, dass einige Spiele in vergessenheit geraten sind und heute nicht mehr existieren weil niemand backups gemacht hat? Ist nicht ausgeschlossen, aber die Frage ist ob man das dann in den Kanon des Spielearchivs dann aufnehmen sollte? Warum ist es denn so dermaßen in Vergessenheit geraten dass man nicht ein einziges Backup finden ... t-6 am 27.02.2008 16:16
Zitat: Zitat von B@tt0 Darum ja auch meine Frage. Wobei diese sich eher auf 2 dimensionale Spiele bezieht, die außer einem quadratischen Kasten der aus 16 Pixeln besteht, nur noch zwei Striche haben die diesen Kasten hin und her schlagen. das mag ja sein, dass pong einfach nachzuprogrammieren ist.. das ist sozusagen das hello-world-programmierbeispiel für spieleprogrammierer. aber wie sieht es zB ... Sp00kyFox am 27.02.2008 16:31
|