Galaxy Zoo: Zweite Runde gestartet

gullinews am Freitag, 20.02.2009 07:31 Uhr

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Das Astronomie-Projekt Galaxy Zoo, bei dem Freiwillige beim Kategorisieren von Galaxien helfen, geht nun mit vielen neuen Funktionen in die zweite Runde.

Distributed Computing-Projekte wie beispielsweise SETI@home, bei denen Privatnutzer ihre Computer, wenn diese ansonsten nichts zu tun haben, für die Wissenschaft rechnen lassen, sind mittlerweile relativ vielen Menschen ein Begriff. Diese Projekte sind allerdings nicht der einzige Weg, Internet-Nutzer an wissenschaftlicher Arbeit zu beteiligen: Statt der Rechenleistung des eigenen Computers kann man auch seine eigenen Fähigkeiten und seine Zeit in den Dienst der Wissenschaft stellen. Das macht beispielsweise das Projekt Galaxy Zoo vor: Dort helfen tausende von Freiwilligen (momentan sind es etwa 80.000) den Profi-Astronomen bei ihrer Arbeit.

Die Wissenschaftler stellen bei dem Projekt tausende Fotos von Galaxien ins Internet. Da diese mit Hilfe automatischer Teleskope und Kameras aufgenommen wurden, hat sie teilweise noch kein Mensch zu Gesicht bekommen. Jedenfalls sind sie noch nicht kategorisiert, das heißt, nach ihren Eigenschaften in Kategorien eingeteilt. Das aber muss geschehen, damit wissenschaftliche Erkenntnisse beispielsweise über die Entstehung von Galaxien und über deren besondere Eigenschaften gewonnen werden können. Für die Wissenschaftler selbst ist diese Tätigkeit angesichts der Vielzahl der gesammelten Fotos zuviel Arbeit. Eine automatisierte Lösung mit Hilfe einer speziellen Software wäre zwar möglich, würde aber einerseits sehr viel Geld kosten und andererseits nach Angaben der Experten nicht dieselbe Erfolgsquote wie die Arbeit von Menschen erreichen. Deswegen kam man auf die Idee, Freiwillige um Hilfe zu bitten - und landete damit einen vollen Erfolg.

Auf der Website von Projekt Galaxy Zoo kann man sich anmelden und nach einem kurzen Tutorial direkt mit der Arbeit beginnen. Dabei bekommt man das Foto einer Galaxie gezeigt und muss diese anhand bestimmter Kriterien einteilen, beispielsweise ob es sich um eine runde oder um eine Spiralgalaxie handelt und ob diese besondere Eigenschaften aufweist. Um ein zuverlässiges Ergebnis zu erzielen, wird jedes Foto dabei mehreren Benutzern gezeigt. Zusammen erreichen die Freiwilligen nach Angaben der Projekt-Wissenschaftler beachtliche Erkennungsraten.

Die Freiwilligen reizt vor allem das Gefühl, etwas für die Wissenschaft tun und selbst bei einem solchen Projekt mithelfen zu können, bleibt doch die Arbeit an derartigen Themen nur allzu oft den Experten überlassen. Auch die attraktiven Fotos, von denen viele wirklich noch absolut niemand außer den Freiwilligen gesehen hat, sind für viele eine Motivation.

Aufgrund der regen Beteiligung konnte der erste Teil des Projekts bereits abgeschlossen werden; die entsprechenden Forschungsergebnisse sollen demnächst veröffentlicht werden. Galaxy Zoo startete vor kurzem in seine zweite Runde. Dabei wird eine feinere Einteilung der Galaxien anhand von mehr verschiedenen Kriterien vorgenommen. Die Astronomen sind zuversichtlich, dass die Freiwilligen auch damit klarkommen - man habe deren Leistungsfähigkeit zu Beginn unterschätzt, heißt es. Die zweite Projektphase läuft offenbar gut an, wie eine aktuelle Nachricht des Projekts auf Twitter zeigt: "Watching the number of classifcations click up faster and faster and faster. You're all doing a great job - especially you over there..." (Annika Kremer)

(Bildquelle: Wikipedia, thx!)

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2 Reaktionen aus dem gulli:Board

gullinews am 20.02.2009 07:31:38:
Das Astronomie-Projekt Galaxy Zoo, bei dem Freiwillige beim Kategorisieren von Galaxien helfen, geht nun mit vielen neuen Funktionen in die zweite Runde. Distributed Computing-Projekte wie beispielsweise SETI@home, bei denen Privatnutzer ihre Computer, wenn diese ansonsten nichts zu tun hab...

zaberrider am 20.02.2009 13:11:05:
"Human Computation" at its best! Man wird dort sogar selbst als "Classifier" bezeichnet... neat!!!...

c3p am 20.02.2009 14:06:20:
ziemlich entspannend, ich kann es jedem empfehlen der mit musikeinfach mal abschalten will....

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