Verunsicherungsversuch durch US-Firma
Fear, Uncertainty, Doubt, kurz FUD - mit Angst, Unsicherheit und Zweifel kann man nach wie vor offenbar gute Geschäfte machen. Die US-Firma BayTSP behauptet, das BitTorrent-Netzwerk mit bisher nicht gekannter Genauigkeit überwachen zu können. Ihren Kunden bietet sie an, mit ihrer Software FirstSource urheberrechtlich geschützte Werke im Torrent-Netzwerk gezielt überwachen zu lassen. Angeboten wird die Protokollierung des ersten Uploads, um gezielt Releaser ermitteln zu können, wie auch die Überwachung der User, wer welche Dateiteile wie lange angeboten hat.
Denn die IPs von Tauschbörsennutzern sind bereits seit Jahren ermittelbar, falls die User keine entsprechenden Vorsichtsmaßnahmen treffen. intern.de berichtet im genannten Artikel über Versuche niederländischer Forscher, die IP von Torrent-Usern, die ein bestimmtes File anbieten/laden, ganz ohne Spyware zu ermitteln - bereits 2003 wurden dabei über 50.000 IPs geloggt. Technisch folglich überhaupt nichts neues, was BayTSP aktuell seinen Kunden zu verkaufen versucht. Inwieweit in den USA mit dem Digital Millennium Copyright Act Möglichkeiten bestehen, mit den gewonnenen Daten Tauschbörsennutzern rechtliche Probleme zu bereiten, sei dahingestellt. In Deutschland existieren die von BayTSP genannten Möglichkeiten zur Userüberwachung schon lange, die spärliche juristische Anwendung lässt vermuten, dass ihr Einsatz real nicht allzu effizient ist. Usern, die ihre Daten verschlüsselt speichern, wird trotz geloggter IP schwer ein Vergehen nachzuweisen sein.
Insofern ist allenfalls erstaunlich, dass mit jahrealter Technik offenbar immer noch zahlende Kunden gewonnen werden können.