gulli: Fußball-WM: Werden VIPs als Sicherheitsrisiko ausgesperrt?
30. Mai 2006

Fußball-WM Werden VIPs als Sicherheitsrisiko ausgesperrt?

Die FIFA, bekannt für ihren allumfassenden Kontrollwahn rund um die demnächst ausbrechende Fußball-WM, könnte vor ihren liebsten Gästen, den VIPs, sich mächtig blamieren. Gut 300.000 Besitzer von VIP-Tickets sind nämlich noch nicht namentlich registriert, und ihnen könnte deshalb der Einlaß ins Stadion verwehrt werden - aus Sicherheitsgründen.

Vertrieben wurden die vierstellige Summen kostenden Tickets von der Schweizer Agentur ISE, zu ihren Kunden zählen weltweit 5.600 Unternehmen, die mit ihnen Geschäftspartner und Freunde aus Politik und Gesellschaft beglückten. Doch auch für die VIP-Karten fordert das deutsche Innenministerium eine Personalisierung.

Aus vielerlei Gründen sei diese bisher jedoch unterblieben; die großzügigen Unternehmen gaben die Namen der Beschenkten, erklärte ein ISE-Sprecher, etwa deshalb nicht weiter, weil sie nicht wüßten, was nach der Fußball-WM mit den Daten geschehe - als Geschenk erhaltene sündhaft teure VIP-Tickets stellen einen zu versteuernden geldwerten Vorteil dar.

Landeten die Gästelisten der Unternehmen nach den Festivitäten rund um die Balltreterei beim Fiskus oder gar einer interessierten Staatsanwaltschaft, könnte die Beschenkten das Präsent teuer zu stehen kommen, sollten sie bei der Steuererklärung nicht ganz ehrlich sein - wovon die beschenkenden Unternehmen offenbar auszugehen scheinen.

Guter Rat ist nun wahrlich teuer, denn einerseits beharrt das Innenministerium darauf, daß ausnahmslos alle Besucher mit Namen und Paß- oder Personalausweis-Nummer erfaßt werden, andererseits wollen aber weder FIFA noch ISE noch das von Franz Beckenbauer geleitete OK für die peinliche Panne die Verantwortung übernehmen.

Die ISE als Anbieterin des Hospitality-Programms will erst vor vier Wochen erfahren haben, daß das deutsche Sicherheitskonzept verlangt, alle Karten zu personalisieren, und ausgerechnet die FIFA hält nun die Sicherheitsschranken für zu hoch. Wäre indes bekannt, daß 300.000 'namenlose' Zuschauer die Stadien besuchen, würde jede Kontrolle am Einlaß sinnlos.

  • 7 Kommentare zum Artikel
  • Das OKW (OrganisationsKomitee Weltmeisterschaft) gab mittlerweile bekannt: "Alle kommen rein". Um das zu gewährleisten, sollen notfalls Clearing Points vor den Stadien eingerichtet werden, an denen die Personalisierung der Karten nachgeholt werden könnte. Zugleich wurde mitgeteilt, daß auch die Daten eventuell doch noch nachgereichter Gästelisten "sofort nach Spielschluß gelöscht" werden. Damit bleibt es - so der aktuelle ...

  • Ich empfehle den Finanzämtern den Einsatz der kompletten Fahndungsabteilung an diesen Clearingpoints, wie ja allen Medienberichten zu entnehmen wird diese "Anonymisierungsmethode" hauptsächlich von Steuerhinterziehern genutzt. Ausserdem sollte das veranwortliche WM-OK darauf hingewiesen werden, dass Beihilfe zur Steuerverkürzung oder -hinterziehung erhebliche Strafen nach sich zieht, im Falle des OK sogar bandenmässiges Vorgehen ...

    sphaeroid am 31.05.2006 23:32
  • Was sagt man im Fußball-Jargon dazu: "Eigentor" *GGGG* Und unsereins muß zusehen, wo er/sie klarkommt! Nene...find ich prima...soll'n die doch sehen, ob's Probleme gibt...bei rd. € 1.000,-/Spiel in der Vorrunde (Ausnahme: Eröffnung für € 3.200,-) wirft das ein Super-Licht aus das Konzept, daß so gar nicht funktioniert hat...außer, daß Otto-Normalverbraucher keine Karten bekommt!!! Cee ya, CCS

  • Das verwundert mich irgendwie gar nicht. Wenn die Promis besoffen Ihre Karre zu Schrott fahren kommen se davon, wenn Promis Drogenexzesse haben und sogar dokumentiert Heroinspritzen verteilen kommen se davon und wenn Promis mal die popeligen 5000 € nicht dem Fiskus melden möchten bekommen se halt Unterstützung.. Die bekommen doch eh alles in den Arsch geschoben, wieso also nicht die Hilfestellung zur Steuerhinterziehung. Die meisten werden eh ...

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